19.02.2020 13:30:22

Palladium kennt keine Grenzen

Energie: Neue US-Sanktionen und geringeres Ölangebot geben Ölpreisen Auftrieb

Der Brentölpreis steigt am Morgen auf 58,4 USD je Barrel. Seit gestern Nachmittag legte der Preis damit um ca. 2 USD zu. Auslöser war die Ankündigung der US-Regierung, Sanktionen gegen eine Tochterfirma des grössten russischen Ölproduzenten, Rosneft, zu erheben. Dieser wird vorgeworfen, Ölgeschäfte mit Venezuela getätigt und damit gegen bestehende US-Sanktionen verstossen zu haben. Direkte Auswirkungen für das Ölangebot von Rosneft ergeben sich daraus u.E. nicht. Allerdings dürfte die Möglichkeit Venezuelas, Öl an den Markt zu bringen, dadurch weiter eingeschränkt werden. Zuletzt produzierte Venezuela laut OPEC-Monatsbericht noch ca. 730 Tsd. Barrel Rohöl pro Tag, wobei die Produktionsmenge seit letzten Herbst wahrscheinlich auch dank der russischen Mithilfe leicht gestiegen ist. Stark eingeschränkt bleibt die Ölproduktion in Libyen. Anfang der Woche lag diese Angaben der staatlichen Ölfirma NOC zufolge bei 136 Tsd. Barrel pro Tag. Das sind gut 1 Mio. Barrel pro Tag weniger als vor Beginn der Blockaden von Ölhäfen und Pipelines durch Truppen des abtrünnigen Generals Haftar vor einem Monat. Die dadurch resultierenden Lieferausfälle helfen der OPEC, wenn auch ungewollt, den Nachfrageausfall durch das Covid-19-Virus zumindest teilweise auszugleichen. Entgegenkommen dürfte der OPEC auch, dass das Schieferölangebot aus den USA weniger stark sprudelt als noch vor einigen Monaten. Die US-Energiebehörde rechnet für März nur noch mit einem Anstieg um 17,4 Tsd. Barrel pro Tag. Zudem wurde der Anstieg im Februar nach unten revidiert, so dass die Schieferölproduktion im März mit 9,17 Mio. Barrel pro Tag sogar etwas niedriger ausfallen soll als im Vormonat für Februar erwartet wurde. Der Anstieg wird nur noch durch das Permian Basin getragen. In den anderen Schieferölvorkommen ist die Produktion bereits rückläufig.

Edelmetalle: Gold steigt über 1.600 USD, neues Allzeithoch in Euro

Gold ist gestern erstmals seit Anfang Januar über die Marke von 1.600 USD je Feinunze gestiegen. Gold in Euro hat mit knapp 1.490 EUR je Feinunze ein neues Allzeithoch erreicht. Gold widersetzt sich damit weiterhin dem festen US-Dollar und ist im Zuge des Covid-19-Virus offenbar nach wie vor als sicherer Hafen gut nachgefragt. Der Preisanstieg von Gold wird von anhaltenden ETF-Zuflüssen begleitet. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs haben gestern erstmals überhaupt die Marke von 2.600 Tonnen überschritten. Wie der IWF heute Morgen berichtete, haben im Dezember und auch im Januar einige Zentralbanken weiter Gold gekauft, allerdings in geringerem Ausmasse als zuvor. Die chinesische Zentralbank dagegen hat bereits seit Oktober kein Gold mehr gekauft, seitens der russischen Zentralbank gibt es für Januar noch keine Daten. Im Zuge von Gold legen Silber und Platin zu: Silber steigt auf 18,3 USD je Feinunze, Platin kostet wieder 1.000 USD je Feinunze.

Der Irrsinn bei Palladium geht weiter

Am Palladiummarkt geht unterdessen der Irrsinn weiter: Auf einen Preisanstieg um über 4% gestern folgte heute Morgen zeitweise ein Sprung um über 8% auf 2.850 USD je Feinunze. Seit gestern Morgen hat Palladium somit um rund 330 USD zugelegt. Es gibt zwar weiterhin Meldungen, die auf einen stark angespannten Markt hindeuten wie zum Beispiel die Defizitschätzung des weltweit grössten Palladiumproduzenten oder die sich anbahnende Stützung des chinesischen Automobilsektors. Diese rechtfertigen unseres Erachtens aber nicht den neuerlichen Preissprung. Aktuell ist Palladium 1.800 USD teurer als Platin und 1.200 USD teurer als Gold. So gross war die Preisdifferenz von Palladium zu diesen beiden Edelmetallen noch nie.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Industriemetalle: Optimismus und Pessimismus wechseln sich ab

An den Metallmärkten scheint die Erholungsbewegung ausgelaufen zu sein. Der LME-Industriemetallindex hat sich knapp unterhalb von 2.700 Punkten eingependelt. Kupfer handelt seit einigen Tagen um die Marke von 5.800 USD je Tonne. Die Händler schwanken offenbar in Bezug auf das Covid-19-Virus zwischen Optimismus und Pessimismus und sind sich nicht schlüssig, welche Richtung sie einschlagen sollen. Auf der einen Seite gibt es Nachrichten, wonach sich das Virus mittlerweile langsamer ausbreitet und die Behörden zuversichtlich sind, es in den nächsten Wochen eindämmen zu können. Zudem bestehen Hoffnungen auf Stimulierungsmassnahmen der Wirtschaft in China. Auf der anderen Seite kämpfen viele Unternehmen in und ausserhalb Chinas weiterhin mit den Auswirkungen des Virus. Wegen Transportrestriktionen sind viele Lieferketten nach wie vor unterbrochen und viele Arbeiter unterliegen noch Quarantänebestimmungen, so dass sie bislang nicht an ihre Arbeitsplätze zurückkehren konnten. Einem Handelsverband zufolge verzeichnen einige chinesische Metallproduzenten Auftragsrückgänge und Schadenersatzforderungen wegen nicht gelieferter Waren. Auch nehmen einige Kunden Lieferungen aus China aus Angst vor dem Virus nicht mehr ab. China ist der weltweit grösste Exporteur von Stahl und Aluminium. Das weltweit grösste Minenunternehmen hat gestern im Rahmen seiner Halbjahresberichterstattung vor negativen Konsequenzen für die chinesische und globale Wirtschaft sowie für die Rohstoffnachfrage gewarnt, sollte das Virus im laufenden Quartal nicht nachweislich eingedämmt werden können.

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