Steuerdeals 26.08.2015 15:30:38

Verfahren gegen ehemaligen Sarasin-Banker eingestellt

Verfahren gegen ehemaligen Sarasin-Banker eingestellt

Endgültig eingestellt werde das Verfahren, sobald der einstige operative Chef der Private-Banking-Abteilung die Geldbusse bezahlt habe, teilte die Kölner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur sda mit. Zuvor hatten das Onlineportal der "Handelszeitung" sowie der "Tages-Anzeiger" über den Fall berichtet.

Der Betrag, den der einstige Sarasin-Mitarbeiter zahlen muss, bewege sich im "niedrigen fünfstelligen Bereich", sagte der Mediensprecher der Kölner Staatsanwaltschaft der sda. Im Artikel vom "Tages-Anzeiger" war von 10'000 EUR die Rede.

Gegen den Mann ermittelt wurde wegen Beihilfe zum Betrug. Beigelegt wurde die Sache schliesslich in einem beschleunigten, vereinfachten Verfahren. Dies ist nur dann möglich, wenn das Verschulden nicht schwer wiegt.

VIZE-CHEF ZURÜCKGETRETEN

Die Affäre um die unsauberen Steuerdeals wirft schon seit längerem Wellen. Im Herbst letzten Jahres trat deshalb der Vize-Chef der Bank, Eric Sarasin, unter dem Druck der Anschuldigungen zurück. Er wolle sich unbelastet von anderen Aufgaben seiner Verteidigung widmen, teilte er damals mit. Die Vorwürfe wies er zurück.

Ob auch Sarasin glimpflich davonkommt - sprich das Verfahren gegen ihn nach Bezahlen einer Busse eingestellt wird -, muss sich noch zeigen. "Wir sind noch nicht einvernommen worden", sagte Gert Thoenen, Rechtsanwalt von Eric Sarasin, der sda. Dies werde voraussichtlich in einem bis zwei Monaten passieren.

"Auch wir streben eine Einigung an, so dass früher oder später das Verfahren gegen Herrn Sarasin eingestellt werden kann", sagte der Rechtsanwalt. Man sei optimistisch, dass es ebenfalls ein vereinfachtes Verfahren geben werde.

KLAGEN PROMINENTER KUNDEN

Publik wurden die Anschuldigungen an die Bank im letzten Jahr. Damals wurde bekannt, dass zwei prominente deutsche Kunden gegen Mitarbeiter der früheren Bank Sarasin, die inzwischen von der brasilianischen Safra-Gruppe übernommen wurde und heute unter dem Namen J. Safra Sarasin auftritt, klagten. Bei den Klägern handelte es sich um den Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer sowie den Drogerieketten-Besitzer Erwin Müller.

Beide erlitten mit Finanzkonstrukten von Sarasin offenbar einen Verlust in Millionenhöhe. Ausserdem werfen sie der Bank vor, sie in eine Steuertrick-Geschichte verwickelt zu haben. Mit Transaktionen um den Zeitpunkt der Dividendenzahlung, sogenannten Cum-Ex-Transaktionen, soll nämlich der deutsche Fiskus geschädigt worden sein.

J. Safra Sarasin wies die Anschuldigungen stets zurück: Zu keiner Zeit habe sie "den deutschen Fiskus betrogen oder sich sonst am deutschen Fiskus bereichert". Bis heute würden Gerichtsentscheidungen und Steuerexperten die Auffassung bestätigen, dass besagte Fonds mit dem deutschen Steuerrecht zu vereinbaren seien. Der fragliche Investmentfond sei zudem von Dritten konzipiert und betrieben worden, nicht durch die Bank. (awp/sda)

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Bildquelle: Keystone

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