Zurück geht es hier Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.

Volkswagen Aktie 352780 / DE0007664005

Sparkurs 12.09.2026 16:57:00

VW-Aktie tiefer: Arbeitnehmer wollen Vorstand zu Gesprächen zwingen

VW-Aktie tiefer: Arbeitnehmer wollen Vorstand zu Gesprächen zwingen

Nach der Einigung im VW-Aufsichtsrat auf einen schärferen Sparkurs drängt die Arbeitnehmerseite auf Gespräche mit dem Management.

Dazu beschloss die Tarifkommission der IG Metall einstimmig, eine Klausel aus dem Zukunftstarifvertrag von Ende 2024 in Anspruch zu nehmen. Das teilte die Gewerkschaft in Hannover mit. Volkswagen begrüsste den Schritt wenig später und erklärte, für Gespräche zur Verfügung zu stehen.

In dem Gespräch will die Gewerkschaft die Einhaltung der Zukunftszusagen überprüfen. Im Zentrum stehen sollen demnach Investitionen in neue Modelle, Zukunftsprodukte und moderne Produktionsverfahren. "Vertragstreue ist keine Einbahnstrasse", sagte der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger. "Wir akzeptieren keine Politik des Aufschiebens, Relativierens oder Verwischens verbindlicher Zusagen. Wer von den Beschäftigten Verzicht verlangt, muss selbst verlässlich liefern."

VW dürfe seine Seite des Pakets nicht nachträglich zur Disposition stellen. "Es geht hier nicht um neue Forderungen der IG Metall, sondern schlicht um die Einhaltung eines bestehenden Tarifvertrages", sagte Gröger. Dafür sei das Überprüfungsgespräch vorgesehen. Die Erwartung sei, dass die Gespräche noch in diesem Quartal stattfinden - also bis Monatsende.

Das Verfahren ändert der Gewerkschaft zufolge nichts an den Bestimmungen des Tarifvertrags und löst keine Kündigung desselben aus. Auch die bis Ende 2030 vereinbarte Beschäftigungssicherung werde dadurch nicht angetastet. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2030.

Tarifabschluss mit weitreichenden Zugeständnissen

Der Tarifabschluss war 2024 hart erkämpft worden. Erst nach Warnstreiks und einem einwöchigen Verhandlungsmarathon kurz vor Weihnachten gab es eine Einigung. Der Kompromiss sieht den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vor. Ausserdem wurden diverse Bonuszahlungen und Zulage gekürzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt. Im Gegenzug verzichtet der Autokonzern auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschliessungen - und sagte Investitionen und neue Produkte für die deutschen Standorte zu.

Die Arbeitnehmer haben nun aber erhebliche Zweifel daran, ob Volkswagen an den vereinbarten Investitions- und Produktzusagen uneingeschränkt festhalten will. "Die Zugeständnisse der Belegschaft aus der Auseinandersetzung 2024 gab es nicht zum Nulltarif, sie wurden im Vertrauen auf die Zusagen gemacht", sagte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Deshalb erwarte sie, dass diese Vereinbarungen Bestand haben.

VW: Massnahmen reichen nicht aus

Volkswagen kündigte an, sich dem Revisionsverfahren anzuschliessen. Dieses Recht zum Gespräch stehe der IG Metall ebenso zu wie dem Unternehmen, sagte der Personalvorstand der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, in einem internen Interview. Der Zukunftstarifvertrag sehe ein solches Verfahren bei wesentlichen Änderungen der Grundannahmen oder der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. "Und genau das ist ja seit Ende 2024 passiert".

Volkswagen verwies darauf, dass sich das Wirtschaftsumfeld für die Branche in den vergangenen eineinhalb Jahren grundlegend verändert hat: Geopolitische Spannungen belasteten Lieferketten und Märkte, Handelsbarrieren drückten auf Absatz und Ergebnisse. Ausserdem erhöhten neue chinesische Marken und Hersteller den Preisdruck in Europa und anderen Regionen. Hinzu komme, dass sich Technologien schneller und regional unterschiedlich entwickelten, was unter anderem mehr Flexibilität und hohe Investitionen erfordere.

Das Gespräch sei notwendig, um sich den zusätzlichen Herausforderungen der Branche zu stellen. "Vorstand und Aufsichtsrat sind übereinstimmend der Überzeugung, dass die Ende 2024 vereinbarten Massnahmen nicht ausreichen, um die gemeinsam vereinbarte operative Umsatzrendite von neun Prozent zu erwirtschaften", hiess es in einer Mitteilung.

Den Vorwurf, Volkswagen verletze bestehende Verträge mit den Tarifparteien, wies Meiswinkel aber zurück. "Das ist schlichtweg falsch", sagte der Manager. Im Zukunftstarifvertrag sei festgeschrieben worden, dass man ins Gespräch kommen könne, wenn sich die Lage grundlegend verändert habe. "Ich denke, jeder spürt angesichts der Nachrichten aus der gesamten Automobilindustrie, dass das jetzt nötig ist".

Konzern steht vor historischem Umbau

Der Aufsichtsrat des Autobauers hatte sich vergangene Woche einstimmig auf einen "Zukunftsplan" des Vorstands geeinigt. Das finanzielle Kernziel: Von 100 Euro Umsatz sollen dann 9 Euro operativer Gewinn übrig bleiben. Zum Halbjahr waren es 3,80 Euro.

Das Management um VW-Chef Oliver Blume will unter anderem rund 50.000 Stellen weltweit streichen - zusätzlich zu den bisherigen Plänen. "An die Marken und Gesellschaften ergeht der Auftrag, diese im Detail auszuplanen", hiess es von dem Autobauer. Die Hälfte davon könnte auf deutsche Standorte entfallen. Konkrete Abbauprogramme müssen noch mit Arbeitnehmervertretern ausgehandelt werden.

Zukunft von vier Werken ungewiss

Ausserdem sieht der Vorstand derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung für die VW-Werke in Emden, Zwickau, Hannover sowie den Audi-Standort in Neckarsulm. Das hat der Aufsichtsrat zur Kenntnis genommen. Schliessungen wurden aber nicht beschlossen. Bis Mitte 2027 soll nun vielmehr ein Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorliegen. Für die vier bedrohten Standorte werden "parallel und ergänzend alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft", hiess es.

Vor dem Wochenende notiert die VW-Aktie via XETRA zeitweise 0,69 Prozent tiefer bei 80,62 Euro.

/jwe/DP/stw

HANNOVER (awp international)

Weitere Links:


Bildquelle: FotograFFF / Shutterstock.com,iStock/RapidEye,Bocman1973 / Shutterstock.com
In eigener Sache

Trading Signals: Take-Two Interactive - Das GTA VI-Fieber steigt

Gut fünf Wochen vor dem Verkaufsstart von GTA VI nimmt die Aktie von Take-Two Interactive Fahrt auf. Gut möglich, dass der Konzern schon vor dem Release des Gaming-Blockbusters die Prognose erhöht.

Weiterlesen!

Analysen zu Volkswagen (VW) St.

  • Alle
  • Kaufen
  • Hold
  • Verkaufen
  • ?
Zu diesem Datensatz liegen uns leider keine Daten vor.
Eintrag hinzufügen

Erfolgreich hinzugefügt!. Zu Portfolio/Watchlist wechseln.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Kein Portfolio vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen des neuen Portfolios angeben. Keine Watchlisten vorhanden. Bitte zusätzlich den Namen der neuen Watchlist angeben.

CHF
Hinzufügen

Wo sind Aktien noch günstig? Chancen abseits des KI-Hypes – Wallstreet Live mit Tim Schäfer

KI-Aktien, Halbleiter und grosse US-Technologiewerte dominieren seit geraumer Zeit die Börse. Doch während dort die Bewertungen teilweise deutlich gestiegen sind, stellt sich für langfristige Anleger eine andere Frage: Wo gibt es abseits des KI-Booms noch interessante Unternehmen zu attraktiven Bewertungen?

Im Gespräch mit direkt aus New York geht es um unterschätzte Branchen, abgestürzte Qualitätsaktien und die Frage, wie Anleger interessante Unternehmen finden können, wenn gerade nicht der grosse Hype dahintersteht.

https://bxplus.ch/wall-street-live-mit-tim-schaefer/

Wo sind Aktien noch günstig? Chancen abseits des KI-Hypes – Wallstreet Live mit Tim Schäfer

Mini-Futures auf SMI

Typ Stop-Loss Hebel Symbol
Short 14’479.44 19.97 S2B9EU
Short 14’789.16 13.81 SL4BRU
Short 15’321.33 8.98 BSUBQU
SMI-Kurs: 13’927.52 13.10.2026 17:30:39
Long 13’351.86 19.97 SXBKNU
Long 13’046.29 13.88 SE2BZU
Long 12’494.96 8.98 SZ4B3U
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com