14.01.2020 13:30:56

Preiskorrektur bei Gold setzt sich fort

Energie: China importiert so viel Rohöl wie nie zuvor

Die Daten der chinesischen Zollbehörde zeigen für Dezember rekordhohe Rohölimporte von 45,76 Mio. Tonnen. Auf Tagesbasis waren die Importe im November allerdings mit umgerechnet 11,13 Mio. vs. 10,78 Mio. Barrel im Dezember noch etwas höher. Insgesamt hat China im Vorjahr mit 506 Mio. Tonnen bzw. 10,12 Mio. Barrel täglich das 17. Jahr in Folge mehr Rohöl importiert als im Jahr davor. Der Anstieg ggü. dem Vorjahr fiel zudem mit 9,5% recht stark aus, insbesondere im Hinblick auf die schleppende Autokonjunktur auch im Reich der Mitte. Wahrscheinlich war die starke Nachfrage zum Jahresende besonders durch private Raffinerien getrieben, die ihre Importquoten ausfüllen wollten. Zudem dürfte auch die Anfang 2020 in Kraft getretene Absenkung des zulässigen Schwefelgehalts in Schiffskraftstoffen (IMO 2020) die Ölnachfrage der chinesischen Raffinerien begünstigt haben. Aufschluss darüber werden die Daten zur Rohölverarbeitung am Freitag geben. In diesem Jahr dürfte sich die chinesische Ölnachfrage laut dem grössten chinesischen Ölproduzenten CNPC allerdings stark verlangsamen, wobei deren Anstieg nur halb so stark ausfallen dürfte wie im Vorjahr. Eine schnelle Einigung im Handelskonflikt und eine Wiederbelebung der Konjunktur könnten hier also für eine positive Überraschung sorgen.

Gute Versorgungslage am Ölmarkt voraus

Heute veröffentlicht die US-Energiebehörde aktuelle Einschätzungen für Angebot und Nachfrage an den Energiemärkten. Erstmals enthalten sind darin auch Prognosen für 2021. Im Fokus dürfte dabei insbesondere die Erwartung der EIA für die US-Ölproduktion stehen. Die Bohraktivität fällt bereits seit einem Jahr. In der letzten Berichtswoche fiel die Zahl der aktiven Ölbohrungen laut Baker Hughes auf das niedrigste Niveau seit März 2017. Dennoch ist die US-Ölproduktion Ende 2019 auf ein Rekordniveau von 12,9 Mio. Barrel pro Tag gestiegen. Haupttreiber ist die weiterhin stark steigende Schieferölproduktion im Permian Basin. Andernorts hat die Dynamik allerdings spürbar nachgelassen. In einigen Schieferölvorkommen fällt die Produktion bereits. Von daher ist eine weitere Abflachung der US-Ölproduktion zu erwarten. Dennoch dürfte der Druck auf die OPEC bestehen bleiben, an den Produktionskürzungen auch über März hinaus festzuhalten. Denn dank einer steigenden Ölproduktion in den USA, Brasilien und Norwegen sowie des neuen Produzenten Guyana wird das Nicht-OPEC-Angebot auch 2020 deutlich stärker zulegen als die globale Nachfrage.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Edelmetalle: Preiskorrektur bei Gold setzt sich fort

Gold ist im aktuellen Marktumfeld, das von höherem Risikoappetit der Marktteilnehmer geprägt ist, nicht gefragt. Heute Morgen ist es zeitweise unter 1.540 USD je Feinunze gefallen. Wir führen dies auf weitere Gewinnmitnahmen zurück. So haben sich die ETF-Abflüsse auch gestern fortgesetzt (knapp vier Tonnen). Die Nachrichtenlage spricht derzeit gegen steigende Goldpreise und deutet eher darauf hin, dass sich die Korrektur fortsetzt. Denn der Optimismus der Marktteilnehmer gerade im Hinblick auf ein (Teil-)Handelsabkommen zwischen den USA und China ist gross. Hinzu kamen zuletzt bessere Konjunkturdaten aus China, so auch heute (siehe Industriemetalle unten), und die Lage im Mittleren Osten ist nicht mehr weiter eskaliert. Während Silber und Platin von Gold mit nach unten gezogen werden, hält sich Palladium in der Nähe seines Rekordhochs. Es ist mittlerweile 600 USD teurer als Gold.

Erholung der chinesischen Autoabsätze könnte Palladium unterstützen

Der Verband der chinesischen Automobilproduzenten (CAAM) hat gestern die schwachen Autoabsatzzahlen der Passenger Car Association für 2019 bestätigt. Daten der CAAM zufolge wurden in China im letzten Jahr 9,6% weniger Autos verkauft als im Jahr zuvor. Dies war auch gemäss CAAM-Daten der zweite Jahresrückgang in Folge. In diesem Jahr sollen die Autoabsätze laut Einschätzung der CAAM zwar nochmals sinken, aber nicht mehr in dem Ausmass wie 2019. Hierzu dürften auch Elektroautos beitragen, deren Absatz in der zweiten Jahreshälfte 2019 stark zurückgegangen war, da die Regierung in Peking die Subventionen weiter zurückgeschraubt hatte. Laut Aussagen des Ministers für Industrie und Informationstechnologie erwägt die Regierung nun, die für Mitte des Jahres geplante weitere Subventionskürzung nicht durchzuführen. Eine Erholung der chinesischen Autoabsätze wäre wohl auch positiv für Palladium.

Industriemetalle: Kupfer steigt auf 8-Monatshoch, hohe Metallimporte Chinas

An den Metallmärkten ist der Optimismus wohl vor allem hinsichtlich des Handelsstreits zwischen den USA und China weiter gross. Im Vorfeld der für morgen geplanten Unterzeichnung des „Phase-1-Abkommens“ hat die US-Regierung China nicht mehr als Währungsmanipulator eingestuft. Die chinesische Währung hat daraufhin weiter aufgewertet. Kupfer ist gestern auf fast 6.300 USD je Tonne und damit den höchsten Stand seit über acht Monaten gestiegen. Heute Morgen verteidigt es weitgehend seine Gewinne. Die guten Handelsdaten aus China geben dem Kupferpreis zum Handelsstart interessanterweise keinen weiteren Auftrieb. Im Dezember sind sowohl die Importe als auch die Exporte Chinas deutlich stärker gestiegen als erwartet, was allerdings zum Teil auf einen Basiseffekt zurückzuführen war. Die zuletzt veröffentlichten Daten deuten aber auf eine Stabilisierung der Wirtschaft in China hin. Die hohen Importe könnten auch signalisieren, dass China im Vorfeld des Teilhandelsabkommens guten Willen demonstriert und mehr US-Waren gekauft hat. Auf die Metalle bezogen heisst dies gemäss Daten der Zollbehörde, dass China im Dezember 527 Tsd. Tonnen unverarbeitetes Kupfer importiert hat, 23% mehr als im Vorjahr und die grösste Menge seit März 2016. Die Einfuhren von Kupfererz und -konzentrat lagen mit 1,93 Mio. Tonnen sogar 32% über dem Vorjahresniveau. Im Gesamtjahr 2019 hat China eine rekordhohe Menge Kupfererz und -konzentrat importiert, da die Schmelzkapazitäten stark ausgebaut wurden. Dies ging allerdings zulasten der Margen, so dass die chinesischen Schmelzen in den kommenden Monaten weniger Kupfer produzieren und entsprechend weniger Erz und Konzentrat am Weltmarkt nachfragen könnten. Die Importe von Eisenerz haben im Dezember mit 101,3 Mio. Tonnen den zweithöchsten Monatswert überhaupt erreicht. Wegen hoher Importe in der zweiten Jahreshälfte wurde die Vorjahresmenge 2019 leicht überschritten.

Finanzen.net News

pagehit
;