12.07.2018 11:00:09

EU-Kommission senkt Wachstumsprognosen und warnt vor Risiken

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum des Euroraums im laufenden Jahr gesenkt und zugleich vor den Wachstumsrisiken gewarnt, die sich aus dem Handelskonflikt mit den USA ergeben. Wie aus der Sommerprognose der Kommission hervor geht, rechnet sie für 2018 nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1 Prozent. Im Rahmen der Frühjahrsprognose hatte sie 2,3 Prozent Wachstum vorausgesagt. Die Prognose für 2019 wurde mit 2,0 Prozent bestätigt. Die Kommission geht davon aus, dass sich die am Jahresbeginn einsetzende Wachstumsschwäche im zweiten Quartal fortgesetzt hat.

"Die Natur der aktuellen Schwäche ist nicht völlig klar, und die Entwicklungen in der weltweiten Handelspolitik stellen ein Risiko für den kurz- und mittelfristigen Ausblick dar, aber trotzdem sind die Voraussetzungen für nachhaltiges Wachstum in Europa nach wie vor da", schreibt die Kommission in dem Bericht. Der Euroraum profitiere von der akkommodierenden Geldpolitik, und die Finanzierungskosten der Unternehmen und Regierungen dürften trotz der zu erwartenden Verringerung des geldpolitischen Stimulus niedrig bleiben.

Deutschlands Wachstumsprognosen senkte die Kommission auf 1,9 (zuvor: 2,3) Prozent und 1,9 (2,1) Prozent. Nach ihrer Einschätzung deutet die seit Jahresbeginn zu beobachtende Stimmungseintrübung in der deutschen Wirtschaft auf eine schwächere globale Nachfrage und Hindernisse für Investitionen und den privaten Konsum in den nächsten Quartalen hin. "Ein eskalierender Protektionismus würde wahrscheinlich global die Wirtschaftsstimmung belasten, die Investitionen weltweit schwächen, und das wiederum würde die Sorgen der deutsche Exporteure noch wachsen lassen", warnt die Kommission.

Frankreichs Wachstumsprognosen senkte die Kommission auf 1,7 (2,0) und 1,7 (1,8) Prozent und Italiens auf 1,3 (1,5) und 1,1 (1,2) Prozent. Die Kommission erwartet, dass die Verbraucherpreise im Euroraum im laufenden Jahr um 1,7 (1,5) Prozent steigen werden und im nächsten Jahr um 1,7 (1,6) Prozent.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

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July 12, 2018 05:00 ET (09:00 GMT)

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