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Edelmetall im Fokus 19.08.2026 23:10:00

Gold glänzt wieder: Was ist die beste Strategie?

Gold glänzt wieder: Was ist die beste Strategie?

Hinter Gold liegen Monate einer Abwärtstendenz, doch in den vergangenen Wochen hat sich das gelbe Edelmetall eindrucksvoll zurückgemeldet.

Seinen spekulativen Höhepunkt hatte Gold Anfang des Jahres erreicht, als die Feinunze nach einem Kaufrausch kurzzeitig über 5'400 Dollar sprang. Danach setzte eine deutliche Korrektur aufgrund von Zinssorgen ein und mit dem Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar verstärkten sich die Gewinnmitnahmen weiter.

Seit einigen Tagen zeigt der Markt wieder nach oben. Getragen wird die Erholung von zwei Kräften. Zum einen kaufen Notenbanken weiter kräftig zu. China ist dabei federführend, da es seine Devisenreserven weiter diversifizieren will und Gold im direkten Vergleich zu anderen - westlichen - Staatsreserven immer noch eine unterdurchschnittliche Rolle spielt. Zum anderen sind die ETF-Anleger zurückgekehrt, seit dem 20. Juli sind die Bestände in börsengehandelten Fonds um 24 Tonnen gestiegen, so schnell wie seit April nicht mehr.

Hinzu kommt die Zinsseite. Eine überraschend milde US-Inflation im Juli und ein schwächelnder Arbeitsmarkt haben die Erwartung einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank gedämpft. Da Gold keine Zinsen abwirft, profitiert es tendenziell, wenn die Renditen nicht weiter steigen. Gleichzeitig bleibt die Lage fragil: Ungelöst ist der Konflikt um die Strasse von Hormus, und die hohen Staatsschulden vieler Länder sprechen weiter für das Edelmetall. Wer auf diesen Trend setzen möchte, kann dies über sehr unterschiedliche Wege tun. Physisches Gold bietet den direkten Zugang, Goldminen-Aktien hingegen wirken wie ein Hebel auf den Goldpreis, mit entsprechend höheren Chancen und Risiken. Drei ETFs decken diese Bandbreite ab.

Wer den Goldpreis möglichst direkt und ohne Währungsrisiko abbilden will, findet im Swisscanto (CH) Gold ETF EAH CHF eine Lösung. Der Fonds bildet den Goldpreis physisch ab und sichert die Dollar-Notierung in Franken ab. Mit einem Volumen von 2'778 Mio. Fr. ist er der grösste seiner Art, die Gesamtkostenquote liegt bei 0.40 Prozent pro Jahr, die Erträge werden jährlich ausgeschüttet. Über ein Jahr legte er in Franken 23.4 Prozent zu, seit Jahresbeginn steht allerdings ein Minus von rund 3 Prozent zu Buche, ein Spiegel der jüngsten Korrektur.

Deutlich offensiver ist der L&G Gold Mining UCITS ETF. Er investiert in die grossen Produzenten, von Newmont über Agnico Eagle bis Anglogold Ashanti, und setzt damit auf die operative Hebelwirkung etablierter Minenkonzerne. Der Fonds wird thesaurierend geführt, kostet 0.55 Prozent pro Jahr und verwaltet 659 Mio. Fr. Die Wertentwicklung fiel zuletzt fulminant aus: plus 58.6 Prozent über ein Jahr. Anleger sollten jedoch die Kehrseite beachten, der maximale Verlust seit Auflegung erreichte fast 78 Prozent und das Papier ist nicht währungsgesichert.

Noch spekulativer geht der VanEck Junior Gold Miners UCITS ETF vor. Er bündelt kleinere Gold- und Silberproduzenten, deren Kurse besonders sensibel auf den Metallpreis reagieren. Mit 1'052 Mio. Fr. Volumen, einer Kostenquote von 0.55 Prozent und thesaurierender Struktur bietet er über ein Jahr ein Plus von 63.6 Prozent, bei einer Jahresvolatilität von über 44 Prozent. Ein Fonds für risikobereite Anleger mit langem Atem.

Fazit: Gold bleibt gefragt, gestützt von Notenbanken, ETF-Zuflüssen und der Zinswende. Der Swisscanto-ETF eignet sich als ruhiger Basiswert, die beiden Minen-ETFs als offensive Beimischung. Wichtig bleibt: Angesichts der geopolitischen und fiskalischen Rahmenbedingungen muss weiterhin mit einer höheren Schwankungsbreite gerechnet werden.

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