Charles Schwab Aktie 968789 / US8085131055
| Kurse + Charts + Realtime | News + Analysen | Fundamental | Unternehmen | zugeh. Wertpapiere | Aktion | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Kurs + Chart | Chart (gross) | News + Adhoc | Bilanz/GuV | Termine | Strukturierte Produkte | Portfolio |
| Times + Sales | Chartvergleich | Analysen | Schätzungen | Profil | Trading-Depot | Watchlist |
| Börsenplätze | Realtime Push | Kursziele | Dividende/GV | |||
| Orderbuch | Analysen | |||||
| Historisch | ||||||
| Steueroptimierung |
06.05.2026 23:47:00
|
Neuer ETF-Konkurrent? Warum Direct Indexing nicht für jeden taugt
Direct Indexing wird in den USA als Konkurrenz für klassische Index-ETFs gehandelt und wächst dort zweistellig. Wer den Mechanismus dahinter und den Schweizer Steuerrahmen nüchtern betrachtet, sieht jedoch, warum die angebliche ETF-Konkurrenz für hiesige Anleger relativiert werden muss.
• Der US-Direct-Indexing-Markt hat ein Volumen im Billionenbereich erreicht
• Der US-ETF-Markt ist weiterhin um ein Vielfaches grösser
Was Direct Indexing ist und warum es in den USA wächst
Direct Indexing bezeichnet den direkten Kauf der Einzeltitel eines Index über ein separat verwaltetes Konto, statt den Index über einen ETF oder einen klassischen Indexfonds abzubilden. Das zentrale Verkaufsargument der Anbieter liegt in der Steueroptimierung auf Einzeltitelebene: Verluste lassen sich gezielt realisieren, während die Gesamtindexstruktur weitgehend nachgebildet wird. Hinzu kommen Personalisierungen wie Sektor- oder Einzelwertausschlüsse und Faktor-Tilts, die im klassischen Fondsmantel kaum möglich sind.
Wie Auswertungen von Marktforschungsanbietern zeigen, summieren sich die Vermögen in Direct-Indexing-Strategien in den USA auf ein Volumen im Billionenbereich und sind zuletzt deutlich gewachsen. Demgegenüber ist der US-ETF-Markt weiterhin um ein Vielfaches grösser, was die dominante Rolle börsengehandelter Indexfonds unterstreicht. Bei den Konditionen liegen Direct-Indexing-Mandate in den USA branchentypisch bei Mindestanlagesummen im sechsstelligen US-Dollar-Bereich, während die Verwaltungsgebühren spürbar über denen klassischer ETFs liegen.
Der strukturelle Vorteil, an dem ETFs nicht so leicht scheitern
Was in der ETF-Diskussion oft untergeht: Der steuerliche Vorsprung von US-ETFs gegenüber klassischen Investmentfonds beruht weniger auf der Indexierung selbst als auf einem regulatorischen Mechanismus, der speziell im US-Markt greift. Studien zeigen, dass ETF-Emittenten in den USA über das Verfahren der sogenannten In-Kind Redemption Wertpapiere mit hohen Buchgewinnen an Authorized Participants übertragen können, ohne dass dabei steuerlich relevante Kapitalgewinne im Fondsmantel ausgeschüttet werden müssen. Die Folge ist eine systematische Steuerstundung, die wesentlich zum Aufstieg von ETFs gegenüber Investmentfonds beigetragen hat.
Genau an diesem Punkt zeigen kritische Stimmen die Schwächen von Direct Indexing. Analysen weisen darauf hin, dass die in den USA geltende Wash Sale Rule, die einen Rückkauf desselben Titels innerhalb von 30 Tagen nach Verlustrealisierung ausschliesst, den Loss-Harvesting-Effekt strukturell begrenzt. Hinzu komme ein mit der Zeit zunehmender Trackingfehler, weil das Portfolio mit jedem Steuerverkauf weiter vom Original-Index abdriftet. Ein Vorgehen über segmentierte Sektor-ETFs könne einen Grossteil der Effekte abbilden, ohne die gleiche Komplexität und Kostenstruktur zu verursachen.
Warum Schweizer Anleger das Thema anders rechnen müssen
Der entscheidende Punkt für den Schweizer Markt liegt im Steuersystem. Anders als in den USA, wo Kapitalgewinne aus Wertschriftengeschäften steuerlich relevant sein können, sind Kapitalgewinne aus dem Verkauf von Wertschriften im Privatvermögen in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Voraussetzung ist, dass kein gewerbsmässiger Wertschriftenhandel vorliegt, was unter anderem von Haltedauer und Transaktionsverhalten abhängt.
Damit verschiebt sich die Logik gegenüber dem US-Markt erheblich. Der zentrale Mehrwert von Direct Indexing, das aktive Realisieren von Einzeltitelverlusten zur Senkung der individuellen Steuerlast, entfällt für typische Schweizer Privatanleger im Privatvermögen weitgehend: Wo Kapitalgewinne nicht besteuert werden, lässt sich keine Steuer durch das Erzeugen von Verlusten reduzieren. Häufiges Umschichten kann zudem das Risiko erhöhen, steuerlich als gewerbsmässiger Händler eingestuft zu werden. Bei Transaktionen über inländische Effektenhändler fällt zudem die eidgenössische Umsatzabgabe an, was zusätzliche Kosten verursacht. Während US-Anbieter den breiten Privatanlegermarkt adressieren, ist Direct Indexing im Schweizer Markt bislang weniger verbreitet.
Personalisierung als zweites Argument: Was jenseits der Steuer übrig bleibt
Über die Steueroptimierung hinaus werben Anbieter mit individueller Anpassbarkeit. Ein typischer Anwendungsfall ist der Wunsch, bestimmte Branchen gezielt auszuschliessen, um Klumpenrisiken im eigenen Vermögen zu reduzieren, ohne den restlichen Index aufzugeben.
In der Praxis ist diese Lücke jedoch begrenzt. Für ESG-Kriterien, Faktorstrategien oder thematische Ansätze steht Anlegern heute ein breites Angebot an kostengünstigen ETFs zur Verfügung. Für viele aktive Schweizer Anleger reduziert sich der zusätzliche Nutzen von Direct Indexing damit auf wenige Spezialfälle, etwa bei sehr individuellen Ausschlusskriterien oder komplexen Vermögensstrukturen. Für die breite Anlegerschaft rechtfertigt diese Restpersonalisierung den höheren Aufwand und die Kosten daher oft nicht, zumal vergleichbare Strategien über ETFs deutlich einfacher und günstiger umgesetzt werden können.
Dominik Maier, Redaktion finanzen.ch
Weitere Links:
Gold & Silber: Ausblick 2026 mit Torsten Dennin
Gold & Silber im Crash – was steckt hinter dem Preisrücksetzer?
Nach starken Kursanstiegen bei Gold und Silber kam es Anfang 2026 zu historischen Rücksetzern . Doch was waren die Ursachen? Und wie geht es jetzt weiter mit den Edelmetallen und dem «digitalen Gold» Bitcoin?
Im Gespräch mit Prof. Dr. Torsten Dennin, CIO von Asset Management Switzerland AG und Rohstoffexperte, analysieren wir:
Warum Silber innerhalb weniger Tage über 30 % verlor
Parallelen zum „Silver Thursday“ 1980
Welche Rolle die Fed und Zinserwartungen spielten
⚖️ Warum Silber stärker schwankt als Gold
Ob Gold wirklich ein „sicherer Hafen“ ist
Wie hoch die ideale Goldquote im Portfolio sein sollte
⛏️ Warum Gold- und Silberminen 2026 besonders spannend sein könnten
Warum 2026 ein Rohstoffjahr werden könnte (Öl, Kupfer, Agrarrohstoffe)
₿ Und was der Bitcoin-Rücksetzer mit Tech-Aktien gemeinsam hat
Spannend: Torsten Dennin hatte bereits im September eine Gold-Prognose von 4.200–4.400 USD und Silber bei 60–80 USD genannt – beide Ziele wurden erreicht bzw. übertroffen.
Ist der Rücksetzer nur eine gesunde Korrektur oder der Beginn einer grösseren Trendwende?
Jetzt reinschauen und die Einschätzung vom Experten erfahren!
Inside Fonds
ETF-Finder
Meistgelesene Nachrichten
ETF Kategorien
| Alternative Investmentfonds | Aktienfonds |
| Immobilienfonds | Sonstige Fonds |
Grösste ETF Gesellschaften
| Amundi ETF | Invesco |
| ComStage | db x-trackers |
| iShares plc | Lyxor AM |
| UBS ETF | State Street SPDR |
Börse aktuell - Live Ticker
Trump sagt vorbereiteten Angriff gegen den Iran ab: US-Börsen schliessen uneins -- SMI letztlich etwas stärker -- DAX geht fester in den Feierabend -- Asiens Börsen schliessen im MinusDer heimische Markt zeigte sich am Montag mit kleinen Gewinnen. Der deutsche Leitindex bewegte sich aufwärts. Die US-Indizes entwickelten sich uneinheitlich. Die Börsen in Asien zeigten sich zum Wochenstart schwächer.


