03.06.2019 08:49:00

Marktüberblick: Anleiherenditen auf Talfahrt

Der deutsche Aktienmarkt verabschiedete sich mit deutlichen Verlusten ins Wochenende. Belastend wirkte, dass US-Präsident Donald Trump per Tweet ankündigte, ab dem 10. Juni Strafzölle in Höhe von 5 Prozent auf mexikanische Produkte zu erheben, falls die mexikanische Regierung nicht wirksam gegen die illegale Einwanderung in die USA vorgehe. Der DAX schloss 1,47 Prozent tiefer bei 11.727 Punkten. MDAX und TecDAX büssten 0,58 und 2,12 Prozent ein. In den drei Indizes gab es 21 Gewinner und 80 Verlierer. Das Abwärtsvolumen dominierte mit 86 Prozent. Im DAX wechselten 98,5 Millionen Aktien (Vortag: 47,9) im Wert von 4,31 Milliarden EUR (10-Tages-Durchschnitt: 3,53) den Besitzer. Mit Blick auf die Sektorenperformance konnten lediglich die defensiven Immobilienwerte (+0,26%) ein Plus erzielen. Am deutlichsten abwärts tendierten Softwaretitel (-2,17%), Automobilwerte (-1,88%) und Pharma & Healthcare (-1,86%). Vonovia und RWE stellten mit Aufschlägen von 1,44 und 0,08 Prozent die einzigen DAX-Gewinner. Die rote Laterne hielt Wirecard mit einem Minus von 8,67 Prozent. Hier belastete ein Handelsblatt-Artikel, demzufolge mehrere Staatsanwaltschaften den Zahlungsabwickler als Dienstleister für betrügerische Trading-Seiten identifiziert haben sollen. Laut einer Stellungnahme von Wirecard wurde der entsprechende Kunde jedoch frühzeitig gekündigt.

An der Wall Street sackte der Dow Jones Industrial um 1,40 Prozent auf 24.815 Punkte ab. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es um 1,62 Prozent abwärts auf 7.128 Zähler. 67 Prozent der Werte an der NYSE verbuchten Kursverluste. Das Abwärtsvolumen betrug 75 Prozent. 85 neuen 52-Wochen-Hochs standen 257 neue Tiefs gegenüber. Einzige Sektorengewinner waren Immobilienaktien und Versorger. Energiewerte und Tech-Titel stellten die grössten Verlierer.

Am Devisenmarkt stand der US-Dollar gegenüber fast allen anderen Hauptwährungen unter Druck. Der Dollar-Index notierte gegen Ende des US-Handels 0,56 Prozent tiefer bei 97,60 Punkten. EUR/USD kletterte um 0,35 Prozent auf 1,1168 USD. Stark gesucht als sichere Häfen waren der Yen sowie der Franken. Am schwächsten unter den wichtigsten Währungen präsentierte sich der Kanada-Dollar.

Der S&P GSCI Rohstoffindex fiel um 3,35 Prozent auf ein 3-Monats-Tief bei 407,76 Punkten. Der Preis für Brent-Öl stürzte um 5,11 Prozent auf ebenfalls ein 3-Monats-Tief bei 61,99 USD ab. Comex-Kupfer notierte 0,53 Prozent tiefer bei 2,64 USD. Gold profitierte von der erhöhten Risikoscheu und verteuerte sich um 1,45 Prozent auf ein Monatshoch bei 1.311 USD (1.169 EUR). Silber legte um 0,52 Prozent auf 14,57 USD zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite um vier Basispunkte auf minus 0,25 Prozent. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gab um drei Basispunkte auf minus 0,21 Prozent nach und unterschritt damit das aus dem Jahr 2016 stammende Rekordtief um einen Basispunkt. Der Euro-Bund-Future kletterte um 0,20 Prozent auf ein neues Kontrakthoch bei 168,54 Punkten. Die Rendite zehnjähriger US-Treasury Notes sackte um acht Basispunkte auf 2,14 Prozent ab.

Die asiatischen Aktienmärkte präsentierten sich heute früh überwiegend schwächer. Ein etwas besser als erwartet hereingekommener Caixin-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China konnte die Laune der Anleger nicht nachhaltig heben. Der MSCI Asia Pacific Index notierte 0,15 Prozent tiefer bei 152,14 Punkten.

Heute stehen von der Makroseite die Industrie-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland, die Eurozone, Grossbritannien und die USA im Fokus. Automobilwerte könnten Impulse von den Kfz-Absatzzahlen aus den USA erhalten. Infineon plant, wie heute früh bestätigt wurde, die grösste Übernahme seiner Unternehmensgeschichte. Demnach will der Konzern für umgerechnet 9,0 Milliarden EUR Cypress Semiconductor erwerben.

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