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Ausgezeichnetes Ergebnis 16.05.2018 12:00:37

Anlagejahr 2018 beginnt für Schweizer Pensionskassen mit negativen Renditen

Anlagejahr 2018 beginnt für Schweizer Pensionskassen mit negativen Renditen

An dieses Ergebnis kann das Anlagejahr 2018 bisher mit einer negativen Rendite nicht anschliessen. Zudem müssen die Pensionskassen die Umwandlungssätze und damit die Leistungen für Neurentner reduzieren, wie dem von der Anlageberatungsfirma Complementa am Mittwoch veröffentlichten "Risiko Check-up 2018" zu entnehmen ist.

Pensionskassen können anders als Vollversicherungen höhere Anlagerisiken eingehen. Weil risikobehaftete Anlagen wie Aktien im vergangenen Jahr gut rentierten, erzielten die Pensionskassen 2017 eine Rendite von hohen 7,5 Prozent. Ein Ergebnis, das letztmals 2009 übertroffen wurde, weisen die Autoren der Studie hin.

Über die letzten fünf Jahre betrachtet rentierten die Anlagen der Pensionskassen mit 5,1 Prozent - im Vergleich dazu werfen die als risikolos geltenden 10-jährige Bundesobligationen derzeit eine magere Rendite von 0,1 Prozent ab.

Arbeitnehmer haben 2017 eine durchschnittliche Verzinsung von 1,9 Prozent erhalten. Gegenüber dem gesetzlich vorgegebenen BVG-Mindestzins (1,0 Prozent) sei das Plus von 0,9 Prozent damit so hoch wie nie zuvor, heisst es weiter.

Gesunkenes Renditeniveau

Doch so wie im vergangenen Jahr scheint es nicht weiter zu gehen. Im Anlagejahr 2018 fiel die durchschnittliche Rendite bisher mit -0,5 Prozent negativ aus, wodurch der Deckungsgrad auf 107,0 Prozent von 108,4 Prozent abschmilzt. Und die Perspektiven sehen nicht sehr verheissungsvoll aus. Denn langfristig dürfte sich das allgemein gesunkene Renditeniveau auf alle Anlagekategorien niederschlagen, sind die Autoren der Studie der Ansicht.

Ausserdem hat - trotz der guten Anlagejahre - nur etwa ein Drittel aller Pensionskassen in ausreichendem Umfang Wertschwankungsreserven geäufnet. Meist seien dies kleine Kassen, die gesamthaft nur 6 Prozent der Versicherten vereinen, hält die Studie fest. Alle übrigen Kassen müssten weiterhin in erster Linie bestrebt sein, Reserven aufzubauen. Erfreulich ist gemäss den Studien-Autoren aber, dass per Ende 2017 der Anteil Kassen in Unterdeckung bei unter einem Prozent lag.

Aufgrund der gesunkenen Renditeaussichten und der gestiegenen Lebenserwartung der Schweizer müssen die Pensionskassen die Umwandlungsätze und damit die Leistungen für Neurentner reduzieren. Andernfalls bleibe die Umverteilung von Arbeitnehmern zu den Rentenbezügern dauerhaft, schreiben die Studien-Autoren.

Umwandlungssatz sinkt auf 5,3 Prozent

So werden die angesparten Vorsorgekapitalien aktuell im Schnitt mit 5,8 Prozent gewandelt, einen Zehntel tiefer als noch 2017: Der gesetzliche Mindestumwandlungssatz liegt bei 6,8 Prozent. Laut der Studie planen die Pensionskassen die Umwandlungssätze bis 2023 im Schnitt schrittweise auf 5,3 Prozent zu reduziert.

Der aktuelle Vermögensmix der zweiten Säule impliziert eine durch Complementa berechnete Renditeperspektive von 2,3 Prozent. Um die aktuellen Umwandlungssätze zu realisieren, müssten deutlich höhere und den Reserven nicht angemessene Risiken eingegangen werden, heisst es in der Studie. Um das zukünftige Rentenniveau zu stabilisieren, müssen höhere Sparbeiträge und ein höheres Rentenalter diskutiert werden, folgern die Studienautoren.

sig/tp

Zürich (awp)

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Bildquelle: Vaclav Volrab / Shutterstock.com,Basov Mikhail / Shutterstock.com

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