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Vor EZB-Entscheidungen 04.06.2020 13:20:36

Wieso der Euro zum Franken weiter nachgibt

Wieso der Euro zum Franken weiter nachgibt

Die Gemeinschaftswährung Euro geriet leicht unter Druck und pendelte zuletzt um die Marke von 1,12 US-Dollar. Am Mittag notierte der Euro bei 1,1207 Dollar. Am Vortag war der Euro noch bis auf 1,1257 Dollar gestiegen, was den höchsten Stand seit Mitte März bedeutete.

Gegenüber dem Franken gibt der Euro weiter nach. Er notiert derzeit bei 1,0757, nachdem er am Morgen noch bei 1,0786 gelegen hatte und am Vorabend bei über 1,08. Der US-Dollarschwächt sich ebenfalls ab: bei aktuell 0,9600 oszilliert er um die Marke von 96 Rappen, lag also auch schon knapp darunter. Am Vorabend kostete er immerhin noch 0,9621 Fr.

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Händler erklärten die Euro-Schwäche mit einer recht breit angelegten Stärke des Dollar. Der Greenback legte zu vielen Währungen zu und profitierte damit von seinem Status als weltweite Reservewährung, die in Phasen geringer Risikobereitschaft an den Finanzmärkten oft gefragt ist. An diesem Donnerstag hielten sich die Aktienanleger vor der am Nachmittag anstehenden Zinsentscheidung der EZB zurück, nachdem die Kurse an den Börsen zuletzt deutlich gestiegen waren.

Die Anleger spekulieren auf eine Ausweitung des in der Krise aufgelegten Anleihekaufprogramms der EZB. Bisher hat PEPP ein Volumen von 750 Milliarden Euro. Eine Ausweitung und zeitliche Verlängerung gilt zwar als wahrscheinlich, aber nicht als sicher.

Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank verwies darauf, dass wohl bereits sehr viele positive Wirtschaftsnachrichten im Eurokurs eingepreist seien. So hatten sich angesichts der Lockerungen der Corona-Beschränkungen einige wirtschaftliche Frühindikatoren erholt. "Die Frage aller Fragen bleibt jedoch, ob die Krise einen bleibenden Schaden hinterlässt, und wenn ja, wie gross dieser ist."

Kaum eine Rolle spiele am Devisenmarkt das 130 Milliarden Euro schwere Konjunkturpaket, mit dem die schwarz-rote Koalition in Berlin die Wirtschaft in der Corona-Krise ankurbeln will. Die Massnahmen beinhalten für 2020 und 2021 unter anderem eine Senkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für Kommunen, Zuschüsse für Familien und höhere Kaufprämien für Elektroautos. Clemens Fuest, Präsident des Ifo Instituts, sagte: "Das Ganze wird der Bevölkerung sicherlich auch Mut machen und den Unternehmen und die Stimmung ein bisschen verbessern." Die Virus-Krise selbst sei aber doch so massiv, dass man sie damit nicht so leicht aus der Welt schaffen könne.

FRANKFURT (awp international)

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Bildquelle: filmfoto / Shutterstock.com,istock/papadesign

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