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Boom 16.08.2026 14:22:00

Schweizer ETF-Markt bricht Rekorde: Volumen und Listings erreichen historische Höchststände

Schweizer ETF-Markt bricht Rekorde: Volumen und Listings erreichen historische Höchststände

Der Schweizer ETF-Markt verzeichnet ein historisches Wachstum. Angetrieben durch eine markante Zunahme der Transaktionen und zahlreiche Neulistungen per Ende des vierten Quartals 2025 kletterte die Gesamtzahl der an der Schweizer Börse gehandelten Indexfonds auf den neuen Rekordwert von 2'099 Produkten.

• Schweizer ETF-Markt erreichte mit 2'099 börsennotierten Produkten einen neuen historischen Höchststand
• Rekordquartal mit 892'832 Transaktionen generierte einen Handelsumsatz von 28,01 Milliarden Schweizer Franken
• Nachfrage nach Rohstoff-ETFs stieg drastisch an und trieb den Marktanteil des Segments auf über 23 Prozent

Historischer Meilenstein an der Schweizer Börse

Der Schweizer ETF-Markt hat im vierten Quartal 2025 ein historisches Wachstum verzeichnet und neue Höchstwerte erreicht. Wie die Schweizer Börse SIX Swiss Exchange (SIX) in ihrem Marktbericht publiziert hat, stieg die Gesamtzahl der gelisteten Exchange Traded Funds (ETFs) per 30. Dezember 2025 auf den neuen Rekordstand von 2'099 Einheiten. Nachdem die wichtige Marke von 2'000 Produkten bereits im zweiten Quartal des Jahres erstmalig überschritten worden war, setzte sich der Wachstumstrend durch insgesamt 64 Neulistungen im Schlussquartal des Jahres fort. Die neu aufgenommenen Produkte konzentrierten sich mehrheitlich auf globale Aktienkonzepte sowie Anleihen-ETFs mit Fokus auf den US-amerikanischen Kapitalmarkt. Die steigende Attraktivität des Handelsplatzes zeigt sich auch in der Anzahl der Anbieter, die mit den Neueintritten von Columbia Threadneedle und Schroders auf insgesamt 35 Emittenten anwuchs.

Umsatzsprung und dominierende Anlageklassen

Im gesamten vierten Quartal generierten die Marktteilnehmer in 892'832 Transaktionen einen Gesamtumsatz von 28,01 Milliarden Schweizer Franken. Damit übertraf die Handelsaktivität das Vorjahresniveau deutlich. Den grössten Anteil am Handelsvolumen hielten weiterhin Aktien-ETFs, die trotz eines leichten Rückgangs der Nachfrage nach spezifischen Stilen und Themen einen dominanten Marktanteil von 64,16 Prozent beanspruchten. Ein massives Wachstum verzeichneten hingegen die Edelmetall- und Rohstofffonds, deren Umsatz im Quartalsvergleich um 89,19 Prozent anstieg, wodurch sich ihr Anteil am Gesamtmarkt auf 23,39 Prozent erhöhte. Anleihen-ETFs folgten an dritter Stelle mit einem Marktanteil von 12,04 Prozent, was einem Umsatzplus von 29,86 Prozent entspricht. Die durchschnittliche Ticketgrösse pro Transaktion belief sich über das gesamte Jahr betrachtet auf 36'865 Schweizer Franken, wobei Abschlüsse mit einem Volumen von über einer Million Schweizer Franken das prozentual stärkste Wachstum aufwiesen.

Emittenten im Wettbewerb und gefragte Produkte

Die Rangliste der führenden Produktanbieter im Schweizer Markt wurde im Bericht der Börsenbetreiberin SIX im Detail ausgewiesen. Der Marktführer iShares, eine Tochtergesellschaft von BlackRock, verteidigte ihre Spitzenposition und erzielte mit ihren 390 Produkten einen Handelsumsatz von 9,35 Milliarden Schweizer Franken, was einem Marktanteil von 33,38 Prozent entspricht. Auf dem zweiten Platz folgte die Fondsleitung der UBS-ETF mit einem Umsatz von 7,61 Milliarden Schweizer Franken und einem Marktanteil von 27,17 Prozent. Den drittgrössten Anteil sicherte sich die Zürcher Kantonalbank mit ihren ZKB ETFs, die ihren Marktanteil vor allem aufgrund des intensiven Handels mit den Produkten Swisscanto Gold ETF und Swisscanto Silver ETF signifikant auf 15,96 Prozent ausbauen konnte. Diese beiden physisch hinterlegten Edelmetallfonds bildeten im Berichtsquartal auch die nach Umsatz am stärksten gehandelten Einzelprodukte des gesamten Schweizer ETF-Marktes.

Kosteneffizienz und Wandel in der privaten Vermögensbildung

Hinter dem anhaltenden Wachstum des Marktes stehen wesentliche strukturelle Faktoren und ein verändertes Anlageverhalten der Investoren. Wie die unabhängige Finanzplattform SmartPurse in Kooperation mit dem Nachrichtenportal watson in einem Interview mit dem Vermögensverwalter BlackRock erörtert hat, wandelt sich die Wahrnehmung der Anlageform in der Schweiz fundamental. Anleger nutzen Indexfonds demnach immer seltener für kurzfristiges, taktisches Handeln mit spekulativer Renditeerwartung, sondern vermehrt als Kernbausteine für den langfristigen Vermögensaufbau. Die Basis für diesen Wandel bilden die vier Grundversprechen der Anlageklasse: Transparenz, hohe Liquidität, breite Diversifikation und eine ausgeprägte Kosteneffizienz. Insbesondere die niedrige Gesamtkostenquote im Vergleich zu traditionellen, aktiv verwalteten Fonds erweist sich als zentraler Treiber, da Privatanleger zunehmend auf die Belastung ihrer Rendite durch Verwaltungsgebühren achten. Zudem erweitert sich die Investorenbasis kontinuierlich, weil digitale Plattformen und automatisierte ETF-Sparpläne den Zugang für eine breitere Bevölkerungsschicht ohne klassischen Bezug zur Finanzindustrie erleichtern und somit die finanzielle Bildung im Bereich der Eigenvorsorge stärken.

Jonas Vogt, Redaktion finanzen.ch

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