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03.12.2020 17:47:14

Schroders: Wie sich ein Produkt durch Nachhaltigkeit absetzen kann

Schroders: Wie sich ein Produkt durch Nachhaltigkeit absetzen kann

Mannat Chopra
Sustainability Support Analyst, European Equities.

Das wachsende Bewusstsein in Bezug auf ESG-Faktoren (Umwelt, Soziales und Governance) unter Kunden und Anlegern stellt für Unternehmen ein Dilemma dar: Wie sollten sie reagieren? Die Antwort auf diese Frage unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen. Das Ausmass und die Geschwindigkeit der Reaktion hängt davon ab, ob Unternehmen diese Entwicklung als Chance oder als Problem wahrnehmen.

Einige Unternehmen legen zunehmend Wert auf die nicht-finanzielle Berichterstattung und die Interaktion mit wichtigen Interessengruppen. Eine weitere interessante Entwicklung ist der Einsatz von Nachhaltigkeit zur Differenzierung von Produkten.

Was macht ein "nachhaltiges" Produkt aus?

Mit nachhaltigen Produkten meinen wir nicht nur Windturbinen, Elektrofahrzeuge und Solarmodule. Jedes Produkt kann Nachhaltigkeitsaspekte aufweisen, etwa indem das Produkt auf nachhaltige Weise hergestellt wird, oder durch die Nachhaltigkeitsvorteile, die das Endprodukt selbst bietet.

Der Grundgedanke ist, dass ein nachhaltiges Produkt mit positiven Auswirkungen auf die Umwelt eine Doppelfunktion erfüllt. Das Produkt erfüllt die erforderliche Funktion und trägt dazu bei, die Auswirkungen auf den Planeten zu reduzieren. Ein nicht nachhaltiges Produkt kann das nicht leisten. Somit bietet das nachhaltige Produkt einen Mehrwert.

Im Folgenden beschreiben wir einige Beispiele von nachhaltigen Produkten, die von verschiedenen europäischen Unternehmen angeboten werden.

Produkte für verantwortungsvolle Kunden

Für Konsumgüterunternehmen besteht ein weiterer Vorteil darin, dass einige ihrer Produkte zu einem verantwortungsvolleren Verhalten ihrer Kunden beitragen.

Der Lebensmittelkonzern Danone, Inhaber der Marken Actimel und Alpro, will den Umsatz seiner pflanzlichen Produktlinie bis 2025 verdreifachen. Kunden integrieren vegane Produkte in ihre Ernährung einerseits aus gesundheitlichen Gründen, andererseits, um die ökologischen Folgen der Milchwirtschaft zu reduzieren. Die CO2-Emissionen von Soja sind um das 2,5-Fache niedriger als die der Milchproduktion. Ausserdem benötigt Soja nur die Hälfte der Landfläche und nur ein Viertel an Wasser.

Essity hat eine "Mehr für weniger"-Produktlinie eingeführt, die bei gleicher Leistung des Produkts weniger Ressourcen verbraucht. Der Hygienepapierhersteller vermarktet seine Produkte zum gleichen Preis wie nicht nachhaltige Mitbewerber, hat aber niedrigere Faktorkosten.

Nachhaltigkeit bei B2B-Unternehmen

Nachhaltigkeit zur Produktdifferenzierung spielt bei B2B-Unternehmen (Business to Business) eine noch grössere Rolle. Die Produkte eines Unternehmens ermöglichen es einem anderen Unternehmen, nachhaltigere Produkte zu produzieren und nachhaltigere Methoden einzusetzen.

Ein gutes Beispiel ist Sika, ein Chemieunternehmen, das den Bau- und Automobilsektor bedient. Mit Sika ViscoCrete können Bauunternehmen den Wassergehalt von Zement um 40 % reduzieren. Sika Power ist ein Klebstoff, der beim Fahrzeugbau Schweissverfahren ersetzen kann. Das Produkt erleichtert Autoherstellern den Bau von Leicht- und Elektrofahrzeugen. Beide Produkte weisen erheblich niedrigere CO2-Emissionen auf.

Interessanterweise ist Sika eines der wenigen Unternehmen, dessen Produkte bereits nachhaltig sind. Anstatt seine Produkte also an die steigende Nachfrage nach Nachhaltigkeit anpassen zu müssen, kann das Unternehmen einfach mit mehr Nachdruck auf seine Nachhaltigkeitsvorteile pochen.

Bunzl ist ein Anbieter von Verbrauchsmaterialien, die nicht zum Weiterverkauf bestimmt sind, wie Einweggeschirr, Handschuhe und wiederverwendbare Einkaufstaschen. Seine Kunden sind Cateringunternehmen, Supermärkte und professionelle Reinigungsdienste. Rund 35 % seiner Produkte werden aus Plastik hergestellt. Nur 10 bis 15 % davon ist Einwegplastik. Da die Öffentlichkeit dem Einsatz von Einwegplastik inzwischen kritisch gegenübersteht, sehen sich die Kunden von Bunzl gezwungen, alternative Produkte zu finden.

Um sie in diesem Übergang zu unterstützen, hat Bunzl ein Ratingsystem für die Nachhaltigkeit seiner Produkte entwickelt. Das System basiert auf Faktoren wie Recyclingfähigkeit und hilft Kunden dabei, zu verstehen, wie nachhaltig aktuelle und künftige Produkte sind. Bunzl schliesst diesen Prozess ab, indem es seinen Kunden umweltfreundliche Lösungen anbietet, die aufgrund ihres Mehrwerts eine höhere Gewinnmarge bieten.

Ein weiteres B2B-Unternehmen ist AkzoNobel, ein Hersteller von Dekorationsfarben sowie industriellen Farben und Beschichtungen. Die umweltfreundliche Produktlinie des Unternehmens stellt 20 % des Umsatzes. Dem Unternehmen zufolge übertreffen die Nachhaltigkeitskriterien dieser Produkte (Toxizität, Energieverbrauch, Emissionen und Abfall) die der Mitbewerber. Aufgrund des Mehrwerts dieser Produkte für den Kunden werden diese Lösungen mit einer höheren Marge als die restliche Produktpalette von AkzoNobel verkauft.

Könnte nachhaltigen Produkten der Wettbewerbsvorteil verloren gehen?

Da Unternehmen das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit nutzen, um ihre Produkte zu differenzieren, lohnt es sich, innezuhalten und zu fragen, wie robust die damit assoziierte Preissetzungsmacht (die Fähigkeit, höhere Preise zu verlangen) ist. Da Nachhaltigkeit eine immer grössere Rolle spielt, ist es durchaus möglich, dass nachhaltige Produkte zum Standard werden und sich der Wettbewerbsvorteil dieser Unternehmen verflüchtigt.

Um herauszufinden, ob ein "grüner" Wettbewerbsvorteil von Dauer ist, muss genau geprüft werden, wie differenziert ein Unternehmen und sein Angebot ist und ob es einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern auf lange Sicht verteidigen kann.

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Bildquelle: Schroders

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