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Rückgang 20.02.2021 03:24:41

Diebstahl, Hacks & Co.: Weniger Kryptokriminalität 2020 - Kriminalität in einzelne Bereichen nimmt zu

Diebstahl, Hacks & Co.: Weniger Kryptokriminalität 2020 - Kriminalität in einzelne Bereichen nimmt zu

Kryptowährungen haben im vergangenen Jahr kräftig Rückenwind erfahren. Während Kryptokriminalität 2020 insgesamt zurückging, erlebten einzelne kriminelle Trends Hochkonjunktur.

• Kryptokriminalität 2020 rückläufig
• Ransomware-Angriffe nehmen drastisch zu
• DeFi von vermehrten Diebstählen betroffen

Für Bitcoin & Co. war das Jahr 2020 ein besonders erfolgreiches. Im Zuge der Coronakrise ging es für die Cyberdevisen - ausgenommen eines Einbruchs im März - stetig bergauf. Die Ur-Kryptowährung Bitcoin schaffte es sogar, ein neues Allzeithoch aufzustellen, das im neuen Jahr sogar noch einmal übertroffen werden konnte. Und auch andere Digitalwährungen freuten sich über regen Zulauf, der bislang noch ungebrochen ist.

Gleichzeitig gingen mit Bitcoin & Co. in Verbindung stehende Verbrechen im letzten Jahr zurück. Zwar kommen die durch Diebstahl, Hacks oder Betrug entstandenen Verluste 2020 auf eine satte Summe von 1,9 Milliarden US-Dollar; dabei handelt es sich jedoch um einen Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 57 Prozent, wie die Nachrichtenagentur Reuters mit Bezug auf Daten des Krypto-Unternehmens CipherTrace berichtete. So seien im Jahr 2019 Krypto-Verbrecher noch mit 4,5 Milliarden US-Dollar davon gekommen.

Kryptowährung seltener für kriminelle Aktivitäten verwendet

Auswertungen der Blockchain-Firma Chainalysis zeigen daneben, dass Kryptowährungen im letzten Jahr weniger oft für illegale Aktivitäten verwendet wurden, wie CNBC schreibt. Lediglich 0,34 Prozent des Krypto-Transaktionsvolumens seien 2020 illegale Aktivitäten gewesen. Im Jahr belief sich dieser Wert dagegen noch auf ungefähr zwei Prozent.

Solche illegalen Aktivitäten können beispielsweise Käufe im Darknet, Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung sein. Aber auch Diebstahl, Betrügereien (Scams) und Angriffe mit Ransomware gehören dazu.

Ransomware-Angriffe auf dem Vormarsch

Dabei zeigen die Chainalysis-Daten auch, dass insbesondere letztere im vergangenen Jahr förmlich explodiert sind. Bei Ransomware handelt es sich um eine bösartige Software, die Hacker nutzen, um einen Computer zu sperren. Im Anschluss wird dann vom Betroffenen Lösegeld - oft in Form von Bitcoin oder anderen Cyberdevisen - gefordert, um das Gerät wieder zu entsperren. Diese Erpressungsart hat im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 311 Prozent erfahren. Dabei spielt den Verbrechern insbesondere der vermehrte Trend zum Homeoffice in die Hände.

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Der Darknet-Handel floriert

Neben den vermehrten Ransomware-Angriffen, geht aus den Informationen von Chainalysis auch hervor, dass der Kryptohandel im Darknet 2020 förmlich auswucherte. Insgesamt seien Kryptotransaktionen im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar hier verbucht worden, was im Vergleich zu 2019 einem Anstieg von rund 30 Prozent entspreche. Bei dem Darknet handelt es sich um einen Teil des Internet, der nicht mit herkömmlichen Browsern aufgerufen werden kann und der sich ganz dem möglichst anonymen Surfen verschrieben hat - und damit auch einen Deckmantel für illegale Aktivitäten bietet. Wer im Darknet illegale Waren und Dienstleistungen kaufen bzw. zum Kauf anbieten möchte, könnte als Zahlungsmethode Kryptowährungen wählen, da diese ebenfalls keinen Rückschluss auf den Besitzer bzw. Sender ermöglichen.

Mehr DeFi-Diebstähle

Die Krypto-Experten von CipherTrace haben noch einen weiteren kriminellen Trend im vergangenen Jahr ausgemacht. So sei auffällig, dass es bei Diebes-Verbrechen eine Verlagerung von zentralisierten Finanzinstitutionen hin zur dezentralisierten Finanzwirtschaft (DeFi) gegeben hätte.

"Diebstähle durch Hacks von zentralisierten Börsen nehmen weiter ab, da diese Finanzinstitutionen reifer werden und stärkere Sicherheitsmassnahmen umsetzen", kommentiert dazu CipherTrace-CEO Dave Jevans im Gespräch mit Reuters. Diese verstärkten Massnahmen treiben Kriminellen nun in den noch jungen DeFi-Sektor, da dieser (noch) nicht der gleichen Regulierung wie zum Beispiel Banken unterliegt.

Wie Bitcoin Suisse auf der eigenen Webseite verlautet, wird DeFi "in der Regel zur Beschreibung aller Anwendungen und Unternehmen verwendet, die Finanzdienstleistungen auf Basis dezentraler Blockchain-Technologie anbieten." Im Gegensatz zu herkömmlichen Banken, werden Darlehen hier über sogenannte Smart Contracts vergeben, die wiederum durch Computercode durchgesetzt werden.

Der Wert an über DeFi vergebene Darlehen ist laut DeFi Pulse-Informationen, die Reuters vorliegen, seit August 2020 bis Ende Januar 2021 um 500 Prozent gewachsen. Das bietet natürlich auch Kriminellen mehr Möglichkeiten. Laut CipherTrace hätten die Hälfte der Krypto-Diebstähle 2020 mit DeFi in Verbindung gestanden - 129 Millionen US-Dollar.

Redaktion finanzen.ch

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