12.09.2019 08:52:55

Marktüberblick: Ölpreise unter Druck

Der deutsche Aktienmarkt setzte seine Rally zur Wochenmitte fort. Anleger reagierten damit auf Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China. China hatte eine Liste von US-Produkten vorgelegt, die von den angekündigten Strafzöllen ausgenommen werden sollen. Dies werteten Marktbeobachter als ein Entgegenkommen vor den anstehenden Verhandlungen. Der DAX endete 0,73 Prozent fester auf einem 6-Wochen-Hoch bei 12.359 Punkten. MDAX und TecDAX verbesserten sich um 0,76 und 1,26 Prozent. In den drei Indizes gab es 78 Gewinner und 23 Verlierer. Das Aufwärtsvolumen betrug 77 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX betrug 90,6 Millionen Aktien (Vortag: 107,9) im Wert von 3,33 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 2,85). Alle Sektoren verzeichneten Zugewinne. Am deutlichsten aufwärts ging es mit Technologiewerten (+2,82%), Chemietiteln (+1,52%) und Rohstoffwerten (+1,40%). Infineon belegte mit einem Plus von 3,09 Prozent ohne Nachrichten die DAX-Spitze. Linde und Lufthansa verbesserten sich dahinter um 2,04 und 1,72 Prozent. Die rote Laterne hielt Henkel mit einem Minus von 0,80 Prozent. Continental und Thyssenkrupp verloren 0,57 und 0,47 Prozent.

An der Wall Street stieg der Dow Jones Industrial um 0,84 Prozent auf 27.137 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 endete 0,93 Prozent höher bei 7.888 Zählern. Beide Indizes schlossen damit auf Mehrwochenhochs. 69 Prozent der Werte an der NYSE verabschiedeten sich mit positiven Vorzeichen aus dem Handel. Das Aufwärtsvolumen betrug 72 Prozent. 102 neuen 52-Wochen-Hochs standen sechs neue Tiefs gegenüber. Bis auf den Immobiliensektor konnten alle Sektoren zulegen. Am stärksten gesucht waren Technologiewerte, Versorger und Healthcare.

Am Devisenmarkt wertete der US-Dollar gegenüber fast allen anderen Hauptwährungen auf. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des US-Handels 0,29 Prozent fester bei 98,62 Punkten. EUR/USD gab vor der heutigen EZB-Sitzung um 0,29 Prozent auf ein Wochentief bei 1,1011 USD nach. Stark gesucht war der Austral-Dollar, während der Kanada-Dollar und der Yen durch Schwäche auffielen.

Der S&P GSCI Rohstoffindex fiel um 1,51 Prozent auf 404,19 Punkte. Der Preis für Brent-Öl sackte um 2,15 Prozent auf ein 3-Tages-Tief bei 61,04 USD ab. Belastend wirkte die Spekulation darauf, dass die USA die Sanktionen gegen den Iran lockern könnte, nachdem US-Präsident Donald Trump den als aussenpolitischen Hardliner geltenden Nationalen Sicherheitsberater John Bolton von dessen Posten entbunden hat. Gold notierte 0,35 Prozent höher bei 1.505 USD (1.360 EUR). Silber, Platin und Palladium rückten zwischen 0,05 und 1,06 Prozent vor.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite um drei Basispunkte auf minus 0,55 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gab um zwei Basispunkte auf minus 0,56 Prozent nach. Der Euro-Bund-Future schloss 0,22 Prozent fester bei 174,15 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes zog um drei Basispunkte auf 1,75 Prozent an.

Die asiatischen Aktienmärkte orientierten sich heute früh überwiegend nordwärts. Beflügelnd wirkte, dass US-Präsident Donald Trump in einem Tweet ankündigte, die Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden USD als Geste des guten Willens um zwei Wochen zu verschieben. Der MSCI Asia ex-Japan Index stieg um rund 0,5 Prozent. Die Börsen in Südkorea blieben feiertagsbedingt geschlossen.

Heute richtet sich der Fokus der Marktteilnehmer klar auf die Zinsentscheidung der EZB. Eine Lockerung der Geldpolitik wird allgemein erwartet. Die Details sind jedoch unsicher. Unternehmensseitig könnte die Lufthansa-Aktie Impulse von den Verkehrszahlen für den August erhalten

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