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| ETF Anlagethemen 2026 |
21.07.2026 08:45:00
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ETF Compass Halbjahresbilanz Teil 2: Chip-Rally, Gold-Korrektur und ein Krypto-Winter
Nach sechs Monaten spreizen sich die Satelliten des ETF Compass 2026 zwischen gut 50 Prozent Plus und fast 35 Prozent Minus. Wir berichten, wie die vier Anlagethemen je durch das erste Halbjahr 2026 kamen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Gut 50 Prozent Plus beim stärksten Baustein, fast 35 Prozent Minus beim schwächsten. Was die enorme Spanne über fokussierte Themen verrät.
- Ausgerechnet die künstliche Intelligenz treibt ein tot geglaubtes Anlagethema zurück ins Rampenlicht und ein Brennstoffzellen-Hersteller steht mitten im Zentrum.
- Gold und Bitcoin gerieten ins Wanken, während ein breit gestreuter Dividenden-ETF in genau diesen unruhigen Zeiten am Ende vorn lag.
Während das Core-Portfolio des ETF Compass 2026 seine Streuungsfunktion erfüllt und alle Kernregionen im Plus liegen, fällt die Halbjahresbilanz der Satelliten deutlich extremer aus. Fokussierte Themen liefern höhere Ausschläge in beide Richtungen und genau das zeigt sich nach sechs Monaten. Die Spanne reicht vom Cybersecurity-ETF mit gut 50 Prozent Zuwachs bis zum Ethereum-ETF mit einem Minus von fast 35 Prozent. Ein Blick auf die vier Anlagethemen erklärt, warum die Bewegungen so unterschiedlich ausfielen und was das für die zweite Jahreshälfte bedeutet.
Künstliche Intelligenz und Robotik: Vom Superzyklus zur ersten Zerreissprobe
Das erste Halbjahr 2026 stand im Zeichen eines fortgesetzten KI-Investitionsbooms. Die grossen Cloud-Konzerne trieben ihre Ausgaben für Rechenzentren weiter nach oben, und die Profiteure waren vor allem die Zulieferer: Speicherchip-Hersteller wie SK Hynix, Samsung Electronics und Micron sowie der Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor. Getragen wurde die Rally von der Nachfrage nach hochbandbreitigem Speicher (HBM), den KI-Server benötigen. Ab Anfang Juni kippte die Stimmung jedoch mehrfach. Der KI-Blasen-Indikator der Bank of America für Halbleiter erreichte am 1. Juli einen Wert von 0,91 von möglichen 1,0, der US-Halbleiterindex verlor an einem Tag 6,4 Prozent. Auslöser für die Rücksetzer waren wiederkehrende Zweifel an der Rentabilität der KI-Investitionen sowie im Juli eine gesenkte Gewinnprognose für SK Hynix, die den gesamten Speicherkomplex mitzog. Der wichtigste Risikofaktor, der sich im Halbjahr offenbarte, ist damit die extreme Abhängigkeit von den Investitionsbudgets weniger Grosskonzerne. Drosseln die Cloud-Anbieter ihre Ausgaben, trifft das die gesamte Wertschöpfungskette.
Der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF gewann in diesem Segment im laufenden Jahr bisher 26,86 Prozent und hat damit seine Gesamtjahresrendite von 2025 mit 14,47 Prozent bereits deutlich übertroffen. Mit Micron (8,97 Prozent), Samsung Electronics (8,38 Prozent) und SK Hynix (7,70 Prozent) an der Spitze ist der ETF stark auf Speicherchip-Hersteller ausgerichtet, also genau jenes Segment, das vom HBM-Boom am unmittelbarsten profitierte. Der hohe Südkorea-Anteil von 16,43 Prozent neben den USA mit 71,29 Prozent spiegelt diese Speicherlastigkeit wider, denn Samsung und SK hynix sind südkoreanische Konzerne. Die überdurchschnittliche Rendite ist somit die Kehrseite einer klaren thematischen Wette, die im ersten Halbjahr aufging.
Der iShares Automation & Robotics UCITS ETF liegt mit 26,85 Prozent fast gleichauf und hat sowohl die Gesamtjahre 2024 mit 12,08 Prozent als auch 2025 mit 3,84 Prozent bereits klar übertroffen. Die schwache Vorjahresrendite erklärt sich daraus, dass Automatisierungs- und Robotikwerte 2025 hinter der eng geführten Rally der grossen KI-Konzerne zurückblieben. 2026 kehrte sich das Bild, weil sich die Rally auf Prozessoren verbreiterte: Die grössten Renditetreiber Intel (9,88 Prozent) und AMD (8,02 Prozent) profitierten von der Rückkehr der Nachfrage nach Server-Prozessoren. Intel legte im laufenden Jahr zwischenzeitlich um mehr als 180 Prozent zu, AMD gewann bei Rechenzentrumsumsätzen Marktanteile. Der US-Anteil von 55,76 Prozent und der Japan-Anteil von 15,80 Prozent zeigen zugleich die breitere Aufstellung mit japanischen Automatisierungs- und Robotikkonzernen, die den ETF weniger einseitig macht als einen reinen Chip-Fonds.
Der Amundi MSCI Smart Mobility UCITS ETF Acc vervollständigt das Segment und gewann im laufenden Jahr 8,04 Prozent, womit bei einer ähnlichen zweiten Jahreshälfte sogar das bereits starke Jahr 2025 mit 14,64 Prozent übertroffen würde. Anders als die beiden Chip- und Automatisierungswerte bündelt der ETF das gesamte Ökosystem der Mobilität von morgen: An der Spitze stehen mit NVIDIA (14,54 Prozent), Tesla (13,56 Prozent), Hitachi (10,73 Prozent) und Uber Technologies (10,02 Prozent) vier sehr unterschiedliche Profiteure des autonomen und elektrischen Fahrens. NVIDIA liefert die Rechenplattform für autonome Systeme, Tesla und Uber treiben Robotaxi-Dienste voran, Hitachi steht für die industrielle Seite der Mobilität. Diese Mischung erklärt die vergleichsweise gleichmässige Sektorverteilung auf Nicht-Basiskonsumgüter (32,37 Prozent), Technologie (27,17 Prozent), Industrie (26,73 Prozent) und Grundstoffe (10,58 Prozent), während sich die Länderanteile fast ausschliesslich auf die USA (51,19 Prozent) und Japan (28,90 Prozent) verteilen. Gerade weil kein einzelnes heisses Segment wie bei den reinen Halbleiterfonds dominiert, fiel der Zuwachs moderater aus. Der ETF profitierte zwar von der Robotaxi-Fantasie rund um die NVIDIA-Uber-Allianz und Teslas Expansion, wurde aber zugleich von der höheren Schwankung der Autowerte und dem hohen Japan-Anteil gebremst.
ETFs für unruhige Zeiten: Der sichere Hafen wackelt
Das geopolitische Umfeld blieb im ersten Halbjahr 2026 angespannt. Der Angriff auf den Iran führte im Frühjahr zu einem zwischenzeitlichen Einbruch an den Börsen und zu einer Sperrung der Strasse von Hormus, ehe sich die Lage gegen Ende Juni mit einer Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts wieder entspannte. Parallel belastete der Zollkonflikt zwischen den grossen Handelsmächten weiterhin die Lieferketten. Der eigentliche Kurstreiber der klassischen Krisenanlagen wirkte jedoch bereits zu Jahresbeginn. Gold markierte Ende Januar mit über 5.600 US-Dollar ein Allzeithoch, ehe eine der heftigsten Korrekturen seit Jahrzehnten einsetzte. Gold verlor an einem einzigen Tag rund 9 Prozent, Silber brach zeitweise um bis zu 30 Prozent ein. Auslöser waren eine überkaufte Marktlage, erhöhte Sicherheitsleistungen an den Terminbörsen und Gewinnmitnahmen. Der Risikofaktor, der sich hier offenbarte, ist wichtig für das Verständnis der folgenden ETFs: In einem Liquiditätsschock fielen Gold, Silber und Kryptowährungen zeitweise gemeinsam, statt sich gegenseitig abzusichern.
Der Swisscanto (CH) Gold ETF EA CHF verliert im laufenden Jahr 6,27 Prozent, nachdem er in den Vorjahren hervorragend lief: 2025 mit 47,30 Prozent, 2024 mit 32,45 Prozent, 2023 mit 10,39 Prozent und 2022 mit 6,52 Prozent. Der Rückgang ist die unmittelbare Folge der Goldkorrektur nach dem Rekordhoch Ende Januar, denn der an der SIX kotierte Fonds ist zu 100 Prozent physisch mit in der Schweiz gelagertem Gold hinterlegt und bildet den Goldpreis nahezu eins zu eins ab. Die lange Gewinnserie der Vorjahre spiegelt den mehrjährigen Aufwärtstrend des Goldpreises bis zum Allzeithoch wider. Als Absicherung gegen unsichere Zeiten bleibt der ETF grundsätzlich geeignet, zumal er als Sondervermögen kein Schuldnerrisiko trägt. Anleger sollten aber wissen, dass Gold in einem akuten Liquiditätsschock kurzfristig ebenfalls nachgeben kann und seine Schutzwirkung eher langfristig entfaltet.
Der 21shares Bitcoin Gold ETP verlor im laufenden Jahr dagegen 10,34 Prozent, nach starken Vorjahren mit 25,31 Prozent (2025), 57,80 Prozent (2024) und 32,95 Prozent (2023). Das Produkt kombiniert Bitcoin und Gold und im ersten Halbjahr gaben beide Komponenten nach. Gold korrigierte vom Rekordhoch, während Bitcoin einen ausgeprägten Schwächeanfall erlebte und mehrere erhoffte Kurstreiber ausblieben. Die Kombination zweier Sachwerte soll eigentlich stabilisierend wirken, doch das Halbjahr zeigte die Grenze dieses Ansatzes. In der Risk-off-Phase zu Jahresbeginn stieg die Korrelation zwischen Gold und Bitcoin zeitweise stark an, beide fielen gemeinsam. Als Absicherung taugt der ETF damit im aktuellen Marktumfeld nur bedingt, weil der Diversifikationseffekt genau dann schwächer wird, wenn er am nötigsten wäre, nämlich in einem allgemeinen Liquiditätsschock.
Ergänzt wird das Segment zudem um den Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF, der im laufenden Jahr 16,40 Prozent gewinnt und damit bereits jetzt alle vier vollen Vorjahre übertrifft: 2025 mit 11,76 Prozent, 2024 mit 16,36 Prozent, 2023 mit 7,64 Prozent und 2022 mit 0,08 Prozent. Auffällig ist, dass keine einzelne Position stark gewichtet ist: Die grössten Titel JPMorgan Chase (1,55 Prozent), Exxon Mobil (1,44 Prozent) und Johnson & Johnson (1,27 Prozent) bringen jeweils nur gut ein Prozent auf die Waage. Das liegt in der Natur eines Dividendenindex, der sein Kapital breit über mehrere Hundert ausschüttungsstarke Unternehmen streut, statt es wie ein Technologie-Themenfonds auf wenige Schwergewichte zu konzentrieren. Regional dominieren die USA mit 36,79 Prozent vor Japan mit 9,15 Prozent, und bei den Sektoren liegen die oft dividendenstarken Finanzdienstleister mit 26,76 Prozent klar vorn, gefolgt von Industrie, Gesundheitswesen und Technologie. Die starke Rendite im laufenden Jahr erklärt sich aus der breiten Aktienmarktstärke in Verbindung mit einer Rückbesinnung auf substanz- und dividendenstarke Werte. Als Baustein für unsichere Zeiten wirkt der ETF als defensiver, ertragsorientierter Anker, der dank breiter Streuung und stetiger Dividenden ruhiger läuft als der Gesamtmarkt.
Nachhaltigkeit und Green Transition: Die Rückkehr eines abgeschriebenen Themas
Nachhaltigkeit und die globale Green Transition haben sich zu strukturellen Investitionsthemen entwickelt, die im ersten Halbjahr 2026 ein überraschendes Comeback erlebten. Ausgerechnet die künstliche Intelligenz wurde dabei zum wichtigsten Kurstreiber. Der rasant steigende Strombedarf der KI-Rechenzentren verändert die Nachfrageaussichten für saubere und dezentrale Energie grundlegend. Versorger planen allein in den USA Investitionen im Umfang mehrerer Hundert Milliarden US-Dollar in Erzeugung und Netze, und Technologiekonzerne sichern sich zunehmend direkt eigene Stromquellen. Der globale Index für erneuerbare Energien RENIXX legte im ersten Halbjahr rund 21 Prozent zu und setzte damit die Erholung aus dem starken Jahr 2025 fort, die auf zwei sehr schwache Jahre 2023 und 2024 folgte. Als Risikofaktoren offenbarten sich im Halbjahr allerdings die anhaltende politische Unsicherheit, insbesondere der Druck auf US-Solarwerte, die hohe Zinssensitivität der kapitalintensiven Branche sowie die ausgeprägte Zyklik des Sektors, der historisch zwischen Boom und Einbruch schwankt.
Der iShares Global Clean Energy UCITS ETF gewann hier im laufenden Jahr 15,21 Prozent und liegt damit auf Kurs, bei einer ähnlichen zweiten Jahreshälfte an das Vorjahr mit 29,16 Prozent anzuknüpfen. Die Erholung aus den beiden schwierigen Jahren 2024 mit minus 21,47 Prozent und 2023 mit minus 23,24 Prozent setzt sich fort. Die grössten Positionen erklären diese Wende. Bloom Energy (12,13 Prozent) profitiert als Hersteller von Brennstoffzellen unmittelbar vom Strombedarf der KI-Rechenzentren und steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal 2026 um mehr als 130 Prozent. First Solar (9,55 Prozent) zehrt derweil von einem hohen Auftragsbestand für US-Solargrossprojekte und auchNextracker (8,39 Prozent) ergänzt diese Ausrichtung auf saubere Stromerzeugung. Die Länderanteile entfallen mit Abstand am stärksten auf die USA (36,22 Prozent) und China (16,70 Prozent), während sich die Branchen recht gleichmässig auf Versorger (30,76 Prozent), Industrie (30,59 Prozent) und Technologie (22,74 Prozent) verteilen. Diese Struktur macht den ETF zu einer direkten Wette auf den Ausbau der Energieinfrastruktur, verbunden mit der bereits genannten hohen Schwankungsanfälligkeit und politischen Abhängigkeit des Sektors.
Abgerundet wird das Nachhaltigkeitssegment durch zwei eng verwandte Bausteine, den Swisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity USA UCITS ETF und den Swisscanto (IE) ESGen SDG Index Equity World UCITS ETF. Beide bilden breite Aktienindizes ab, die gezielt Unternehmen auswählen, die einen positiven Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen leisten, und beide filtern zusätzlich nach ESG-Kriterien. Der Unterschied liegt im Anlageuniversum: Der eine ETF investiert ausschliesslich in US-Aktien, der andere global über Industrie- und Schwellenländer hinweg. Im laufenden Jahr legte der USA-ETF 16,39 Prozent zu, der World-ETF sogar 18,53 Prozent. Die starke Entwicklung erklärt sich in beiden Fällen aus der breiten Aktienmarktstärke des ersten Halbjahres. Dass der World-ETF vorn liegt, dürfte daran liegen, dass er neben dem US-Markt auch die im ersten Halbjahr besonders starken Schwellenländer und übrigen Industrieländer einfängt, während der USA-ETF natürlich allein auf den amerikanischen Markt setzt.
Tokenisierung und Cybersecurity: Zwei Welten unter einem Dach
Das vierte und letzte Thema unter unseren Satellite-ETFs vereint zwei sehr unterschiedlich verlaufene Entwicklungen. Die Cybersecurity-Branche erlebte im ersten Halbjahr 2026 eine ausgeprägte Rally, getragen von stark steigenden Sicherheitsbudgets, die je nach Schätzung 240 bis über 300 Milliarden US-Dollar für das Jahr erreichen sollen. Treiber war die zunehmende Verknüpfung von KI und Sicherheit, da autonom agierende KI-Systeme in Unternehmensnetzen neuen Schutzbedarf schaffen. Palo Alto Networks und CrowdStrike meldeten Rekordquartale. Die Tokenisierung realer Vermögenswerte machte parallel den Sprung von Pilotprojekten zur realen Infrastruktur. Der on-chain abgebildete Wert überschritt die Marke von 20 Milliarden US-Dollar, und grosse Häuser wie BlackRock und Franklin Templeton brachten tokenisierte Produkte an den Start. Der Risikofaktor liegt in der zweiten Komponente: Die Kryptopreise selbst blieben schwach, Ethereum verzeichnete erstmals in seiner Geschichte drei Verlustquartale in Folge und notierte zur Jahresmitte rund 65 Prozent unter seinem Allzeithoch.
Der L&G Cyber Security UCITS ETF gewann im laufenden Jahr dementsprechend 50,48 Prozent und hat damit alle Vorjahre klar übertroffen, darunter das schwache Kalenderjahr 2025 mit minus 4,70 Prozent und die Jahre 2024 mit 25,21 Prozent, 2023 mit 34,94 Prozent sowie 2022 mit minus 27,48 Prozent. Die wichtigsten Renditetreiber BlackBerry (9,58 Prozent), CrowdStrike (7,68 Prozent), Fortinet (7,32 Prozent) und Palo Alto Networks (7,15 Prozent) gehören zu den Gewinnern der Sicherheitsrally. Der US-Anteil von 73,46 Prozent spiegelt darüber hinaus die Dominanz amerikanischer Anbieter. Die schwache Vorjahresrendite erklärt sich daraus, dass Cybersecurity 2025 hinter der engen KI-Rally zurückblieb. 2026 hob die Verknüpfung von KI und Sicherheit nun den gesamten Sektor. Das langfristige Potenzial bleibt angesichts des strukturell wachsenden Sicherheitsmarktes hoch, allerdings sind die Bewertungen nach dem starken Lauf gestiegen.
Der 21Shares Ondo ETP legte im laufenden Jahr zwar nur 4,36 Prozent zu, was gegenüber dem Vorjahr mit minus 75,46 Prozent allerdings einen deutlichen Fortschritt darstellte. Der Absturz 2025 fiel in den allgemeinen Kryptowinter, während sich der zugrunde liegende Token 2026 stabilisierte, weil das Thema Tokenisierung realer Vermögenswerte an Substanz gewann. Ondo Finance gilt als führender Anbieter für tokenisierte Vermögenswerte mit hohem Marktanteil bei tokenisierten Aktien und Kooperationen mit etablierten Finanzhäusern. Das langfristige Potenzial liegt in der Grösse des adressierbaren Marktes, da die Tokenisierung theoretisch Billionenmärkte erfassen kann. Anleger sollten allerdings wissen, dass der Token selbst ein Bewertungsproblem hat, weil er nicht unmittelbar an den Einnahmen des Protokolls beteiligt ist, was das Investment hochspekulativ macht.
Abschliessend verlor der 21shares Ethereum Staking ETP im laufenden Jahr bisher 34,61 Prozent und bildet damit das Schlusslicht des Satellitenportfolios. Der ETP bildet den Ethereum-Kurs zuzüglich einer Staking-Rendite ab. Doch Ethereum durchlief mit drei Verlustquartalen in Folge eine historisch schwache Phase, in der die Kryptowährung bis zur Jahresmitte auf rund 1.570 US-Dollar fiel. Die Staking-Erträge von einigen Prozent können einen derartigen Kursrückgang nicht ausgleichen. Langfristig bleibt Ethereum als zweitgrösste Kryptowährung und wichtige Infrastruktur für Stablecoins und Tokenisierung relevant. Zumal ein Grossteil der Aktivität bei tokenisierten Vermögenswerten auf Ethereum stattfindet und institutionelle Anleger zuletzt gezielt zukauften. Dem stehen jedoch eine hohe Volatilität und der stark spekulative Charakter gegenüber.
Über alle vier Themen hinweg bestätigen die Satelliten damit ihre Rolle im Core-Satellite-Konzept. Sie liefern deutlich höhere Ausschläge als der Kern und das in beide Richtungen. Ein wichtiger Beobachtungspunkt für die zweite Jahreshälfte ist die Frage, ob die grossen Cloud-Konzerne ihre Investitionsbudgets für KI-Infrastruktur wie angekündigt fortsetzen, denn an dieser einen Grösse hängen gleich mehrere Segmente: die Halbleiter- und Mobilitätswerte, die Cybersecurity-Branche und mittlerweile sogar die Nachhaltigkeitsthemen, deren jüngste Erholung massgeblich vom Strombedarf der Rechenzentren getragen wird.
Daniel Dünn, Redaktion TraderFox (finanzen.net)
Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Themen-, Aktien- und Krypto-ETFs unterliegen teils erheblichen Kursschwankungen, zwischenzeitliche Verluste sind möglich.
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