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USD/CHF unter Parität 14.05.2018 13:31:36

Wieso sich der Euro zum Franken kaum bewegt

Wieso sich der Euro zum Franken kaum bewegt

Im Vormittagshandel kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,1990 Dollar. Am Mittag liegt der Kurs bei 1,1982 Dollar.

Gegenüber dem Schweizer Franken zeigt der Euro wenig Bewegung und notiert am Mittag mit 1,1962 Franken etwa auf dem Niveau vom Morgen. Der Dollar/Franken-Kurs liegt mit 0,9982 Franken wieder unter Parität, nachdem er im bisherigen Tagesverlauf vereinzelt kurz darüber lag.

Der Euro reagierte mit Gewinnen, nachdem sich Frankreichs Zentralbankchef Villeroy de Galhau zur geldpolitischen Ausrichtung der EZB geäussert hatte. Auf einer Veranstaltung in Paris sagte er, eine erste Zinsanhebung im Euroraum werde wohl einige Quartale, nicht aber Jahre, nach Beendigung der EZB-Wertpapierkäufe erfolgen. Letzteres wird derzeit zum Jahresende hin erwartet.

Demnach würde die EZB vermutlich im Laufe des kommenden Jahres mit Leitzinsanhebungen beginnen, was auch den aktuellen Markterwartungen entspricht. Der Euro reagierte dennoch mit moderaten Gewinnen. Ausserdem stellte Villeroy de Galhau klar, dass die EZB ihren anvisierten Straffungskurs nicht zugunsten von einzelnen Ländern mit Haushaltsproblemen anpassen werde.

Seitens Konjunkturdaten fällt der Wochenauftakt zwar ruhig aus, weil kaum nennenswerte Zahlen auf dem Programm stehen. Allerdings werden sich im Laufe des Tages weitere zahlreiche Notenbanker zu Wort melden, darunter der Chefvolkswirt der EZB, der Belgier Peter Praet.

Im Vormittagshandel äusserte sich bereits die Präsidentin der regionalen Notenbank von Cleveland, Loretta Mester. Sie hob hervor, dass die US-Notenbank Fed ihr Inflationsziel noch nicht erreicht habe, obwohl das von der Fed bevorzugte Inflationsmass bereits auf Zielhöhe liege. Entscheidend sei jedoch, dass das Inflationsziel von zwei Prozent nachhaltig, also dauerhaft, erreicht werde. Damit sei in den nächsten ein bis zwei Jahren zu rechnen, erklärte Mester.

Im Nachmittagshandel tritt aus den USA noch James Bullard, Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, ans Mikrofon. Bullard hat bis zuletzt immer wieder vor zu raschen Zinsanhebungen durch die US-Notenbank gewarnt, weil er in schnell steigenden Kurzfristzinsen ein konjunkturelles Risiko sieht. Hintergrund sind die in den vergangenen Wochen deutlich gestiegenen Kapitalmarktzinsen in den USA, die dem US-Dollar erheblichen Rückenwind verliehen haben.

COMMERZBANK SIEHT EURO ALS RICHTUNGSWEISEND FÜR EURO/FRANKEN-KURS

Die Commerzbank erachtet den Euro auf mittlere- bis lange Sicht weiterhin als richtungsweisend für den Euro/Franken-Kurs. Zumindest solange die Schweizer Nationalbank (SNB) keinerlei Signale gebe, einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik zu erwägen, so die Commerzbank-Experten.

Seit September letzten Jahres bezeichne die SNB den Franken zwar nicht mehr als "deutlich überbewertet" sondern nur noch als "hoch bewertet". In der geänderte Rhetorik sieht die Commerzbank in erster Linie ein Signal, dass die SNB bei Euro/Franken-Kursen über 1,15 nicht versuchen wird, den Kurs durch aktive Interventionen künstlich weiter nach oben zu treiben. Allerdings habe die SNB auch recht klar signalisiert, dass sie erneut aktiv werden würde, sollte der Kurs wieder merklich fallen.

Die Commerzbank geht in diesem Zusammenhang davon aus, dass die SNB ihre Geldpolitik stark an der Europäischen Zentralbank (EZB) ausrichte, was bedeute, dass sie ihre Geldpolitik wohl erst straffen werde, wenn die EZB dies in hinreichendem Ausmass zuvor getan habe. Für die kommenden Monate geht die Commerzbank nun davon aus, dass der Franken tendenziell an Boden verlieren wird, da der schwächere Konjunkturausblick für die Eurozone und der damit geringere Spielraum der EZB noch nicht adäquat im Wechselkurs reflektiert worden sei.

Unter dem Strich erwarten die Commerzbank-Experten, dass die anhaltende expansive Geldpolitik der SNB im Vergleich zur EZB verhindert, dass der Euro/Franken-Kurs deutlich unter Niveaus von 1,14 bis 1,15 Franken fällt. bgf/jsl/stw/jl

FRANKFURT (awp international)

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Bildquelle: Capture Light / Shutterstock.com,SCHWEIZERISCHE NATIONALBANK SNB,Vasin Lee / Shutterstock.com

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