Sandoz Aktie 124359842 / CH1243598427
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| ETF des Monats |
09.10.2026 11:22:00
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ETF des Monats Oktober 2026: Das unentdeckte Potenzial hinter den Schweizer Grosskonzernen
Der Schweizer Aktienmarkt wird von wenigen Weltkonzernen dominiert, doch dieser ETF setzt gezielt auf die kleinen und mittleren Unternehmen dahinter, die seit 2025 wieder in den Fokus rücken.
Das Wichtigste in Kürze:
- Der Index hinter diesem ETF bildet ausschliesslich jene Schweizer Unternehmen ab, die nicht im SMI enthalten sind.
- Nach einem schwachen Jahr 2022 steuert die Benchmark seit 2025 wieder auf deutlich höhere Renditen zu.
- Ausgerechnet die beiden grössten Positionen des ETF wurden gerade erst in den SMI aufgenommen und dürften den Index bald wieder verlassen.
Was der ETF abbildet und wie
Der UBS SPI® Extra ETF mit der ISIN CH1553162921 bildet den SPI Extra Index ab, der die Wertentwicklung kleinerer und mittelgrosser Schweizer Aktien misst. Zusammengesetzt ist er aus dem breiten Swiss Performance Index (SPI) abzüglich der 20 Titel, die bereits im Swiss Market Index (SMI) enthalten sind, gewichtet nach Streubesitz-Marktkapitalisierung. Der Index wurde 2004 von der Schweizer Börse SIX lanciert, umfasst aktuell 182 Positionen und repräsentiert mehr als 22 Prozent der Marktkapitalisierung des gesamten Schweizer Aktienmarktes auf Basis des Streubesitzes. Der ETF selbst ist deutlich jünger, er wurde erst am 30. Juni 2026 lanciert, bildet den Index durch vollständige physische Replikation ab und ist thesaurierend. Bei den Kosten liegt er mit 0,13 Prozent pro Jahr auf einem attraktiven Niveau.
Warum kleine und mittlere Schweizer Unternehmen jetzt interessant sind
Der Schweizer Aktienmarkt wird stark von wenigen Weltkonzernen wie Nestlé, Novartis und Roche geprägt, die zusammen einen Grossteil der Marktkapitalisierung des SMI ausmachen. Wer ausschliesslich in den SMI investiert, geht damit faktisch eine Wette auf eine Handvoll globaler Grosskonzerne ein. Kleinere und mittelgrosse Schweizer Unternehmen ausserhalb des SMI erwiesen sich 2025 dagegen als ebenfalls renditestark. Die US-Zollpolitik im Frühjahr 2025 sorgte für erhöhte Unsicherheit an den Weltbörsen, doch während gross kapitalisierte, global exponierte Konzerne empfindlich reagierten, zeigten sich viele kleinere Firmen deutlich widerstandsfähiger, weil sie ihr Geschäft häufiger auf den europäischen Binnenmarkt statt auf die USA ausrichten. Hinzu kommt, dass die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins seit Mitte 2025 bei null Prozent hält, was insbesondere kleineren, oft stärker fremdfinanzierten Unternehmen zugutekommt und Anlegerkapital in Schweizer-Franken-Sachwerte lenkt. Für das laufende Jahr erwarten Marktbeobachter zudem ein Gewinnwachstum von etwa 16 Prozent bei mittelgrossen Schweizer Unternehmen, getrieben unter anderem von der anhaltenden Nachfrage nach Halbleiterausrüstung im Zuge des KI-Booms, von der auch die Industriezulieferer im Index profitieren.
Wie sich die Benchmark seit 2022 entwickelt hat
Da der ETF erst seit Ende Juni 2026 existiert, liefert seine eigene Historie noch keine aussagekräftigen Vergleichswerte. Der zugrunde liegende Index reicht dagegen deutlich weiter zurück und zeigt, was Anleger von diesem Marktsegment erwarten können. Nach einem sehr schwierigen Jahr 2022 mit einem Minus von 24,02 Prozent, geprägt vom weltweiten Zinsschock und der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs, fing sich der Index 2023 mit einem Plus von 6,53 Prozent wieder. 2024 fiel die Erholung mit einem Plus von 3,83 Prozent noch vergleichsweise verhalten aus. 2025 zog die Rendite dann deutlich an, ein Plus von 16,92 Prozent, getragen von der oben beschriebenen Widerstandsfähigkeit gegenüber der US-Zollpolitik und den gesunkenen Zinsen. Auch im laufenden Jahr 2026 steht der Index bereits wieder mit einem Plus von 8,79 Prozent gut da. Da der ETF diesen Index eins zu eins nachbildet, ergeben sich aus dieser Entwicklung unmittelbar die aktuellen Renditepotenziale für den Fonds selbst.
Wie die Gewichtung funktioniert und wer die beiden grössten Positionen sind
Die Gewichtung im Index richtet sich nach der Streubesitz-Marktkapitalisierung der einzelnen Unternehmen, grössere und liquidere Titel erhalten also automatisch mehr Gewicht. Zum Stand Ende August 2026 waren Galderma mit 7,56 Prozent und Sandoz mit 7,07 Prozent die beiden mit Abstand grössten Positionen, deutlich vor der drittgrössten Position DSM-Firmenich mit 4,33 Prozent. Galderma hat sich seit seinem Börsengang 2024 zum weltweit grössten reinen Dermatologie-Konzern entwickelt, aktiv in der ästhetischen Medizin, etwa mit einem Konkurrenzprodukt zu Botox, in der Hautpflege sowie in verschreibungspflichtigen Dermatologie-Medikamenten. Das Unternehmen profitiert von einer alternden Bevölkerung und einem wachsenden Interesse an ästhetischen Behandlungen und steigerte den Umsatz zuletzt um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sandoz wiederum ist einer der weltweit grössten Anbieter von Generika und Biosimilars, also günstigeren Nachahmerpräparaten patentabgelaufener Medikamente. Das Unternehmen profitiert davon, dass immer mehr teure biologische Arzneimittel ihren Patentschutz verlieren und Gesundheitssysteme unter Kostendruck zunehmend auf preiswertere Biosimilars umsteigen, das Biosimilar-Geschäft wuchs zuletzt um rund 20 Prozent.
Eine bemerkenswerte Aktualität: Beide Schwergewichte verlassen den Index
Ausgerechnet die beiden grössten Positionen des ETF liefern dabei gerade ein Lehrstück dafür, wofür dieser Index eigentlich steht. Zum Handelsbeginn am Montag, den 21. September 2026, wurden Galderma und Sandoz in den SMI aufgenommen, sie gehören damit nun zu den 20 grössten und liquidesten Aktien der Schweiz. Da der SPI Extra genau jene Unternehmen abbildet, die nicht im SMI enthalten sind, werden beide Titel den ETF also in Kürze wieder verlassen. Das ist kein Nachteil des Fonds, sondern illustriert genau sein Prinzip, denn hier wachsen Unternehmen heran, bis sie gross genug für die erste Liga sind, und werden dann durch die nächste Generation kleinerer, wachstumsstärkerer Unternehmen ersetzt.
Die Branchenkonzentration und ihre Potenziale
Auf Branchenebene dominieren das Gesundheitswesen mit 28,3 Prozent und die Industrie mit 25,7 Prozent, zusammen also gut die Hälfte des Index. Beide Top-Positionen des ETF haben sich hierbei innerhalb weniger Jahre von Nebenwerten zu Pharmaunternehmen entwickelt, die nun sogar für den SMI qualifizieren. Galderma über zweistelliges Umsatzwachstum in der ästhetischen Medizin, Sandoz über den branchenweiten Boom bei Biosimilars. In der Industrie zeigen sich die aktuellen Chancen an zwei weiteren Top-10-Positionen besonders deutlich. Der Vakuumventil-Hersteller VAT Group, der Schlüsselkomponenten für die Chipfertigung liefert, meldete zuletzt einen Anstieg der Bestelleingänge um mehr als 100 Prozent, getragen von der wiederanziehenden Investitionstätigkeit der Halbleiterindustrie im Zuge des KI-Booms. Der Prüf- und Zertifizierungskonzern SGS wiederum musste 2025 Umsatzeinbussen durch die US-Zollpolitik hinnehmen, reagierte darauf aber mit einem Effizienzprogramm im Umfang von 150 Millionen Franken und dem gezielten Ausbau des US-Geschäfts über Zukäufe, mit dem Ziel, den nordamerikanischen Umsatz bis 2027 zu verdoppeln. Analysten trauen SGS zu, das ursprünglich für 2027 gesetzte Margenziel bereits 2026 zu erreichen. Gleichzeitig kommen mit Finanzdienstleistungen (16,7 Prozent) und Basiskonsumgütern (10,7 Prozent) noch zwei weitere Branchen über die Marke von 10 Prozent, sodass der Index nicht von einer einzigen Branche abhängig ist. Informationstechnologie macht dagegen nur 3,9 Prozent aus, wodurch sich der ETF gut eignet, um ein bestehendes, technologielastiges Portfolio gezielt zu ergänzen.
Die wichtigsten Risiken
Kleinere und mittelgrosse Unternehmen schwanken erfahrungsgemäss stärker als die grossen, breit diversifizierten Bluechip-Konzerne, zudem sind einzelne Positionen weniger liquide, was sich in Stressphasen in ausgeprägteren Kursausschlägen niederschlägt. Wie schnell es zu deutlichen Rückgängen kommen kann, zeigte das Jahr 2022 mit einem Minus von 24 Prozent des SPI Extra Index. Solche Einbrüche treten typischerweise in breiten, globalen Risiko-Abverkaufsphasen auf, etwa bei aggressiven Zinserhöhungszyklen, Rezessionssorgen oder geopolitischen Schocks, in denen Anleger reflexartig aus weniger liquiden, konjunktursensibleren Nebenwerten in sicherere Anlagen umschichten.
Für wen sich der ETF eignet
Der UBS SPI Extra ETF eignet sich für Anlegerinnen und Anleger, die ihr Portfolio bereits über einen breiten Welt- oder Kern-ETF abgedeckt haben und gezielt eine Schweiz-Position um kleinere und mittelgrosse Unternehmen ergänzen möchten, statt über einen SMI-ETF erneut auf dieselben Grosskonzerne zu setzen. Wegen der höheren Schwankungsbreite und der geringeren Liquidität einzelner Positionen eignet er sich vor allem für Anleger mit langem Anlagehorizont und der Bereitschaft, Phasen auszuhalten, in denen dieses Segment dem breiten Markt hinterherläuft. Wer von den strukturellen Potenzialen der Schweizer Nebenwerte überzeugt ist und gezielt Titel abseits der üblichen Standardwerte ins Depot holen möchte, findet hier einen kosteneffizienten und transparenten Zugang dazu.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Aktien-ETFs unterliegen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen.
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