11.11.2019 13:30:26

Gold & Co. kaum erholt

Energie –  Nachrichten zum Handelskonflikt geben am Ölmarkt weiter die Richtung vor: Die Ölpreise starten mit Abschlägen in die neue Handelswoche. Hintergrund sind aufkommende Zweifel an einer schnellen Einigung im Handelskonflikt. US-Präsident Trump hatte am Freitag erklärt, dass er eine Rücknahme der Strafzölle zum gegenwärtigen Zeitpunkt ablehnt. Zwar würden die Gespräche mit China “sehr angenehm” verlaufen, er werde einem Handelsabkommen aber nur zustimmen, wenn es “der richtige Deal” sei. Brentöl fällt daraufhin wieder unter 62 USD je Barrel. Bei genauem Hinsehen schwankt der Preis aber seit einer Woche seitwärts. Die Verluste heute folgen auf vergleichbare Gewinne am Freitag. Von daher kann von einer klaren Tendenz am Ölmarkt aktuell keine Rede sein. Wir rechnen vorerst mit einer Fortsetzung des Seitwärtshandels, wobei die Schlagzeilen zum Handelskonflikt die Richtung vorgeben dürften. Die spekulativen Finanzanleger bauten bei Brent die dritte Woche in Folge Netto-Long-Positionen auf, wobei der Anstieg in den letzten beiden Wochen beträchtlich war. Der Preisanstieg Ende Oktober / Anfang November war also auch spekulativ getrieben. Hier spielt sicherlich die Erwartung eines Teil-Handelsabkommens zwischen den USA und China eine wichtige Rolle. Von daher ist es von grosser Bedeutung, dass diese Hoffnung am Leben bleibt. Ansonsten droht ein erneuter Rückzug der Spekulanten und ein Preisrückgang. Bei Gasöl haben die Spekulanten ihre Netto-Long-Positionen hingegen abgebaut. Dies steht im Einklang mit der unterdurchschnittlichen Preisentwicklung und dem Rückgang des Gasöl-Brent-Crackspread auf 15 USD je Barrel. Offensichtlich wird IMO 2020 von den spekulativen Finanzanlegern nicht mehr als Problem erachtet.

Mit der näherrückenden “OPEC+”-Sitzung am 5./6. Dezember positionieren sich die verschiedenen Länder. Der Oman sieht keine Notwendigkeit für stärkere Produktionskürzungen. Er erwartet vielmehr eine Verlängerung der derzeitigen Kürzungen bis Ende 2020. Für das 1. Halbjahr würde dann allerdings ein beträchtliches Überangebot drohen.

Edelmetalle –  Gold & Co. kaum erholt: Gold und die anderen Edelmetalle erholen sich zum Start in die neue Handelswoche nur leicht von ihren jüngsten und teils hohen Verlusten. Gold handelt heute Morgen bei 1.465 USD je Feinunze und damit nur leicht über dem 3-Monatstief von letztem Freitag. Kräftige ETF-Abflüsse – die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten am Freitag Abflüsse von 13,6 Tonnen – halten den Preis in Schach. Dagegen haben sich die spekulativen Finanzinvestoren bei Gold noch nicht zurückgezogen. Laut CFTC-Statistik haben sie ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 5. November nur unwesentlich reduziert. Der erste Preisrutsch von Gold in der letzten Woche kann damit nicht auf die spekulativen Anleger zurückgeführt werden. Bei Silber wurden die Netto-Long-Positionen etwas deutlicher abgebaut. Silber handelt heute Morgen unter 17 USD je Feinunze ebenfalls nur leicht über einem 3-Monatstief. Bei Platin hat das zunehmende Investoreninteresse letzte Woche zunächst zwar einen Preisrückgang verhindert. Dieser erfolgte dann aber in der zweiten Wochenhälfte. Auch Palladium wurde nicht gänzlich verschont. Schlechte Nachrichten aus China verhindern heute Morgen wohl eine stärkere Preiserholung. Denn der chinesische Automarkt zeigt sich weiter schwach. Daten des Verbands der chinesischen Automobilproduzenten zufolge sind die Autoabsätze in China im Oktober um 5,8% gegenüber Vorjahr gefallen. Damit setzt sich die Serie negativer Veränderungsraten, die im Juli 2018 begonnen hat, fort.

Industriemetalle – Zunehmende Spannung im Wochenverlauf: Bedeuten die Entspannungssignale im Handelsstreit zwischen den USA und China, dass sich der Handelskonflikt zwischen den USA und der EU weiter verschärft? Diese Frage wird in den nächsten Tagen wohl beantwortet werden. Denn US-Präsident Trump muss sich entscheiden, ob er Importzölle auf Autos und Autoteile aus der EU verhängt. Er könnte die Schonfrist aber auch verlängern, sollte er Fortschritte in den bisherigen Verhandlungen sehen. Kündigt er Zölle an, könnte dies zu Verwerfungen auch an den Metallmärkten führen. Wegen eines Feiertages in den USA dürfte es heute an den Märkten noch etwas ruhiger zugehen, bevor es im Wochenverlauf dann spannend wird. Zum Wochenauftakt sind die Industriemetallpreise fast alle im Minus. Sie werden von schwachen chinesischen Aktienmärkten belastet. Kupfer fällt unter 5.900 USD je Tonne, Aluminium kämpft mit der 1.800 USD-Marke. Das Leichtmetall ist in der letzten Woche mehrfach an der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie abgeprallt. Nickel rutscht heute Morgen erneut unter die Marke von 16.000 USD je Tonne und notiert damit auf einem 2½-Monatstief. Es handelt zudem in unmittelbarer Nähe zur 100-Tage-Linie, die dem Preis Unterstützung geben könnte. Indonesien hat Ende letzter Woche die vorübergehende Aussetzung der Nickelerzexporte wieder aufgehoben, so dass sich die Ausfuhren wieder normalisieren. Dies nimmt etwas Druck von einem ansonsten unterversorgten globalen Nickelmarkt.

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