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21.08.2026 06:04:00
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Charlie Munger kritisiert Finanzbranche: Vermögensverwalter "nicht besser als Astrologen"
Charlie Munger war ein Mann der klaren Worte. Nicht nur Kryptowährungen oder Neo-Broker verurteilte er scharf - auch vermeintlich erfahrene Finanzexperten mussten immer wieder Mungers scharfe Kritik verdauen.
• Hartnäckige Inflation, hohe Zinsen, grosse Konkurrenz: Munger erwartet schlechte Börsenzeiten
• Buffett äusserte ähnliche Kritik: Es gibt viele Leute, die "dumme Dinge tun"
Charlie Munger hatte Zeit seines Lebens offenbar kein grosses Harmoniebedürfnis. Der ehemalige Berkshire Hathaway-Vize nahm kein Blatt vor den Mund, vertrat stets unverblümt seine harten, aber zumeist klugen Meinungen, die in der Anlegergemeinschaft grosse Aufmerksamkeit erregten. Kein Wunder, dass Munger stets Gehör fand - der 2023 im Alter von 99 Jahren verstorbene Investor bewies in seiner langjährigen Investmentkarriere immer wieder aufs Neue einen enormen Scharfsinn für jegliche Entwicklungen an den Kapitalmärkten.
"Astrologen, die Kunden das Geld aus den Taschen ziehen"
In einem Interview mit der Financial Times sagte Munger einst, Investmentmanager seien nichts anderes als "Wahrsager oder Astrologen, die ihren Kunden das Geld aus den Taschen ziehen". Er sehe zudem eine zunehmende "Schwemme von Investmentmanagern, die schlecht für das Land ist". Munger glaubt, dass die meisten Finanzberater und Vermögensverwalter behaupten, sie könnten den Markt schlagen, um Kunden anzulocken, aber am Ende das Geld nur in einfache Indizes stecken, um grosse Verluste zu vermeiden. "Mit anderen Worten: Niemand kann es ertragen, sich bei den Ergebnissen von der Masse abzuheben, weil er Angst hat, seine Gebühren zu verlieren, und so machen sie am Ende alle das Gleiche", sagt er. "Es ist ein bisschen lächerlich. Die Welt ist ein bisschen lächerlich", lautete Mungers scharfes Urteil.
Munger: Langfristige Gewinne an den Börsen werden immer schwieriger
Allgemein sah Munger viele Veränderungen in der Investmentlandschaft und war der Ansicht, dass es junge Menschen immer schwerer haben werden, ein beträchtliches Vermögen zu akkumulieren.
Den grandiosen Erfolg von Berkshire Hathaway führte er deshalb auch auf die sehr günstigen Bedingungen an den Kapitalmärkten zurück, die in den vergangenen Jahrzehnten geherrscht hätten. "Im Grossen und Ganzen ist Berkshires Erfolg ein Ergebnis niedriger Zinssätze, niedriger Aktienbewertungen und reichlicher Gelegenheiten". "Wir (Berkshire Hathaway, Anm. d. Red.) waren ein Geschöpf einer bestimmten Zeit und einer perfekten Reihe von Gelegenheiten", sagte er.
Die Chancen der Investoren seien künftig jedoch durch einen hartnäckigen Inflationsdruck, das gestiegene Zinsniveau, höhere Aktienbewertungen und grösserer Konkurrenz deutlich begrenzter. "Es ist sehr schwierig geworden, so etwas wie die früher erzielten Gewinne zu erzielen", betonte er im Rahmen des Financial Times-Interviews und stellte fest, dass "genau zu dem Zeitpunkt, an dem das Spiel schwieriger wird, immer mehr Leute versuchen, es zu spielen". Dementsprechend erinnerte die Börse Munger zunehmend an ein Casino, in dem jeder Teilnehmer durch ultrariskante Wetten ohne grosses Hintergrundwissen möglichst schnell das grosse Geld verdienen wolle. "Wir haben Leute, die nichts über Aktien wissen und von Börsenmaklern beraten werden, die noch weniger wissen", so Munger, der vermehrt einen "Casinobetrieb" sah.
Buffett stimmt Munger zu: Es gibt viele Leute, die "dumme Dinge tun"
Interessanterweise äusserte sich das "Orakel von Omaha" persönlich im Rahmen einer Berkshire-Jahreshauptversammlung ähnlich negativ gegenüber der Finanzbranche. In der Investmentbranche gebe es viele Menschen, denen man nicht vertrauen könne, meint Warren Buffett. "Ich würde sagen, in den 58 Jahren, in denen wir Berkshire leiten, ist die Zahl der Leute, die dumme Dinge tun, stark gestiegen, und sie tun grosse dumme Dinge", so der CEO der Investmentholding Berkshire Hathaway. "Der Grund, warum sie das tun, ist, dass man bis zu einem gewissen Grad viel einfacher an Geld von Menschen kommen kann als früher", legt der legendäre Value-Investor seine Ansicht dar.
Redaktion finanzen.ch
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