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Krypto-Risiko 26.04.2026 14:44:00

Warum Donald Trumps Kryptoprojekt World Liberty sich einem Investoren-Aufstand gegenübersieht

Warum Donald Trumps Kryptoprojekt World Liberty sich einem Investoren-Aufstand gegenübersieht

World Liberty Financial steht wegen Kreditaufnahmen und blockierter Gelder in der Kritik. Während Gründer Millionen abziehen, wächst die Angst vor einem Kollaps.

• Kredit über 75 Millionen US-Dollar
• Zirkelwirtschaft und Interessenkonflikte
• Die Risiken sind beim Nutzer; Kartenhaus

Ein beispielloser Zugriff auf Nutzergelder

Im Zentrum der Aufregung steht ein massiver Kredit über insgesamt 75 Millionen US-Dollar in Stablecoins, den World Liberty Financial durch die Hinterlegung von fünf Milliarden eigenen WLFI-Token abgesichert hat. Dieses Manöver hat den Liquiditätspool der Plattform Dolomite fast vollständig geleert, wobei die Pool-Auslastung laut Forbes die Marke von 100 Prozent erreichte. Da nun das gesamte verfügbare Kapital in diesem Insider-Kredit gebunden ist, sitzen andere Einleger in der Falle und können ihre eigenen Stablecoins nicht mehr abheben.

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Der X-User und Blogger @DefiIgnas warnte auf X.com sinngemäss: "Sei kein Geldgeber für Trumps Kartell".

Interessenkonflikte und die Gefahr der Zirkelwirtschaft

Besonders besorgniserregend ist die personelle Verflechtung zwischen dem Kreditnehmer und dem Kreditgeber. Corey Caplan, ein Mitbegründer von Dolomite, fungiert gleichzeitig als Berater und CTO für World Liberty Financial, wie sowohl Forbes als auch CoinDesk betonen. Diese mangelnde Distanz ermöglichte es dem Projekt, den eigenen Governance-Token WLFI als Sicherheit zu hinterlegen, um damit den projekteigenen Stablecoin USD1 zu leihen. CoinDesk spricht hierbei von einer gefährlichen "zirkulären Ökonomie", die darauf basiert, Werte aus dem Nichts zu schaffen und gegen echtes Nutzerkapital zu beleihen. Um diese riesige Position überhaupt zu ermöglichen, wurde das Einlagenlimit für WLFI-Token auf Dolomite gezielt auf 5,1 Milliarden Token angehoben, wie Forbes ergänzt.

Der Nutzer als "Exit Liquidity"

Während die Nutzer der Plattform feststecken, fliessen beträchtliche Summen an externe Börsen ab. On-Chain-Daten zeigen, dass über 40 Millionen US-Dollar an Coinbase Prime gesendet wurden, was wie CoinDesk schreibt, üblicherweise der Umwandlung von Krypto-Assets in Fiat-Währungen wie US-Dollar dient. Besonders brisant ist hierbei, wie Forbes ausführt, der finanzielle Hintergrund der Trump-Familie, die durch einen Revenue-Sharing-Deal offenbar 75 Prozent der Einnahmen aus den Token-Verkäufen erhält; Analysten schätzen, dass die mit der Familie verbundenen Unternehmen bereits zwischen 390 und 463 Millionen US-Dollar eingestrichen haben.

Das Kartenhaus der Marktbewertung

Der Markt reagierte auf diese Enthüllungen mit einem massiven Vertrauensverlust, wodurch der WLFI-Token auf ein neues Rekordtief fiel. Das Kernproblem liegt, wie CoinDesk ausführt, in der mangelnden Markttiefe des Tokens; ein Versuch, die hinterlegten Sicherheiten im Falle einer Liquidation zu verkaufen, würde den Preis unweigerlich gegen Null treiben. Sollte der Wert von WLFI weiter sinken, droht Dolomite auf uneinbringlichen Schulden sitzen zu bleiben, da die nominellen Sicherheiten von über 400 Millionen US-Dollar in der Realität nicht liquidierbar sind. Die versprochenen Renditen von über 30 Prozent für Einleger erweisen sich, wie Forbes betont, als gefährliche Falle, da sie zwar auf dem Papier existieren, aber aufgrund der leeren Pools nicht ausgezahlt werden können.

Markus Maier, Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Jaruwan Jaiyangyuen / Shutterstock.com,Action Sports Photography / Shutterstock.com
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