11.10.2018 10:07:34

Marktüberblick: Bayer im Fokus

Der deutsche Aktienmarkt stand zur Wochenmitte kräftig unter Druck und konnte somit nicht an die am Vortag gestartete Erholung anknüpfen. Neben den anhaltenden Sorgen um den italienischen Schuldenhaushalt und den anziehenden Anleiherenditen belastete vor allem der Verkaufsdruck an der Wall Street. Der DAX schloss bei sehr hohen Umsätzen 2,21 Prozent schwächer auf einem 20-Monats-Tief bei 11.713 Punkten. MDAX und TecDAX verloren 2,62 und 4,25 Prozent. In den drei Indizes gab es zwölf Gewinner und 91 Verlierer. Das Abwärtsvolumen betrug 74 Prozent. Im DAX wechselten 121,2 Millionen Aktien (Vortag: 79,6) im Wert von 5,22 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,94) den Besitzer. Mit Blick auf die Sektorindizes konnten lediglich Telekommunikationswerte (+2,56%) und Banken (+0,10%) Zugewinne verbuchen. Am deutlichsten büssten Softwaretitel (-6,15%), Technologiewerte (-4,28%) und Konsumwerte (-3,79%) ein. Deutsche Telekom verbesserte sich als bester DAX-Wert um 2,69 Prozent. Merck und Bayer notierten als einzige weitere Gewinner im Leitindex mit Aufschlägen von 0,89 und 0,08 Prozent. Die rote Laterne hielt Wirecard mit einem Kurseinbruch um 14,19 Prozent. SAP und adidas verloren 4,90 respektive 4,52 Prozent.

An der Wall Street sackte der Dow Jones Industrial um 3,14 Prozent auf 25.599 Punkte ab. Der technologielastige Nasdaq 100 brach um 4,43 Prozent ein. 87 Prozent der Werte an der NYSE verzeichneten Kursabschläge. Das Abwärtsvolumen betrug 90 Prozent. Es gab 502 neue 52-Wochen-Tiefs und lediglich 33 neue 52-Wochen-Hochs. Der Volatilitätsindex VIX sprang um 44 Prozent auf ein 6-Monats-Hoch bei 22,96 Punkten. Alle Sektorenindizes endeten deutlich im Minus. Am kräftigsten abwärts ging es mit Technologiewerten und Communication Services.

Am Devisenmarkt hielten sich die Ausschläge in den Hauptwährungen überwiegend in engen Grenzen. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des New Yorker Handels 0,10 Prozent schwächer bei 95,51 Punkten. EUR/USD gewann 0,27 Prozent hinzu auf 1,1520 USD. Stark gesucht war der Yen als sicherer Hafen. Daneben zeigte auch das Pfund Sterling Stärke. Die Inselwährung profitierte von gestiegenen Hoffnungen auf einen Brexit-Deal. Am schwächsten unter den wichtigen Währungen (Majors) präsentierten sich die Rohstoffdevisen Kanada-Dollar und Austral-Dollar.

Der S&P GSCI Rohstoffindex notierte 1,62 Prozent schwächer bei 488,35 Punkten. Brent-Öl verbilligte sich um 2,67 Prozent auf 82,73 USD. Händler verwiesen zur Begründung auf den Kurseinbruch an den Aktienmärkten. Der Preis für US-Erdgas lag kaum verändert bei 3,27 USD. Comex-Kupfer sackte um 1,96 Prozent auf 2,75 USD ab. Gold stieg um 0,47 Prozent auf 1.197 USD (1.036 EUR). Silber verlor 0,59 Prozent auf 14,32 USD. Platin und Palladium gaben um 0,25 und 0,17 Prozent nach.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite um einen Basispunkt auf 0,38 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen endete einen Basispunkt höher bei 0,55 Prozent. Der Euro-Bund-Future schloss einen Tick schwächer bei 158,12 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes legte um einen Basispunkt auf 3,22 Prozent zu.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh aufgrund der negativen Vorgaben auf breiter Front schwächer. Der MSCI Asia Pacific Index fiel um 3,60 Prozent auf 151,71 Punkte und damit so kräftig wie zuletzt am Tag nach dem Brexit-Referendum.

Heute stehen von der Makroseite die US-Verbraucherpreise im Zentrum des Interesses. Unternehmensseitig richtet sich der Blick auf Geschäftszahlen von Südzucker, Gerresheimer und Walgreens Boots Alliance. Daneben dürfte die Bayer-Aktie im Fokus stehen. Die Nachrichtenagentur hatte gemeldet, dass der Konzern den Verkauf der Tiermedizinsparte in Betracht zieht. Ferner soll das jüngste Glyphosat-Urteil in der nächsten Instanz neu verhandelt werden.

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