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17.03.2020 18:48:35

Auch Hotelplan und DER Touristik setzen Reiseprogramm aus

(Aktualisiert um Ausweitung der Massnahmen bei Tui Suisse bis 19. April)

Zürich (awp) - Nun zieht auch der Reiseveranstalter Hotelplan die Reissleine. Die Migros-Tochter streicht wegen der Coronavirus-Krise alle Pauschalreisen bis 19. April. Auch Buchungen für Ferienwohnungen werden annulliert.

Alle bereits gebuchten Reisen sowie Ferienwohnungen oder Ferienhäuser von Interhome und Interchalet könnten bis zum genannten Datum kostenlos annulliert oder umgebucht werden, teilte Hotelplan am Dienstag mit. Neubuchungen nimmt Hotelplan erst wieder für Ferien ab dem 20. April entgegen.

Für Einzelleistungen gälten die Annullations- und Umbuchungsbedingungen der Anbieter wie Fluggesellschaften oder Hotels. So seien zudem Beispiel für Nur-Flüge die Bedingungen der Airlines relevant.

Reisesperren und gestrichene Flüge

Wegen des Coronavirus und Reisebeschränkungen, die verschiedene Regierungen erlassen haben, sind bereits zahlreiche Flüge gestrichen worden. Dutzende Länder haben Einreisesperren auch für Personen aus der Schweiz verhängt.

Auch DER Touristik Suisse mit der Marke Kuoni setzt die Reisen bis einschliesslich 27. März aus. Den selben Schritt hat Konkurrentin TUI Suisse wie ihr Mutterkonzern am Montagabend getan. Mittlerweile hat Tui Suisse die Massnahmen bis am 19. April verlängert.

DER Touristik Suisse nehme auch keine Neubuchungen mit Abreisen bis und mit 3. April mehr entgegen, sagte Sprecher Markus Flick. Die Kuoni-Reisebüros seien per Mail und Telefon erreichbar, auch wenn sie geschlossen seien. Die Zahl der betroffenen Passagiere könne man noch nicht beziffern. Dazu sei die Situation zu sehr in Bewegung.

Gestrandete Touristen zurückholen

Die Toppriorität gelte Reisenden, die im Ausland stecken geblieben seien, sagte Flick. Man arbeite mit Hochdruck daran, diese zu unterstützen und ihre Rückreise zu organisieren. Um wie viele Menschen es dabei gehe, könne er nicht beziffern, sagte der DER Touristik-Sprecher.

Bei TUI Suisse hiess es, man setze derzeit alle Hebel in Bewegung, um Gäste wieder zuverlässig nach Hause zu bringen. Die deutsche Regierung hat eine beispiellose Rückholaktion für tausende Deutsche gestartet, die wegen der Corona-Krise im Ausland gestrandet sind. Aussenminister Heiko Maas rechnet mit 30 bis 40 Rückholflügen.

Auch die deutsche FTI-Gruppe hat alle Reisen bis Ende März abgesagt. Damit wolle man die Bemühungen zur Eindämmung des Coronavirus unterstützen, erklärte die auch in der Schweiz tätige Gruppe, die mit 12'000 Mitarbeitern einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro macht.

Klarheit gefordert

Hotelplan hielt zunächst am Aufrechterhalten des Reiseprogramms fest, auch nachdem am Montagabend der Bundesrat wegen des Coronavirus den Notstand erklärt hatte.

Reisen mit Hotelplan Suisse seien trotzdem bis auf weiteres möglich, teilte das Unternehmen danach mit. Der Bundesrat habe den Bürgern lediglich empfohlen, aufs Reisen zu verzichten. Ein Verbot sei nicht ausgesprochen worden. Hotelplan forderte Klarheit vom Bundesrat in Bezug auf Reisen ins Ausland und wieder zurück.

Bereits am nächsten Tag hat Hotelplan nun doch noch die Notbremse gezogen. Die Entscheidung sei basierend auf den sich stündlich ändernden Rahmenbedingungen gefallen, hiess es in der Mitteilung.

"Wir haben die aus unserer Sicht kundenfreundlichste Position eingenommen und uns entschieden, Auseinandersetzungen für Kompensationen mit unseren Leistungsträgern und nicht mit unseren Kunden zu führen", sagte Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann in der Mitteilung. Dies obschon bis jetzt noch keine Direktive existiere, um in der unübersichtlichen Situation für die Kunden Klarheit zu schaffen.

Mehrere tausend Passagiere betroffen.

Wie viele Passagiere von dem Stopp betroffen seien, wollte Hotelplan-Sprecherin Bianca Gähweiler nicht beziffern: "Wir geben keine Zahlen bekannt, weil sich diese stündlich ändern." Auf jeden Fall seien es mehrere tausend Kunden. Auch bei den gestrandeten Passagieren nenne man keine genaue Gesamtzahl.

Die Vollbremsung hat Folgen für die Angestellten der Migros-Tochter: "Wir prüfen Kurzarbeit für Teile der drei Divisionen Hotelplan Suisse, Interhome und BTA First Travel. Davon sind hunderte Angestellte betroffen", sagte Gähweiler.

tt/jb/tv