Oura Aktie US6898821086
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12.09.2026 23:46:00
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Vor NASDAQ-Börsengang: Oura meldet Umsatzexplosion
Jüngst reichte der finnische Wearable-Hersteller seinen Börsenprospekt ein, dessen Zahlen neue Fragen zur Profitabilität aufwerfen.
- Smart-Ring-Pionier strebt an die US-Börse und zeigt kräftiges Wachstum
- Neue Vorstandsmitglieder aus Robinhood und Netflix verstärken das Board
- Sammelklage zu Schlafdaten begleitet den Weg zum NASDAQ-Debüt
Oura, Hersteller des gleichnamigen Gesundheits-Rings, hat am vergangenen Donnerstag den Antrag auf ein öffentliches Listing bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht und will seine Aktien am NASDAQ Global Select Market unter dem Kürzel OURA platzieren. Der Prospekt zeigt kräftiges Umsatzwachstum, gleichzeitig weist das Unternehmen finnischen Ursprungs wegen einer buchhalterischen Sonderposition einen hohen Nettoverlust aus. Vor dem Schritt an die Börse hat Oura seinen Vorstand mit prominenten Namen aus der Tech- und Finanzbranche verstärkt.
Ouras Wachstumszahlen im Prospekt
Im S-1-Dokument beziffert Oura den Umsatz für die neun Monate bis zum 30. Juni 2026 auf 1,21 Milliarden US-Dollar, nach 697,6 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum, ein Plus von 74 Prozent. Die Bruttomarge kletterte von 51 auf 55 Prozent, der Nettogewinn stieg von 1,6 Millionen auf 60,8 Millionen US-Dollar, das bereinigte EBITDA von 83,5 Millionen auf 106,7 Millionen US-Dollar.
Trotz dieser operativen Verbesserung weist der Prospekt einen den Stammaktionären zurechenbaren Nettoverlust von 924,3 Millionen US-Dollar aus, nach 182,8 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Ursache ist eine sogenannte Deemed Dividend an Inhaber wandelbarer Vorzugsaktien in Höhe von 985 Millionen US-Dollar. Tech Funding News ordnete den Buchverlust primär dieser bilanziellen Sonderposition zu und nicht operativen Verlusten. Zum selben Stichtag zählte die Plattform 5,0 Millionen zahlende Mitglieder in 56 Märkten, die durchschnittliche Zwölfmonats-Bindung lag bei rund 85 Prozent, im Zwölfmonatszeitraum wurden 3,6 Millionen Ringe verkauft, was einem Anteil von rund 2 Prozent an den weltweiten Wearable-Auslieferungen entspricht.
Board-Ausbau und Milliardenbewertung
Einen Tag vor der öffentlichen Einreichung Anfang September erweiterte Oura seinen Vorstand um vier neue Mitglieder: Jason Warnick, zuvor sieben Jahre Finanzchef bei Robinhood, die frühere Netflix-Marketingchefin Leslie Kilgore, Wolt-Mitgründer Miki Kuusi, der inzwischen als Deliveroo-Chef innerhalb von DoorDash tätig ist, sowie Greylock-Partner David Sze.
Laut Bloomberg-Berichterstattung wollte Oura bereits Ende August 2026 rund 3 Milliarden US-Dollar bei einer angestrebten Bewertung von 16 Milliarden US-Dollar einsammeln. Zum Vergleich: Im Oktober 2025 hatte das Unternehmen in einer von Fidelity Management & Research Company angeführten Runde mehr als 900 Millionen US-Dollar erhalten, einer Reuters-Agenturmeldung zufolge bei einer Bewertung von rund 11 Milliarden US-Dollar. Bereits am 21. Mai 2026 hatte Oura vertraulich einen Entwurf der Registrierungserklärung eingereicht, wobei Aktienzahl und Preisspanne damals noch offen blieben.
Oura-Aktie voraus? Wettbewerb und offene Risiken
Konkurrenz kommt von Whoop, das im März 2026 575 Millionen US-Dollar bei einer Bewertung von 10,1 Milliarden US-Dollar einsammelte, sowie von Samsungs Galaxy Ring und Googles neuem Fitbit. Das Geschäftsmodell kombiniert Hardwareverkäufe mit einem monatlich 6 US-Dollar teuren Membership-Abo, auf das laut Tech Funding News rund 20 Prozent des Umsatzes in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres entfielen, bei einer Erneuerungsrate von über 80 Prozent.
Rechtlich sieht sich Oura zudem einer Sammelklage ausgesetzt, die dem Unternehmen laut TechCrunch vorwirft, Verbraucher über die Genauigkeit der Schlaftracking-Funktionen irregeführt zu haben. Oura weist die Vorwürfe zurück und kündigte an, sich vor dem zuständigen Gericht zu verteidigen. Die Emission selbst reiht sich laut Reuters in ein saisonales Muster ein: Nach einer ruhigeren Sommerphase nutzen Unternehmen das Zeitfenster nach dem amerikanischen Labor Day, um Unsicherheiten rund um die Kongresswahlen im November zuvorzukommen.
Bis zur Notierung fehlen im Prospekt noch zentrale Angaben wie Aktienzahl, Preisspanne und endgültiges Emissionsvolumen. Anleger dürften daher vor allem auf die nächste Prospekt-Aktualisierung sowie ein mögliches Preisfenster für das NASDAQ-Debüt schauen.
Julia Walter, Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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