Risikoaversion 05.02.2020 15:59:00

Coronavirus führt laut SNB auch zur Aufwertung des Frankens

Coronavirus führt laut SNB auch zur Aufwertung des Frankens

"Wir gehen davon aus, dass das Coronavirus eine Rolle spielt bei der jüngsten Aufwertung des Frankens", sagte Jordan im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Vorabdruck zur Ausgabe vom 5.2.).

Der Ausbruch der Krankheit habe auch die Börsenkurse beeinflusst, fuhr Jordan fort. Der Risikoappetit an den Märkten sei kleiner geworden und wie oft in solchen Situationen habe sich der Franken dadurch aufgewertet. Zudem seien im Handelsstreit zwischen den USA und China mit dem vereinbarten Teilabkommen noch lange nicht alle Probleme gelöst und im Nahen Osten neue Konflikte aufgeflackert, verwies Jordan auf weitere Problemfelder.

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"Sind kein Währungsmanipulator"

Deshalb bleibe die aktuelle Geldpolitik der SNB die richtige, unterstrich Jordan den eingeschlagenen Weg. "Wir halten am Negativzins fest und sind weiterhin bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren." Die beiden Instrumente seien unerlässlich. Sie reduzierten den Druck auf den Franken und sorgten für Preisstabilität.

Der Notenbankchef wehrte sich gegen die Kritik, die Schweiz oder die SNB sei ein Währungsmanipulator. "Wir setzen unsere geldpolitischen Instrumente ein, um angemessene monetäre Bedingungen aufrechtzuerhalten und eine deflationäre Entwicklung in der Schweiz zu verhindern. Das ist unsere Verantwortung", sagte Jordan. Von möglichen weiteren Devisenkäufen lasse man sich nicht abhalten, auch nicht von amerikanischer Seite.

Negativzins bleibt noch einige Zeit

Jordan geht davon aus, dass Negativzinsen in der Schweiz noch einige Zeit bestehen werden. "Wie lange genau, lässt sich schwer prognostizieren und hängt von der internationalen Zinsentwicklung ab", so der SNB-Präsident. Falls notwendig habe die SNB auch Spielraum, die Zinsen weiter zu senken.

Die Abschaffung der Negativzinsen, wie die Schwedische Reichsbank getan hat, sieht Jordan derzeit nicht als Option. Denn dann würde der Franken sehr stark aufwerten und so eine Rezession mit steigender Arbeitslosigkeit auslösen. In Schweden sei die Währung kein sicherer Hafen und die Inflation angestiegen, weshalb dort die Anhebung der Zinsen möglich gewesen sei.

Jordan räumte aber auch ein, dass es mit dem Euro der weniger als 1,07 Franken kostet für einige Wirtschaftszweige schwieriger sei, als in Zeiten mit Kursen von über 1,10 Franken. Davon betroffen seien vor allem der Tourismus und Teile der Industrie. Und das Thema tiefe Zinsen beschäftige auch die Sparer und die Banken. Um die Nebenwirkungen abzufedern, habe die SNB die Freibeträge erhöht, ab denen Banken für Gelder Negativzinsen bezahlen müssen. Das ermögliche es den Banken, den Negativzins von den Kleinsparern fernzuhalten.

Zürich (awp)

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Bildquelle: FABRICE COFFRINI/AFP/Getty Images,Vladimir Wrangel / Shutterstock.com

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