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Volkswagen Aktie 352781 / DE0007664039

Kandidatin von Bosch 17.07.2026 16:50:00

VW-Aktie sinkt: Krise bremst Besetzung in Geschäftsleitung

VW-Aktie sinkt: Krise bremst Besetzung in Geschäftsleitung

VW ist bei der Suche nach einer Nachfolge für den Personalchefposten Medienberichten zufolge fündig geworden.

Favoritin für das Personalressort sei Erika Rasch, derzeit Personalchefin beim Zulieferer Bosch, berichten "Correctiv" und "Handelsblatt". Die Besetzung sei am vergangenen Donnerstag im Aufsichtsrat aber wegen des Streits um neue Sparmassnahmen im Konzern vorerst gescheitert.

Volkswagen und Bosch wollten sich auf Anfrage nicht dazu äussern. Den Berichten zufolge sollte das VW-Kontrollorgan eigentlich am vergangenen Donnerstag über die Personalie beschliessen.

Die Kandidatin geniesse im gesamten Gremium hohes Ansehen, hiess es in Aufsichtsratskreisen. Im Grunde seien sich alle einig gewesen, dass sie den Posten übernehmen solle.

Doch dann habe die Arbeitnehmerseite ihre Zustimmung von einer weiteren Personalie abhängig gemacht, der Besetzung eines neuen Technologieressorts. Das aber sei noch nicht entscheidungsreif, hiess es Kreisen zufolge auf Konzernseite.

Von einem solchen Junktim sei zuvor auch nie die Rede gewesen. Am Ende wurde daher auch Raschs Bestellung nicht beschlossen. Die Bosch-Managerin gelte aber unverändert als Favoritin für die Position, hiess es.

Der Posten des Personalvorstands ist seit einem Jahr unbesetzt, nachdem Gunnar Kilian im Juli 2025 überraschend ausgeschieden war. Der Konzern hatte damals auf "unterschiedliche Vorstellungen bei der Steuerung von Beteiligungsgesellschaften" verwiesen. Das Personalressort im Konzern leitet seither kommissarisch VW-Markenchef Thomas Schäfer.

Betriebsrat zitiert VW-Chef nach Sommerpause vor Belegschaft

Im Streit um neue Sparmassnahmen bei VW erhöht der Betriebsrat den Druck: Ende August lädt die Arbeitnehmervertretung zu einer Serie von Betriebsversammlungen an allen grösseren Standorten ein, auf denen der Vorstand sich der Belegschaft stellen soll. Das geht aus einer internen Ankündigung im VW-Intranet hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Konzernchef Oliver Blume soll den Angaben zufolge auf drei Versammlungen sprechen: in Wolfsburg, wo der Vorstandschef traditionell selbst auftritt, sowie in Emden und Zwickau. Damit spricht er auch an zwei der vier Konzernstandorte, die Berichten zufolge auf der Kippe stehen. Blume soll jeweils gemeinsam mit Markenchef Thomas Schäfer auftreten.

Insgesamt sind neun Veranstaltungen geplant, darunter auch Versammlungen in Hannover, Braunschweig, Salzgitter, Dresden, Chemnitz und Kassel-Baunatal. Den Auftakt macht am 25. August Wolfsburg, Tags darauf folgen Emden und Zwickau, den Abschluss macht am 31. August Hannover.

Betriebsrat setzte Blume Ultimatum

Hintergrund sind Pläne des Konzerns für weitere Sparmassnahmen, über die der Aufsichtsrat am vergangenen Donnerstag beraten hatte. Der Betriebsrat hatte Blume danach aufgefordert, vor der Belegschaft Stellung zu nehmen, und ihm dafür ein Ultimatum bis Ende vergangener Woche gestellt. Das habe Blume verstreichen lassen, hiess es. Der Betriebsrat hatte für diesen Fall bereits angedroht, nach der Sommerpause VW-weit ausserordentliche Betriebsversammlungen anzusetzen und die Vorstände dort ans Mikrofon zu zitieren.

Am Montag nannte Blume im VW-Intranet des Konzerns erstmals eine konkrete Zahl: Ohne Veränderung der Arbeitskosten würde sich demnach als "theoretische Ableitung" eine Grössenordnung von rund 50.000 Stellen weltweit ergeben, die gestrichen werden müssten - zusätzlich zu den 50.000, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. Zudem bestätigte Blume, "dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können".

Der Betriebsrat bezeichnete das als nicht ausreichend, um dem Informationsbedarf der Belegschaft nachzukommen. "Solche oberflächlichen Infos reichen natürlich nicht", hiess es in einer Sonderausgabe der Betriebsratszeitung "Mitbestimmen", die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Daher lädt der Betriebsrat wie angekündigt zu zusätzlichen Betriebsversammlungen nach der Sommerpause."

VIA XETRA zeigt sich die VW-Aktie zeitweise 0,3 Prozent im Minus bei 73,24 Euro.

WOLFSBURG (awp international)

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