Comparis-Studie 06.02.2020 07:09:37

Wer in der Schweiz günstig wohnen will, muss Grossstädte meiden

Wer in der Schweiz günstig wohnen will, muss Grossstädte meiden

Diese liegen aber meist abseits der grossen Zentren, wie eine Studie des Vergleichsdienstes Comparis zeigt.

Wer in der Schweiz eine günstige Wohnung sucht, sollte einen weiten Bogen um die Grossstädte machen, schreibt Comparis in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Tiefer liegen die Mieten in Städten wie Olten oder Frauenfeld, am tiefsten in La-Chaux-de-Fonds.

Comparis analysierte das Angebotsmietpreisniveau nach Zimmeranzahl (1 bis 6,5 Zimmer) in über 30 Schweizer Städten inklusive Agglomerations-Gemeinden ab 20'000 Einwohnern sowie in ausgewählten Gemeinden mit weniger als 20'000 Einwohnern.

Auch auf der politischen Bühne sind die Mieten ein Thema: Am kommenden Wochenende stimmt die Schweiz über die nationale Initiative für "Mehr bezahlbare Wohnungen" ab. Diese hat zum Ziel, dass mindestens 10 Prozent der neuen Wohnungen von Wohnbaugenossenschaften erstellt werden.

Tiefe Mieten in La-Chaux-de-Fonds

Die Uhrenstadt La-Chaux-de-Fonds erscheint auf den ersten Blick als eigentliches Mieter-Paradies. Eine 3,5-Zimmer-Wohnung ist dort mit einem Mittelwert von 1'180 Franken (Median) nur halb so teuer wie in den Städten Zürich und Zug, wo die Mieten jeweils rund 2'500 Franken betragen

Bei 4,5-Zimmer-Wohnungen zeigt sich in etwa das gleiche Bild. Günstigen Wohnraum gibt es in Randzonen wie dem Wallis, im Tessin und in der Ostschweiz, wo eine Familienwohnung für 1'650 bis rund 1'800 Franken zu haben ist. La Chaux-de-Fonds ist auch bei dieser Wohnungsgrösse mit rund 1'500 Franken am günstigsten. Mehr als doppelt so teuer sind wiederum Zürich und Zug.

Die 1,5-Zimmer-Wohnungen kosten in peripheren Orten weniger als 800 Franken und 5,5-Zimmer-Wohnungen weniger als 2'000 Franken. Dagegen muss in Genf für eine 3,5-Zimmer-Wohnung 2'200 Franken Monatsmiete auf den Tisch geblättert werden.

In La Chaux-de-Fonds sind aber nicht nur die Wohnungen günstig. Auch das Einkommensniveau ist deutlich geringer als in den Grossstädten. Günstiger wohnen bedeutet damit nicht automatisch mehr Geld im Portemonnaie zu haben. So fallen im Kanton Neuenburg auch die schweizweit sehr hohen Steuersätze negativ ins Gewicht.

Günstig wohnen und eine halbe Stunde pendeln

Wohnungssuchende können relativ günstigen Wohnraum auch in Städten in Pendlerdistanz zu Schweizer Grossstädten finden. Zürich ist von Olten, Frauenfeld und Aarau mit dem ÖV in 30 bis 40 Minuten erreichbar. Die Mietpreise von 3,5-Zimmer-Wohnungen betragen dort 1'540, 1'590 und 1'670 Franken (Median). Rund eine Stunde mit dem ÖV von Zürich liegen Solothurn und Schaffhausen. Hier belaufen sich die Median-Mieten um die 1'500 Franken.

Innerkantonal sind die Preisdifferenzen im Vergleich zur Stadt Zürich zwar geringer, aber immer noch ansehnlich: Die Mietpreise in den Städten Wetzikon, Winterthur, Wädenswil, Uster, Dübendorf, Dietikon und Horgen liegen zwischen 1'840 und 2'100 Franken.

Ähnlich sieht es auch in der Westschweiz aus. In Lausanne sind die Mieten deutlich höher als in Freiburg, Bulle oder Yverdon-les-Bains, die verkehrstechnisch rund eine halbe Stunde von Lausanne entfernt sind. In der Genferseeregion gibt es wenig Sparpotential. Die Medianmieten für eine 3,5-Zimmer-Wohnung liegen zwischen Montreux (1'930 Franken) und Nyon (2'385 Franken). 2- bis 3,5-Zimmer-Wohnungen sind in Nyon gleich teuer oder sogar teurer als in Genf. Kleine (1- bis 1,5-Zimmer) und grössere Wohnungen (ab 4 Zimmern) sind indes in der Calvinstadt teurer als in Nyon.

pre/mk

Zürich (awp)

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