24.05.2019 08:46:31

Marktüberblick: Defensiv ist Trumpf

Am deutschen Aktienmarkt dominierten am Donnerstag klar die negativen Vorzeichen. Neben dem Handelsstreit zwischen den USA und China belasteten schwache Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone. So sank beispielsweise der vielbeachtete ifo-Geschäftsklimaindex im Mai auf 97,9 Punkte und damit den niedrigsten Stand seit Ende 2014. Der DAX schloss vor diesem Hintergrund 1,77 Prozent tiefer bei 11.952 Punkten. MDAX und TecDAX verbilligten sich um 1,81 beziehungsweise 2,45 Prozent. Die Marktbreite gestaltete sich sehr schlecht. In den genannten drei Indizes gab es fünf Gewinner und 95 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 97 Prozent. Das Gesamtvolumen im DAX lag bei 118,1 Millionen Aktien (Vortag: 87,1) im Wert von 4,56 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 4,38). Alle Sektorenindizes endeten mit roten Vorzeichen. Am stabilsten hielten sich die klassischen defensiven Sektoren Immobilien, Telekommunikation und Versorger. Die grössten Verluste sahen die zyklischen Sektoren Rohstoffe, Technologie und Industrie. Vonovia und Beiersdorf stellten die einzigen beiden DAX-Gewinner mit Aufschlägen von 0,91 und 0,83 Prozent.

An der Wall Street verlor der Dow 1,11 Prozent auf 25.490 Punkte. Der Nasdaq 100 gab um 1,51 Prozent auf 7.308 Zähler nach. 75 Prozent der Werte an der NYSE schlossen im Minus. Das Abwärtsvolumen lag bei 80 Prozent. Es gab 88 neue 52-Wochen-Hochs und 78 neue Tiefs. Alle Sektorenindizes bis auf Immobilien und Versorger endeten im Minus. Am deutlichsten abwärts tendierten Energiewerte mit absackenden Ölpreisen.

Am Devisenmarkt notierte der Dollar-Index gegen Ende des US-Handels 0,21 Prozent tiefer bei 97,86 Punkten. EUR/USD kletterte um 0,29 Prozent auf 1,1182 USD. Gesucht waren die klassischen sicheren Häfen Yen und Franken. Am stärksten unter Druck unter den Hauptwährungen stand der Kanada-Dollar.

Der S&P GSCI Rohstoffindex für 24 Spotpreise brach belastet von fallenden Ölpreisen um 3,07 Prozent auf 422,69 Prozent ein. Brent-Öl verbilligte sich belastet von den gestiegenen Konjunktursorgen um 4,30 Prozent auf ein 2-Monats-Tief bei 67,94 USD. Die US-Sorte WTI büsste 5,24 Prozent auf 58,20 USD ein. Der Preis für US-Erdgas legte nach den Lagerbestandsdaten um 1,29 Prozent auf 2,59 USD zu. Gold handelte gestützt von der erhöhten Risikoaversion 0,71 Prozent fester bei 1.283 USD (1.148 EUR). Silber stieg um 0,91 Prozent auf 14,58 USD. Platin und Palladium mussten hingegen Abschläge von jeweils rund 0,7 Prozent hinnehmen.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um zwei Basispunkte auf minus 0,16 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um drei Basispunkte auf minus 0,12 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss 0,27 Prozent höher bei 167,31 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes sackte um acht Basispunkte auf ein 2-Jahres-Tief bei 2,31 Prozent ab.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh uneinheitlich. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 0,04 Prozent tiefer bei 152,75 Punkten.

Heute stehen von der Makroseite die Daten zum Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA im Fokus. Geschäftszahlen gibt es unter anderem von Stratec. Gestern Abend meldete Vapiano, verbindliche Kreditzusagen in Höhe von rund 30 Millionen EUR erhalten zu haben. Die ursprünglich für heute geplante Veröffentlichung der Jahreszahlen werde daher verschoben auf den 18. Juni. Die Aktie reagierte nachbörslich mit deutlichen Kursaufschlägen.

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