18.11.2019 13:45:10

Edelmetalle: Rückzug der Finanzinvestoren

Energie: IEA mit skeptischem Blick auf 2020, Börsengang von Saudi Aramco geht voran:
Die Internationale Energieagentur sieht die OPEC+ im nächsten Jahr vor einer “riesigen Herausforderung”. Dies liegt an der zunehmenden Konkurrenz durch das steigende Nicht-OPEC-Angebot, was im krassen Widerspruch zu den Aussagen von OPEC-Generalsekretär Barkindo in der letzten Woche steht. Die IEA erwartet für 2020 einen Anstieg des Ölangebots ausserhalb der OPEC um 2,3 Mio. Barrel pro Tag. Das wären nochmals 500 Tsd. Barrel pro Tag mehr als in diesem Jahr. Dazu sollen Produktionserfolge in den USA, Brasilien, Norwegen sowie des neuen Produzenten Guyana beitragen. Der Bedarf an OPEC-Öl sinkt daraufhin 2020 auf durchschnittlich 28,9 Mio. Barrel pro Tag. Das sind 1 Mio. Barrel pro Tag weniger als die aktuelle OPEC-Produktion. Im ersten Halbjahr 2020 wäre das Überangebot bei gegenwärtiger OPEC-Produktion sogar noch deutlich grösser. An einer weiteren Einschränkung der Fördermenge führt für die OPEC+ daher kein Weg vorbei. Saudi-Arabien steht ausserdem wegen des bevorstehenden Börsengangs von Saudi Aramco unter Druck. Das Königshaus musste den Unternehmenswert wegen des zu geringen Interesses der internationalen Anleger auf 1,6-1,7 Bio. USD reduzieren. Bei einer geplanten Aktientranche von 1,5% wären das bis zu 25,6 Mrd. USD und läge damit in der Grössenordnung des bislang weltgrössten IPOs. Aufgrund des geringen internationalen Interesses werden vor allem einheimische Investoren gefragt sein, das Papier zu zeichnen. Zudem soll China Interesse an einem Einstieg bekundet haben. Die Rede ist von mindestens 5 Mrd. USD. Saudi-Arabien wird wegen des Börsengangs ein Interesse an einem positiven Marktumfeld, d.h. stabilen bis höheren Preisen haben. Da man zudem in Zukunft weitere Tranchen begeben will, spricht dies für eine Fortsetzung der strikten Förderpolitik Saudi-Arabiens auch im kommenden Jahr.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Edelmetalle: Rückzug der Finanzinvestoren:
Ähnlich wie bei den Industriemetallen ist auch bei den Edelmetallen zum Wochenauftakt noch wenig Bewegung in den Preisen. Gold zeigt sich leicht schwächer bei 1.460 USD je Feinunze, Silber bleibt unter der Marke von 18 USD je Feinunze. Ein etwas schwächerer US-Dollar neutralisiert offenbar die Wirkung deutlich steigender Aktienmärkte. Gegenwind schlägt Gold weiter seitens der Finanzinvestoren entgegen: So verzeichneten die Gold-ETFs in der letzten Woche laut Bloomberg mit 24,5 Tonnen den stärksten Wochenabfluss seit fast drei Jahren. Und mit etwas Verzögerung haben sich mittlerweile auch einige spekulative Finanzanleger bei Gold zurückgezogen. Laut CFTC-Statistik wurden die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 12. November um 11% auf 175,4 Tsd. Kontrakte abgebaut. Dies ist der niedrigste Wert seit Mitte Juni. Bei Silber und Platin war der Rückgang der Netto-Long-Positionen mit jeweils klar über 20% wesentlich ausgeprägter. Dies erklärt, warum sich Silber und Platin schlechter entwickelt haben als Gold. Das Gold/Silber-Verhältnis war in der Beobachtungsperiode auf knapp 87 gestiegen, die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin hatte sich auf 590 USD ausgeweitet. In dieser Woche wird wohl Platin im Mittelpunkt des Interesses der Marktteilnehmer stehen. Neben den Autoneuzulassungszahlen für die EU des Verbands der europäischen Automobilproduzenten veröffentlicht der World Platinum Investment Council neue Daten zum Angebot und zur Nachfrage bei Platin.

Industriemetalle: China hat zuletzt deutlich mehr Metalle produziert:
Die Metallpreise starten mit noch wenig Elan in die neue Handelswoche und legen fast allesamt moderat zu. Der Höhenflug der US-Aktienmärkte, der Ausdruck eines hohen Risikoappetits der Marktteilnehmer ist, hatte bislang keine Zugkraft auf die Industriemetalle. An den Metallmärkten wartet man offenbar eher auf Nachrichten zum Handelsstreit zwischen den USA und China sowie auf eine Entscheidung von US-Präsident Trump bezüglich Autozölle. Bei Letzterem gibt es noch nichts Neues. Im Handelsstreit haben beide Seiten am Wochenende miteinander telefoniert. Das chinesische Statement dazu deutet jedoch keine grossen Fortschritte auf dem Weg zu einem „Phase-1-Abkommen“ an. Wir denken, dass die Entwicklungen auf der Makro-Ebene weiterhin die Richtung der Metallpreise vorgeben und die metallspezifischen Daten überlagern werden. Diese Woche sind die Metall-Daten, die zahlreich veröffentlicht werden, allerdings auch nur ein Blick in den Rückspiegel. Wie das Nationale Statistikbüro heute Morgen berichtete, hat China im Oktober deutlich mehr Metalle produziert als vor einem Jahr. Die Kupferproduktion stieg demnach um 18% auf ein neues Rekordhoch von 868 Tsd. Tonnen. Dies lag an der Ausweitung der Verarbeitungskapazitäten im Land. Dass die Schmelz- und Verarbeitungsgebühren noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau verharrten, spielte keine Rolle. Die Zinkproduktion lag mit 548 Tsd. Tonnen gut 8% über Vorjahr und die Bleiproduktion wurde um 16,5% auf 538 Tsd. Tonnen ausgeweitet.

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