Experten-Kolumne 30.10.2019 15:22:21

Anhaltende Handelsspannungen könnten sich über Zölle hinaus ausweiten

Anhaltende Handelsspannungen könnten sich über Zölle hinaus ausweiten

Laut Insight Investment, eine Investmentgesellschaft von BNY Mellon Investment Management, werden Handelskriege in diesem und im nächsten Jahr ein zentrales Makrothema bleiben.

In seinem neuen Research-Paper "Global Macro Research: Trade Wars" erörtert der spezialisierte Asset- und Risikomanager die beträchtlichen Auswirkungen einer Eskalation der Spannungen, die über Zölle hinaus weitere Störungen für das globale Wachstum und Investitionsstrategien verursachen könnten. Insight Investment nennt hierin sechs mögliche Massnahmen, die als Reaktion auf den Handelskrieg erfolgen könnten.:

• Exportbeschränkungen - Länder könnten die Ausfuhr bestimmter Produkte in andere Länder als Gegenmassnahme verbieten. Ein Verbot des Exports von Seltenerdmetallen, die beispielsweise für die Herstellung von Hightech-Produkten benötigt werden, ist angesichts der dominanten Stellung Chinas und der jüngsten Drohungen besonders besorgniserregend.

• Einfuhrbeschränkungen - Länder könnten die Einfuhr bestimmter Hersteller verbieten oder begrenzte Einfuhr-Kontingente als Alternative zu Zöllen einführen. Das komplette Ausschliessen von Importen aus einem bestimmten Land ist eine weitere Möglichkeit.

• Rücklagen-Management - Länder, die einen Grossteil der Schulden eines anderen Landes in Form von Anleihen halten, könnten ihre Bestände verkaufen. Insbesondere China und Japan besitzen jeweils über 1 Billion US-Dollar an US-Treasuries.

• Währungsabwertungen - Länder könnten ihre Währungen mit Hilfe von Zentralbankinterventionen aktiv abwerten oder eine lockere Geldpolitik verfolgen, um einen Handelsvorteil zu erlangen und für Zölle zu kompensieren. Die USA haben China am 6. August 2019 offiziell zum Währungsmanipulator erklärt.

• Firmenboykotte - Regierungen könnten den Druck auf die Öffentlichkeit erhöhen, Produkte ausländischer Unternehmen zu vermeiden. Ebenso könnten Regierungen ausländische Unternehmen, die in ihrem Land tätig sind, stärker regulieren.

• Beschränkungen des Personenverkehrs - Regierungen könnten strengere Einwanderungs- und Reisebestimmungen umsetzen, die auf den Erhalt von Visa und akademischen Austausch abzielen. In den USA haben strengere Beschränkungen bereits dazu geführt, dass weniger H1B-Visa genehmigt wurden.

Insight veröffentlicht regelmässig neuste Ekenntnisse, Einsichten und fundierte Studien zu einer Vielzahl von Themen in seiner Serie Global Macro Research. Insight beschäftigt sich mit Themen, die für die Entscheidungsfindung von Investoren von zentraler Bedeutung sind.

Autor: BNY Mellon Mobility Innovation Fund bei Mellon

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