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SNB im Blick 24.05.2022 17:12:00

Euro steigt über 1,07 US-Dollar - - zum Franken unter 1,03 - Die Gründe für das Eurohoch

Euro steigt über 1,07 US-Dollar - - zum Franken unter 1,03 - Die Gründe für das Eurohoch

Der Euro ist am Dienstag erstmals seit Ende April über 1,07 US-Dollar gestiegen.

Am Nachmittag kletterte der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,0747 Dollar. Am Morgen hatte sie noch merklich unter 1,07 Dollar notiert.

Zum Franken gab der Euro am Nachmittag hingegen etwas nach und fiel unter die 1,03-Marke. Das EUR/CHF-Paar notiert aktuell bei 1,0292 nach 1,0346 Franken am Mittag. Der US-Dollar fiel derweil unter die Marke von 0,96 Franken und wurde zu 0,9596 nach 0,9661 Franken am Mittag gehandelt.

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Gestützt wurde der Euro zum Dollar durch die Aussicht auf Leitzinsanhebungen durch die EZB. Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits am Montag den erwarteten Straffungskurs der Zentralbank konkretisiert, indem sie für den Spätsommer ein Ende negativer Leitzinsen in Aussicht stellte. Hintergrund der Straffung ist die hohe Inflation. Steigende Zinsen machen eine Währung für Anleger attraktiver.

Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau machte jedoch klar, dass die EZB derzeit für den Juli keinen grossen Zinsschritt um 0,50 Prozentpunkte anstrebt. Die kommenden Zinsanhebungen würden vielmehr graduell ausfallen. Der österreichische Notenbankchef, Robert Holzmann, sprach sich hingegen für einen grossen Zinsschritt aus. Er gilt jedoch als geldpolitischer Falke und spricht sich im Zweifel für eine restriktivere Geldpolitik aus.

Am Nachmittag lasteten schwache US-Konjunkturdaten auf dem Dollar. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global trübte sich im Mai überraschend deutlich ein. Zudem schwächt sich der Immobilienmarkt immer weiter ab. So sind die Verkäufe neuer Häuser im April überraschend deutlich gefallen. Die steigenden Hypothekenzinsen und die gestiegenen Preise lasten auf dem Markt.

Erheblich eingetrübt hat sich die Unternehmensstimmung in Grossbritannien. Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global signalisiert nur noch ein schwaches Wachstum. Besonders die Stimmung im Dienstleistungssektor trübte sich ein. "Die Umfragedaten deuten darauf hin, dass das Wirtschaftswachstum fast zum Stillstand gekommen ist, während der Inflationsdruck auf ein noch nie dagewesenes Niveau gestiegen ist", kommentierte Chris Williamson, Chefvolkswirt bei S&P Global Market Intelligence. "Die jüngsten Daten deuten auf ein erhöhtes Risiko einer Rezession hin." Das britische Pfund geriet daraufhin zum Dollar und zum Euro unter Druck.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85750 (0,84783) britische Pfund und 136,49 (136,05) japanische Yen fest.

Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 1863 Dollar gehandelt. Das waren rund 9 Dollar mehr als am Vortag.

FRANKFURT (awp international)


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