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| ASCS |
14.05.2026 23:29:00
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Wettbewerb im Logistik-Sektor - Wird Amazon zur Gefahr für FedEx und UPS?
Amazon hat angekündigt, seine neue Plattform "Amazon Supply Chain Services" (ASCS) für externe Unternehmenskunden zu öffnen. Für FedEx und UPS ein Grund zur Sorge?
• Logistik-Markt wurde bislang von FedEx und UPS dominiert
• Experten sehen grosse Herausforderungen für Amazon
Amazon bringt seine über Jahre aufgebaute Logistikinfrastruktur nun direkt gegen etablierte Paket- und Frachtkonzerne in Stellung. Konzernangeben zufolge richtet sich Amazon Supply Chain Services nun nicht mehr nur an Händler auf dem eigenen Marktplatz. Künftig sollen auch Unternehmen aus Bereichen wie Gesundheitswesen, Industrie, Einzelhandel oder Automobilbranche die Infrastruktur des Konzerns nutzen können. Dazu gehören Lagerhaltung, Transport, Zollabwicklung, Frachtmanagement und Zustellung auf der letzten Meile. Zu den ersten Kunden zählen unter anderem Procter & Gamble, American Eagle Outfitters und 3M.
Amazon setzt auf das bekannte AWS-Muster
Amazons Logistik-Pläne weisen Parallelen zur Entwicklung von Amazon Web Services auf. MarketWatch etwa schreibt, Analyst Colin Sebastian sehe in ASCS ein mögliches "AWS of Logistics". Der Baird-Analyst glaube daher, dass sich das Projekt zu einem 25-Milliarden-Dollar-Geschäft entwickeln könnte.
Auch 24/7 Wall St. beschreibt die Strategie als typisches Amazon-Muster: Der Konzern entwickle zunächst Infrastruktur für das eigene Geschäft und öffne diese anschliessend für externe Kunden. Ähnliche Schritte habe es zuvor bereits bei Cloud-Diensten, Krediten für Händler und im Arzneimittelvertrieb gegeben. Ob sich die Logistik jedoch ähnlich disruptiv entwickeln wird wie AWS, bleibt offen.
Warum die Konkurrenz nervös reagiert
Die neue Offensive trifft jedenfalls einen sensiblen Punkt. Amazon war über Jahre selbst ein bedeutender Kunde von FedEx und UPS. Nun wird der Konzern zum direkten Wettbewerber.
24/7 Wall St. verweist darauf, dass Amazon inzwischen auf eine hohe Netzdichte und enorme Kapazitäten zurückgreifen kann. Das könne dem Unternehmen ermöglichen, Preise günstiger zu gestalten als die Konkurrenz. Zudem geniesse Amazon bei vielen Unternehmenskunden bereits Vertrauen durch das Cloudgeschäft AWS.
UPS hat die Risiken bereits thematisiert. Laut 24/7 Wall St. sagte CEO Carol Tomé, dass "nach Abschluss des Auslaufs des Amazon-Geschäfts das Jahr 2026 einen Wendepunkt darstellen wird". Der Konzern habe bereits rund 48'000 Stellen gestrichen und 93 Standorte geschlossen.
Es gibt auch Zweifel am Amazon-Modell
Doch trotz dieser Eskalation im Wettbewerb mit den bisherigen Marktführern sehen Analysten die Lage nicht eindeutig. MarketWatch zitiert den William-Blair-Analysten Dylan Carden mit Zweifeln daran, ob Amazon tatsächlich schnell grosse Marktanteile gewinnen kann. Er wies darauf hin, dass ein früheres, ähnliches Angebot namens "Supply Chain by Amazon", das bereits 2023 gestartet wurde, bislang keine breite Akzeptanz gefunden habe.
Auch 24/7 Wall St. verweist auf strukturelle Vorteile der etablierten Anbieter. FedEx und UPS verfügten über jahrzehntelang gewachsene Kundenbeziehungen sowie massgeschneiderte Integrationen mit Unternehmenskunden, die sich nicht einfach ersetzen liessen. Zudem seien internationale Luftfrachtnetzwerke wie FedEx Express oder UPS Worldport extrem kapitalintensiv und schwer zu kopieren.
Hinzu kommt ein möglicher Interessenkonflikt: Viele Unternehmen könnten laut 24/7 Wall St. davor zurückschrecken, ihre gesamte Lieferkette einem direkten Wettbewerber im Onlinehandel anzuvertrauen. Das habe sich bereits in anderen Bereichen wie Amazon Pharmacy gezeigt.
Was das für Privatanleger bedeutet
Für Anleger dürfte die Entwicklung vor allem eines zeigen: Der Wettbewerb im Logistiksektor verschärft sich deutlich. Entscheidend wird laut 24/7 Wall St. für FedEx oder UPS sein, ob grössere Unternehmenskunden tatsächlich Verträge zu Amazon verlagern und wie die etablierten Anbieter auf den Preisdruck reagieren. Bei Amazon wiederum wird relevant sein, ob sich aus dem neuen Angebot ein profitables Zusatzgeschäft entwickelt oder ob hohe Investitionen zunächst die Margen belasten.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.ch
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