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29.12.2020 16:12:20

Schroders: Ausblick für 2021: Globale Anleihen

Schroders: Ausblick für 2021: Globale Anleihen

James Molony
Redakteur

Nach einem aussergewöhnlichen Jahr sieht es danach aus, dass wir 2021 zur Normalität zurückkehren könnten, sollten die Impfstoffe gegen Covid-19 tatsächlich kommen.

Das wären gute Nachrichten für Unternehmensanleihen. Die anhaltende geldpolitische Unterstützung, die Suche nach Erträgen und vereinzelte attraktive Bewertungen sorgen für einen insgesamt positiven Ausblick.

Nicht nur steht die Zulassung und Verteilung von Impfstoffen bevor, auch das Wahlergebnis in den USA hat für ein Ende der Ungewissheit gesorgt und lässt auf ein Konjunkturpaket hoffen - wenngleich Ausmass und Zeitpunkt bislang noch unbekannt sind. Diese Faktoren geben Grund zu der Hoffnung, dass uns ein wesentlich besseres Jahr bevorsteht. Alle Fragen sind jedoch noch nicht aus dem Weg geräumt, und wir erwarten, dass die Zentralbanken ihre grosszügige Unterstützung nicht entziehen werden.

Die Unternehmensschulden haben zum Jahresende ein Rekordniveau erreicht. Unternehmen haben 2020 enorme Summen an den Anleihemärkten aufgenommen, um sich für die Krise zu wappnen. Die Anzeichen deuten darauf, dass die Verschuldung ihren Höhepunkt erreicht hat und dass sich die Barmittelbestände der Unternehmen und ihre Bilanzen erholen.

Einige Unternehmen werden sich jedoch übernommen haben. Anleiheinvestoren müssen 2021 daher differenziert vorgehen.

Die Suche nach Erträgen wird voraussichtlich weiterhin ein Thema bleiben, da ein grosser Anteil der globalen Anleihen eine Nullrendite oder sogar negative Renditen aufweist. Die Renditen der Unternehmensanleihen haben seit März deutlich nachgegeben (Renditen und Kurse entwickeln sich im Gegensatz zueinander) und in einigen Fällen die negative Entwicklung während der Krise wettgemacht.

Es gibt jedoch überall am Markt vereinzeltes Wertpotenzial und Gelegenheiten bei der Titelauswahl aufgrund einer Differenzierung bei Unternehmens- und Sektorbewertungen. Die Sektoren, die von Covid-19 am meisten betroffen sind, haben Spielraum für eine weitere Erholung. Hochzins- und Schwellenländeranleihen machen insgesamt einen attraktiven Eindruck, erfordern aber einen vorsichtigen Ansatz.

Die geldpolitische Unterstützung hält an

Auch wenn Impfstoffe und wirtschaftliche Stimulusmassnahmen in den USA für einen positiven Ausblick für 2021 sorgen, bleibt die Ungewissheit weiterhin hoch. Viele Länder haben immer noch Lockdown-Massnahmen verhängt, die Erholung ist fragil, die Arbeitslosenquote liegt deutlich über dem Niveau vor der Krise und die Inflation ist niedrig. Deshalb wird damit gerechnet, dass die Zentralbanken ihre geldpolitische Unterstützung nicht entziehen werden.

Es wird erwartet, dass die US-Notenbank Fed ihre Bilanz 2021 ausweiten wird, hauptsächlich durch den Kauf von US-Treasuries und anderen Wertpapieren in Höhe von 2 Bio. US-Dollar. Diese Zahl ist niedriger als im Jahr 2020, liegt aber mehr als doppelt so hoch wie in jedem vorhergehenden Jahr.

Es wird damit gerechnet, dass die allmähliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Normalisierung im Jahresverlauf zu moderat höheren Renditen der Staatsanleihen führen wird. Geldpolitische Massnahmen sollten jedoch eine Grenze nach oben setzen. Für Unternehmensanleihen ist dies generell günstig.

Julien Houdain, Global Credit Portfolio Manager, kommentiert: "Die derzeit noch fragile Erholung bedeutet, dass die Zentralbanken an ihren geldpolitischen Unterstützungsmassnahmen festhalten müssen, was für Unternehmensanleihen förderlich sein dürfte. Eines der grössten vorhersagbaren Risiken ist, dass die geldpolitischen Massnahmen zurückgefahren oder zu früh entzogen werden."

Auf der Suche nach Erträgen

Die Zinsen und Renditen wurden 2020 auf noch niedrigere Niveaus gedrückt. Vielen Anlegern boten die üblichen ertragsgenerierenden Optionen - Sparkonto, Geldmarktfonds oder Staatsanleihen - geringe, gar keine oder sogar negative Renditen (d. h. ein garantierter Kapitalverlust, wenn die Anleihen bis zur Fälligkeit gehalten werden).

Da Ertragschancen weiterhin dünn gesät sind, dürfte die Nachfrage nach Unternehmensanleihen weiter hoch sein. Die Zuflüsse in Unternehmensanleihen mit Investment Grade sind seit März sehr konstant. Die Renditen gaben nach, als sich der Markt erholte, und fielen zum Teil auf niedrige Niveaus. Unternehmensanleihen bieten aber weiterhin eine Einnahmequelle, insbesondere vor dem Hintergrund der weltweit niedrigen Zinsen.

Rick Rezek, Global Credit Portfolio Manager bei Schroders, erklärt: "Wir glauben, dass die Suche nach Renditen die Anleger weiter entlang des Risikospektrums treiben wird, wie schon in früheren Jahren der Fall. Für Unternehmensanleihen mit Investment Grade wäre das günstig.

Während die Renditen in bestimmten Bereichen des globalen Unternehmensanleihemarkts recht niedrig sind, was insbesondere für Europa gilt, bieten andere Segmente, wie der US-Dollar, selbst unter Berücksichtigung der Inflation höhere Renditen. Die Positionierung auf Sektor-, regionaler und Unternehmensebene wird für die Renditen im Jahr 2021 entscheidend sein."

Vereinzelte Wertchancen bei einem sich normalisierenden Wachstum

Auch wenn sich Unternehmensanleihen seit März deutlich erholt haben, lässt sich vereinzelt immer noch Wertpotenzial ausmachen. Manche Sektoren waren von den Lockdowns stärker betroffen als andere und blieben bei der Rallye zurück. Diese Sektoren könnten sich besonders gut entwickeln, insbesondere, wenn die Impfstoffe schnell verteilt werden.

Martha Metcalf, Leiterin US Credit Strategies, kommentiert: "Hochzinsanleihen haben beim aktuellen Bewertungsniveau das Potenzial, 2021 gute Renditen zu erwirtschaften. Die Streuung bei den Bewertungen bedeutet, dass Renditen über die Titelauswahl eingefahren werden können. Wenn die Entwicklung von Impfstoffen eine Normalisierung des Wachstums und der Unternehmensumsätze ermöglicht, wäre das ein ausschlaggebender Faktor. Ein selektives Vorgehen unter besonderer Berücksichtigung der Unternehmensanalysen wird jedoch sehr wichtig sein. In der Zwischenzeit haben viele Emittenten ihre Liquidität aufgestockt und sind gut positioniert, um diese schwierige Zeit zu überstehen."

Angus Hui, Leiter Asian and EM Credit, identifiziert eine ähnliche Dynamik in Asien: "Die Gewinne asiatischer Unternehmen haben sich nach dem Tiefpunkt der ersten Jahreshälfte wieder etwas erholt. Allerdings entwickeln sich Unternehmensanleihen mit Investment Grade in der Regel besser als Hochzinsanleihen. Die Titelauswahl ist ausschlaggebend."

Solide Grundlage für eine Verbesserung der Fundamentaldaten der Unternehmen

Die Unternehmensverschuldung auf Rekordniveau halten einige Anleger für bedenklich. Der Anstieg ergab sich grösstenteils durch den Schweregrad der Krise und ihr willkürliches Wesen. Unternehmen mussten sicherstellen, dass sie über genügend Liquidität verfügen - also genug Bargeld, um kurzfristige Kosten und Verbindlichkeiten zu decken. Geldpolitische Unterstützungsmassnahmen haben dieses Problem teilweise behoben. Weitere Insolvenzen stehen jedoch möglicherweise bevor. Das hohe Emissionsvolumen wurde von den Anlegern ohne Weiteres absorbiert.

Wir glauben, dass dies für ein selektives Vorgehen im Jahr 2021 spricht. Das Niveau der bilanziellen Überschuldung hat sich inzwischen stabilisiert, und die meisten Unternehmen können ihre Zinszahlungen decken. Viele Unternehmen haben ein Geldpolster angelegt und die Dividenden gekürzt, und wir beobachten, dass Unternehmen die Verschuldung in ihren Bilanzen reduzieren. Einige Unternehmen werden nach der Krise relativ gut aufgestellt sein, während sich andere übernommen haben.

"Die Unternehmensumsätze haben 2020 nachgegeben. Es gab aber auch ermutigende Beispiele von Umsätzen, die während der Krise stabil blieben oder sich schnell wieder erholten", so Rick Rezek.

Angus Hui kommentiert: "2021 werden sich Anleihen von Unternehmen, die ihre Schulden abtragen und nachhaltige Strategien verfolgen, voraussichtlich überdurchschnittlich entwickeln."

Schwerpunkt Titelauswahl

Mit der Verteilung der Impfstoffe gegen Covid-19 könnte 2021 für die Weltwirtschaft ein wesentlich besseres Jahr werden, und die Aktivität könnte auf normalere Niveaus zurückkehren. Diese und andere Faktoren sollten für Unternehmensanleihen und Finanzmärkte allgemein günstige Bedingungen schaffen.

Die Anleihemärkte haben durchweg gute Chancen, die starke Rallye seit März fortzusetzen, und vereinzelt lässt sich durchaus Wertpotenzial identifizieren. Sektoren, die vom Virus betroffen waren, könnten sich erholen. Wachstumssektoren würden von einer Verbreitung der Impfstoffe profitieren. Viele Fragen haben jedoch noch keine Antworten, und zeitweise Rückschläge sind wahrscheinlich.

"Allmählich sollten wir uns ein besseres Bild davon machen können, welche Unternehmen die Krise gut überstehen werden. Manche werden von den durch Covid-19 bedingten Veränderungen profitieren, während andere Schwierigkeiten haben werden", so Martha Metcalf. "Angesichts der Verschuldung auf Rekordniveau ist ein selektiver und differenzierter Ansatz ausschlaggebend."

Julien Houdain ergänzt: "Auf diesem Markt ist die Titelauswahl wichtig. Bereiche, die vom Virus betroffen sind, haben Spielraum für eine Erholung. Bei Hochzins- und Schwellenländeranleihen identifizieren wir Wertpotenzial, und wir sind weiterhin positiv eingestellt, was längerfristige Themen wie Immobilien, Technologie und Nachhaltigkeit betrifft."

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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Bildquelle: Schroders,Schroders

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