21.11.2019 13:30:56

Ölpreise legen zu

Energie: Ölpreise legen zu, Russland doch zu stärkeren Produktionskürzungen bereit?

Das Auf und Ab der Ölpreise setzt sich fort. Gestern stiegen die Preise kräftig und machten damit die Verluste vom Vortag wieder wett. Brent handelt am Morgen bei gut 62 USD je Barrel und damit fast 2 USD über dem gestrigen Tief. Schlechter als Brent entwickelte sich der Gasölpreis. Dieser stieg nur unterdurchschnittlich auf 574 USD je Tonne, so dass der Gasöl-Brent-Crackspread inzwischen nur noch bei etwas über 14 USD je Barrel liegt. Niedriger war er zuletzt Mitte Juli. Von einem “IMO 2020”-Effekt ist somit nur sechs Wochen vor Inkrafttreten des strengeren Schwefellimits für Schiffskraftstoffe zumindest im Gasöl-Segment nichts zu sehen. Der Anstieg der Ölpreise setzte ein, nachdem Hoffnungen aufkamen, dass sich Russland doch an stärkeren Produktionskürzungen beteiligen könnte. Energieminister Nowak sprach davon, dass sein Ministerium noch keine klare Position für das bevorstehende “OPEC+”-Treffen hat. Präsident Putin betonte den Willen Russlands zu einer weiteren Kooperation mit der OPEC und das gemeinsame Ziel eines ausgeglichenen Ölmarktes. Dies könnte grundsätzliche Bereitschaft zu stärkeren Produktionskürzungen signalisieren, wobei Russland erst einmal die aktuellen Kürzungen vollständig umsetzen müsste. Nowaks Versprechen, dass man sich im November dem Zielwert annähern werde, deckt sich nicht mit den aktuellen Produktionszahlen. Als Grund nannte Nowak eine stärkere Produktion von Erdgaskondensaten, die man künftig gerne bei den Kürzungen ausklammern würde. Später am Nachmittag sorgten die offiziellen US-Lagerdaten für weiteren Preisauftrieb, da sie einen deutlich geringeren Lageraufbau bei Rohöl zeigten als das API am Vortag. Zudem fielen die Rohöllagerbestände ein Cushing deutlich. In der letzten Berichtswoche waren die USA ein Netto-Ölexporteur.

Edelmetalle: Silbermarkt 2019 klar im Defizit

Metals Focus, ein auf die Analyse von Edelmetallen spezialisiertes Research-Institut, hat vorgestern Abend gemeinsam mit dem Silver Institute seinen jährlichen Bericht zum globalen Silbermarkt präsentiert. Wie aus der begleitenden Pressemitteilung hervorgeht, soll sich der Angebotsüberschuss in diesem Jahr weiter auf 16,5 Mio. Unzen (entspricht über 500 Tonnen) reduzieren. Die Autoren des Berichts führen dies auf eine moderat steigende Silbernachfrage (+1,0%) bei einem leicht rückläufigen Angebot (-0,5%) zurück. Die Gesamtnachfrage soll dabei in erster Linie von der physischen Investmentnachfrage (Münzen und Barren) getrieben werden. Zieht man die Silber-ETFs, die in diesem Jahr bereits starke Zuflüsse von fast 3.000 Tonnen verzeichneten, mit in die Rechnung ein, ist der Silbermarkt erstmals seit sechs Jahren sogar klar unterversorgt. Die industrielle Silbernachfrage als grösste Nachfragekomponente (51% Anteil) soll laut dem Bericht 2019 nahe ihrem Rekordhoch stagnieren. Ein wirtschaftsbedingter Rückgang der Silbernachfrage für elektrische und elektronische Komponenten soll dabei durch einen höheren Silberverbrauch in der Autoindustrie aufgefangen werden. Daneben dürfte auch die Photovoltaikindustrie wegen zahlreicher Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien mehr Silber nachfragen. Ebenso zulegen sollen die Schmucknachfrage als zweitgrösste Nachfragekomponente (21% Anteil) und die Nachfrage nach Silberwaren. Die erwarteten Anstiege hier werden fast ausschliesslich auf Indien zurückgeführt. Auf der Angebotsseite soll der unterstellte Rückgang der Minenproduktion, der vierte in Folge, durch ein höheres Angebot an Altsilber teilweise ausgeglichen werden. In Anbetracht des wahrscheinlichen Angebotsdefizits notiert der Silberpreis unseres Erachtens zu niedrig und ist unterbewertet.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Industriemetalle: globale Aluminiumproduktion hat sich stabilisiert

Die globale Aluminiumproduktion hat sich gemäss Daten des International Aluminium Institute (IAI) im Oktober stabilisiert. Auf Tagesbasis wurde mit 173,9 Tsd. Tonnen fast genauso viel Aluminium produziert wie im September. Im Vorjahresvergleich wurde im Oktober allerdings weniger Aluminium hergestellt, was an China lag, wo die Produktion um 3,6% gefallen ist. Nach zehn Monaten liegt die Aluminiumproduktion global betrachtet leicht unter dem vergleichbaren Niveau des Vorjahres. Auch wenn sie sich bis zum Jahresende etwas erholen sollte, unter anderem da sich die operativen Probleme in China auflösen, dürfte das Rekordniveau des Vorjahrs nicht mehr erreicht werden. Dieses wird nächstes Jahr wohl in Angriff genommen werden, da in China die Kapazitäten deutlich ausgeweitet werden sollen. Schätzungen dort reichen bis zu einem Plus von 7%. Auf die Produktion schlägt sich dies zwar wahrscheinlich nicht im gleichen Ausmass durch. Der Verband der chinesischen Buntmetallindustrie erwartet aber nichtsdestotrotz einen spürbaren Anstieg der Produktion um etwa 3,5% auf 37,23 Mio. Tonnen. Verbandsangaben zufolge wird dies 2020 auch zu einem Überschuss am chinesischen Aluminiummarkt führen. Das heisst unseres Erachtens, China wird versuchen, weiterhin grosse Mengen Aluminium zu exportieren, insbesondere halbfertige Produkte, so dass auch der Weltmarkt gut versorgt sein sollte. Wir sehen unter anderem deshalb im nächsten Jahr kaum Spielraum für steigende Aluminiumpreise.

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