Wie wähle ich den richtigen ETF?

Gastautor: Nima Pouyan

Vor der definitiven Entscheidung sollten sich Anleger nicht nur überlegen, wo sie investieren, sondern auch, was sie mit ihren Investitionen erreichen möchten. Denn immer wieder taucht die Frage auf: Wie wähle ich den richtigen ETF?

Wer zum Beispiel in grosse US-Unternehmen investieren möchte, sollte sich fragen, ob es reicht, die Rendite des Referenzindex zu erhalten. Oder ob man bereit ist, ein höheres Risiko einzugehen, um die Wertentwicklung des Marktes zu übertreffen. Anschliessend werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Anlageprodukte abgewogen, um die Lösung zu finden, mit der das Ziel - nach Abzug der Kosten - am effektivsten erreicht wird.

Im Vergleich zu anderen Anlageprodukten bieten ETF mehrere potenziell attraktive Eigenschaften. Beispielsweise volle Transparenz, zumeist niedrige Kosten und die Möglichkeit, sie zu Handelszeiten jederzeit handeln zu können. Bei Exchange Traded Funds, die Indizes wie den S&P 500, MSCI- oder STOXX-Indizes abbilden, spielt die Replikationsart eine wichtige Rolle. Bei der physischen Replikation kauft und hält der ETF entweder alle oder eine Auswahl der Wertpapiere im Index. Wenn sich der Index ändert, wird die Zusammensetzung des ETF entsprechend angepasst.

Ein ETF kann einen Index auch synthetisch replizieren werden. In diesem Fall werden Swap-Vereinbarungen mit einer Gegenpartei (in der Regel eine Grossbank) eingegangen, um die Wertentwicklung des Index im Gegenzug für die Wertentwicklung eines anderen Wertpapierkorbs zu erhalten. Diese Methode soll eine präzise, kostengünstige Indexnachbildung ermöglichen, ist aber mit einem Kontrahentenrisiko verbunden. Allerdings sorgen diese ETF durch strenge Beschränkungen und Verfahren gewöhnlich dafür, dass die Auswirkungen im Falle eines Zahlungsausfalls der Gegenpartei begrenzt sind. Bei den physischen ETF entsteht ebenfalls mit der Wertpapierleihe ein Kontrahentenrisiko, was allerdings durch Sicherheiten ähnlich wie bei den synthetischen ETF abgesichert wird.

Ein weiterer Aspekt, den Investoren vor einer Anlageentscheidung bedenken sollten, ist die steuerliche Behandlung ihrer Anlage einschliesslich der Auswirkungen der gewählten Replikationsmethode. So unterliegen Swaps auf US-Aktienindizes mit einem tiefen und liquiden Terminmarkt keiner Quellensteuer. Daher kann ein ETF, der Swaps verwendet, um den S&P 500 oder MSCI USA nachzubilden, die Bruttodividenden vollständig vereinnahmen. Obwohl die individuelle Besteuerung ebenfalls zu beachten ist, stellt dies einen klaren Vorteil gegenüber einem ansonsten vergleichbaren physisch replizierenden ETF dar.

Eines der wachstumsstärksten Segmente des ETF-Marktes ist das verantwortungsvolle Investieren. ETF, die ESG-Faktoren (Environmental, Social and Governance - Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) berücksichtigen, können eine gute Wahl sein, wenn Investoren ihre Anlagen stärker an ihren persönlichen Grundsätzen ausrichten wollen. In jedem Fall sollten Anleger bedenken, dass die erste Frage, die man vor einer Anlageentscheidung beantworten muss, stets die nach dem gewünschten Ergebnis sein sollte.

Der europäische ETF-Markt ist stark gewachsen, und zwar bezüglich verwalteter Vermögen wie Lösungsvielfalt. Was auch immer das Ziel einer Anlage ist: Mit hoher Wahrscheinlichkeit gibt es einen ETF, mit dem es erreicht werden kann.

*Nima Pouyan, Head of Switzerland & Liechtenstein ETF bei Invesco

Weiterführende Infos: https://www.six-group.com/exchanges/funds/events/etf_knowhow_de.html


Bildquelle: Nima Pouyan

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