19.06.2019 08:40:23

Marktüberblick: Draghi lässt Renditen abstürzen

Am deutschen Aktienmarkt machte sich am Dienstag unter den Anlegern Kauflaune breit. Auslöser hierfür war eine Rede von EZB-Präsident Mario Draghi. Im portugiesischen Sintra äusserte sich der Notenbankchef dahingehend, dass zusätzliche geldpolitische Lockerungsmassnahmen wie Zinssenkungen und Anleihekäufe erforderlich seien, falls sich der Wirtschaftsausblick nicht bessern sollte. Der DAX stieg um 2,03 Prozent auf 12.332 Punkte. MDAX und TecDAX legten um 1,18 beziehungsweise 1,77 Prozent zu. In den drei Indizes gab es 89 Gewinner und zwölf Verlierer. Das Aufwärtsvolumen lag bei 74 Prozent. Im DAX wechselten 154,0 Millionen Aktien (Vortag: 85,0) im Wert von 5,14 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,20) den Besitzer. Die stärkste Sektorenperformance war bei Rohstoffwerten (+3,43%) zu beobachten, gefolgt von Software (+2,88%) und Pharma & Healthcare (+2,78%). Im Minus endete lediglich der Technologiesektor (-1,54%). ThyssenKrupp legte an der DAX-Spitze 5,09 Prozent zu. Für adidas und RWE ging es dahinter um 3,99 und 3,83 Prozent nach oben. Lufthansa setzte als schwächster Indexwert seinen Abverkauf mit einem Minus von 2,27 Prozent fort. Nach der Gewinnwarnung vom Wochenende senkten einige Analysten ihre Kursziele. Infineon und Vonovia gaben um 2,04 und 0,43 Prozent nach.

An der Wall Street wurden die Kurse zusätzlich von der Hoffnung auf eine Annäherung im Handelsstreit mit China gestützt, nachdem US-Präsident Donald Trump von einem Telefonat mit dem chinesischen Präsidenten Yi Jinping und geplanten ausführlicheren Gesprächen auf dem G20-Gipfel Ende Juni berichtet hatte. Der Dow schloss 1,35 Prozent höher bei 26.466 Punkten. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,44 Prozent nach oben auf 7.635 Zähler. 69 Prozent der Werte an der NYSE verbuchten Kursaufschläge. Das Aufwärtsvolumen lag bei 79 Prozent. Es gab 228 neue 52-Wochen-Hochs und 27 neue Tiefs. Stärkste Sektoren waren Industrie und Technologie. Am schwächsten tendierten Hersteller nicht-zyklischer Konsumgüter (Consumer Staples) sowie Versorger.

Am Devisenmarkt legte der Dollar-Index bis zum Ende des New Yorker Handels um 0,13 Prozent auf 97,64 Punkte zu. Der Euro wertete belastet von der Rede Mario Draghis gegenüber allen anderen Hauptwährungen ab. EUR/USD fiel um 0,21 Prozent auf 1,1194 USD. Stark gesucht waren die Rohstoffdevisen Austral-Dollar und Kanada-Dollar.

Der S&P GSCI Rohstoffindex für 24 Spotpreise kletterte um 1,44 Prozent auf 410,40 Punkte. Brent-Öl verteuerte sich um 2,12 Prozent auf 62,23 USD. Der Preis für US-Erdgas sackte um 2,31 Prozent auf 2,33 USD ab. Comex-Kupfer stieg um 2,23 Prozent auf 2,71 USD. Gold handelte 0,54 Prozent fester bei 1.350 USD (1.203 EUR). Silber, Platin und Palladium legten zwischen 1,09 und 1,31 Prozent zu.

Am Rentenmarkt gerieten die Renditen mit den taubenhaften Aussagen von Mario Draghi unter Druck. Entsprechend haussierten die Anleihekurse. Die Umlaufrendite sank um fünf Basispunkte auf ein Rekordtief bei minus 0,34 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um sieben Basispunkte und verzeichnete damit ebenfalls ein Rekordtief bei minus 0,32 Prozent. Der Euro-Bund-Future kletterte um 0,69 Prozent auf ein Kontrakthoch bei 172,76 Punkten und löste eine mehrtägige Konsolidierung bullish auf. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes gab um drei Basispunkte auf 2,06 Prozent nach.

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh auf breiter Front freundlich. Der MSCI Asia Pacific Index haussierte um 1,54 Prozent auf 157,62 Punkte und zeigte damit den stärksten Tagesanstieg seit Januar.

Heute steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank klar im Fokus der Anleger. Experten erwarten, dass die Fed den Leitzins noch unverändert im Band von 2,25 bis 2,50 Prozent belässt. Eine Zinssenkung wird erst für die Juli-Sitzung eingepreist. Unternehmensseitig stehen Hauptversammlungen bei Home24, Evotec, Ströer und Befesa auf der Agenda. Nach US-Börsenschluss präsentiert der SAP-Rivale Oracle sein Zahlenwerk für das vierte Geschäftsquartal.

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