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09.06.2021 15:00:18

Schroders: Wie wirkt sich die Covid-19-Krise auf Metropolen aus?

Schroders: Wie wirkt sich die Covid-19-Krise auf Metropolen aus?

Mark Herlihy
Investment Writer

Die Pandemie hat zu vielen Veränderungen unserer Arbeits- und Lebensweise geführt. Viele Menschen arbeiteten während der Lockdowns von Zuhause aus. Zwangsläufig fragen sich mittlerweile viele, ob sie überhaupt noch in der Stadt leben müssen, in der ihr Arbeitsplatz ist. In den Medien wurde daraufhin viel über die Zukunft der Weltstädte spekuliert. Löst die Pandemie etwa eine Flucht aufs Land und zu den Küstenregionen aus, um in einem ruhigeren Umfeld mit weniger Stress von Zuhause aus zu arbeiten?

Mit Tom Walker, Fondsmanager des Fachbereichs Global Cities, diskutierten wir die Zukunft der Metropolen und die weltweiten Auswirkungen von Covid-19.

Steht der Niedergang der Metropolen bevor, wenn es zu einer Flucht aufs Land kommt?

Tom Walker: "Wenn alle die Stadt verlassen, gehen dabei erhebliche Vorteile verloren, die sich aus dem Zusammenleben ergeben: Zusammenarbeit und Informationsaustausch. Das hat es schon einmal gegeben. Das beste Beispiel ist möglicherweise Detroit. Als die Automobilbranche, der wichtigste Arbeitgeber der Region, stagnierte, zogen die Menschen weg und der Niedergang der Stadt war besiegelt.

Die Pandemie hat nicht dazu geführt, dass die Stadtbewohner abwandern. Die Medien konzentrierten sich auf Menschen, die aus der Stadt wegziehen, nicht aber auf junge Zuzügler. Die Daten zeigen uns, dass die Leute nur in die Vororte, anstatt sehr weit wegziehen. Viele Menschen wissen, dass es für sie aus beruflichen oder persönlichen Gründen unmöglich wäre, weit wegzuziehen."

Wie hat sich die Pandemie auf die Metropolen ausgewirkt?

Tom Walker: "Jede stadtbezogene Krise hat in der Vergangenheit stets zur Beschleunigung eines Trends geführt, der von Beginn an unvermeidlich war. Der Ausbau der Kanalisation sowie bessere sanitäre Einrichtungen im viktorianischen London sind beispielsweise auf die Cholera-Epidemien zurückzuführen. Der Grosse Brand von London führte zur Entwicklung feuerfester Bausteine. Covid-19 wird da keine Ausnahme bilden.

Die aktuelle Gesundheitskrise hat Trends wie das Homeoffice und die zunehmende Akzeptanz des E-Commerce beschleunigt, die bereits vor der Pandemie existierten. Eines ist dabei jedoch hervorzuheben: Die Pandemie hat und wird sich sehr unterschiedlich auf verschiedene Städte auswirken.

In Shanghai, Peking, Tokio oder Sydney wurde das Virus gut unter Kontrolle gehalten. In diesen Städten ist das Leben zur Normalität zurückgekehrt. Das Interesse am Homeoffice hat keineswegs dramatisch zugenommen. Die Situation in Paris, London und New York ist anders. Das Virus konnte hier weniger gut unter Kontrolle gebracht werden, und wesentlich mehr Arbeitnehmende werden weiterhin von Zuhause arbeiten wollen. Die Auswirkungen auf die Städte werden nicht einheitlich sein, denn jede Stadt, Kultur und Region hat unterschiedlich auf die Pandemie reagiert."

Welche Änderungen könnten uns bevorstehen?

Tom Walker: "Trends, die sich über Jahre, wenn nicht sogar über Jahrzehnte hinweg entwickelten, haben sich nun beschleunigt. Die rückläufige Nachfrage nach Büroräumen springt da sofort ins Auge. Dies wird sich, wie bereits erwähnt, eher in Europa und den USA abzeichnen als in Asien.

Inner- und ausserhalb der Städte wird der Bedarf an Logistikflächen steigen, um den Anforderungen des ständig wachsenden E-Commerce zu genügen. Es besteht zudem die Möglichkeit einer Verjüngung von Städten. Ältere Menschen mögen es bevorzugen, nicht so dicht aufeinander zu leben. Die Produktivität könnte in einer jüngeren Stadt enorm steigen. Junge Menschen sind meist dynamischer, aufgeschlossener und haben einen ausgeprägteren Unternehmergeist. Das Wirtschaftswachstum könnte davon stark profitieren."

Inwieweit wirkt sich das Homeoffice auf die Metropolen aus?

Tom Walker: "Das Homeoffice wird gang und gäbe sein, weshalb die Nachfrage nach Büroräumen zurückgeht. Diesen Trend wird man insbesondere in Europa und den USA in Städten wie London, Paris, New York und San Francisco feststellen. Überflüssige Büroräume könnten einer neuen Zweckbestimmung übergeben werden: Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser oder sogar Rechenzentren."

Wird sich das Arbeiten von Zuhause von Stadt zu Stadt unterscheiden?

Tom Walker: "Ohne Zweifel. Das Homeoffice wird sich in Asien weitaus weniger durchsetzen. Denn in Asien sind die Anfahrtszeiten zum Arbeitsplatz kürzer und man lebt in kleineren Wohnungen. Am stärksten davon betroffen sind Städte mit langen Pendelzeiten und einer mangelhaften Verkehrsinfrastruktur. In London, Paris und New York, wo die Arbeitswege lang sind, werden die Leute höchstwahrscheinlich öfter im Homeoffice arbeiten."

Und wie sieht es in London aus?

Tom Walker: "In London werden die Auswirkungen gross sein. So wie sich der E-Commerce in Grossbritannien durchgesetzt hat, wird es auch beim Homeoffice der Fall sein. Viele Londoner haben einen verhältnismässig langen Weg zum Arbeitsplatz, was das Homeoffice attraktiv macht. Zudem reichen die durchschnittlichen Breitbandgeschwindigkeiten für Videoanrufe, die eine hohe Konnektivität erfordern, aus."

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Bildquelle: Schroders

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