Experten-Kolumne 28.03.2018 08:17:26

Mischfonds: Der Manager hat’s in der Hand

Kolumne

Mischfonds sind aber nicht gleich Mischfonds. Der Investor tut gut daran, sich anhand des Verkaufsprospektes genau über die Flexibilität bei der Gewichtung der Anlageklassen zu informieren. Denn letztlich gibt so viele unterschiedliche Strategien wie es Manager gibt, und jede Strategie weist ihre Eigenheiten auf. Hier liegt auch ein Grund, warum sich Mischfonds nicht an einer Benchmark messen lassen. Für die Auswahl eines Managers ist dessen Flexibilität bezüglich Bandbreiten der Anlageklassen wichtig. Insbesondere die Möglichkeit der Gewichtung risikoreicheren Anlageklassen, wie Aktien, sollte so gross wie möglich sein.

Ein Mischfonds ist wie eine Vermögensverwaltung in einem Fonds¬mantel: flexibel, breit diversifiziert und mit einem Absolut-Return-Charakter. Flexibilität allein reicht indes nicht aus. Der Mischfonds-Manager muss je nach Marktsituation diese Flexibilität im Sinne der Investoren aktiv nutzen und umsetzen. Wie in der Theorie mehrfach beschrieben, entscheidet letztlich die strategische Asset Allokation, also die Gewichtung dieser einzelnen Anlageklassen, über Sieg oder Niederlage. Der gewiefte Manager kombiniert die Risiko-Rendite-Profile jeder Anlageklasse miteinander, um die höchstmögliche Rendite bei kleinstem Risiko für die Gesamtstrategie zu erzielen. Der grösste Vorteil bei einem Investment in Mischfonds liegt darin, dass die Wahl der Strategie an Profis delegiert wird. Sobald sich Märkte in der vermeintlich letzten Phase ihres Zyklus befinden, ist ein aktives Umschichten entscheidend. Aufgabe des Managers ist es, eben diese Wendepunkte der einzelnen Trends zu definieren und entsprechend zu handeln.

Derzeit befinden wir uns in einem Marktumfeld, in dem viele Investoren glauben, dass die Bäume nicht endlos in den Himmel wachsen. Die Aktienmärkte kennen seit März 2009 nur eine Richtung, die Renditen an den Obligationenmärkten bewegen sich seit 30 Jahren nur nach unten und auf der Währungsseite scheint der Euro gegenüber dem Schweizer Franken seinen ehemals fallenden Trend seit 2007 zu ändern. Dies sind ein paar wenige Themenfelder, in denen ein Manager aktiv sein muss. Denn genau hier zeigen sich die Stärken von Mischfonds: Gewinne am Ende solcher Trends zu realisieren und in Anlageklassen zu investieren, die am Anfang neuer Trends stehen. So gesehen ist ein Mischfonds-Manager vergleichbar mit dem Coach im Fussball: Ein Stratege, der weiss, wann er sein Team offensiv oder eben eher defensiv positioniert. Jede Spielerposition besetzt er mit dem geeignetsten Spezialisten. All dies macht Mischfonds für Anleger so interessant. Sie stellen oft das Fundament eines diversifizierten Portfolios dar, nicht selten wird ein Depot ausschliesslich aus Mischfonds zusammengesetzt. Diese Anlageform ist besonders für Langfristinvestoren von grossem Interesse und eignet sich mittels Sparplan ideal für die Altersvorsorge.

Kay Fischer, CIO, Senior Partner, Helvetic Trust AG, Zürich

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schliesst jegliche Regressansprüche aus.

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