Konjunkturerwartungen 10.07.2018 11:17:47

Deutschland: ZEW-Index fällt im Juli deutlich stärker als erwartet

Deutschland: ZEW-Index fällt im Juli deutlich stärker als erwartet

Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen fiel auf minus 24,7 Punkte von minus 16,1 im Vormonat. "Dies ist der niedrigste Wert seit August 2012", erklärte das ZEW.

Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen lediglich einen Rückgang auf minus 19,0 vorausgesagt. Der Indexstand vom Juli liegt damit laut ZEW "erheblich" unter seinem langfristigen Mittelwert von 23,2 Punkten. Seit Jahresanfang seien die Erwartungen um beachtliche 45,1 Punkte gesunken.

Der Index der Lagebeurteilung ermässigte sich von 80,6 auf 72,4 Punkte. Erwartet worden war ein Rückgang auf 78,1.

"Die aktuelle Umfrageperiode wird von grösseren politischen Unsicherheiten geprägt", erklärte ZEW-Präsident Achim Wambach. Vor allem die Befürchtung einer Eskalation des internationalen Handelskonfliktes mit den USA belaste den konjunkturellen Ausblick. Positive Neuigkeiten zur Industrieproduktion, den Auftragseingängen und zum Arbeitsmarkt würden "von den erwarteten negativen Wirkungen auf den Aussenhandel deutlich überkompensiert".

Im Juni waren die ZEW-Konjunkturerwartungen bereits mit einem Rückgang von 7,9 Punkten etwas stärker gesunken als erwartet. Der Index der Lagebeurteilung war um 6,8 Punkte gefallen.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verschlechterten sich im Juli ebenfalls. Der entsprechende Indikator fiel um 6,1 Punkte gegenüber dem Vormonat auf minus 18,7. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verschlechterte sich um 3,7 auf 36,2 Zähler.

MANNHEIM/BERLIN (Dow Jones)

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Bildquelle: esfera / Shutterstock.com,ZEW

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