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Talfahrt geht weiter 12.05.2022 10:04:00

Blutbad am Kryptomarkt hält an: Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit Ende 2020

Blutbad am Kryptomarkt hält an: Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit Ende 2020

Die Talfahrt am Kryptomarkt geht weiter. Am Donnerstag mussten viele Digitalwährungen, darunter der bekannteste Digitalwert Bitcoin, erneut erhebliche Kursverluste hinnehmen.

Die Ur-Kryptowährung Bitcoin fiel auf der Handelsplattform Bitfinex mit 26 591 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Ende 2020. Allein auf Sicht eines Monats hat der Bitcoin ein Drittel seines Werts eingebüsst. Seit Jahresanfang sind es gut 40 Prozent.

Auch andere Digitalwerte gaben im Kurs weiter nach. Der nach Bitcoin zweitgrösste Digitalwert Ether fiel deutlich unter die Marke von 2000 US-Dollar. Ether hat seit Jahresbeginn etwa die Hälfte seines Werts verloren. Der Marktwert aller rund 19 400 Kryptoanlagen beträgt derzeit rund 1,1 Billionen Dollar. Der Rekordwert von fast drei Billionen Dollar, erreicht im November vergangenen Jahres, ist weit entfernt.

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"Es herrscht die absolute Ausverkaufsstimmung am Markt", erklärte Kryptoexperte Timo Emden von Emden Research. Fachleute führen die schlechte Stimmung der Marktteilnehmer auf zwei Gründe zurück: Zum einen sorgt die Aussicht auf vielerorts steigende Leitzinsen für Skepsis am Kryptomarkt. Digitalanlagen werfen keine laufenden Erträge ab, weshalb steigende Zinsen an ihrer Attraktivität rütteln. Zinstragende Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere werden dagegen beliebter.

Als zweiter Grund gelten Turbulenzen bei einer bekannten Kryptowährung namens TerraUSD oder UST. Dabei handelt es sich um einen sogenannten "Stable Coin", der sich in Abgrenzung zu anderen Digitalwerten durch besondere Wertstabilität auszeichnen soll. TerraUSD will dies durch einen speziellen Algorithmus erreichen, der die Kryptowährung in einem stabilen Verhältnis zum US-Dollar halten soll.

In den vergangenen Tagen hat sich der UST-Kurs aber von seiner Anbindung an den Dollar gelöst und ist erheblich unter Druck geraten. Der Vorfall, dessen Gründe noch unklar sind, wirft ein schlechtes Licht auf den ohnehin angekratzten Ruf vieler Digitalwährungen. Sie gelten als energieintensiv und anfällig für kriminellen Missbrauch. Ausserdem schwanken sie oft stark im Wert, was sie als Anlage für Kleinanleger eher ungeeignet erscheinen lässt.

FRANKFURT (awp international)


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