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Ausblick zuversichtlicher 05.03.2024 17:54:36

VAT-Aktie knickt ein: VAT hält trotz Gewinneinbruch Dividende stabil

VAT-Aktie knickt ein: VAT hält trotz Gewinneinbruch Dividende stabil

Der Vakuumventil-Hersteller VAT hat im vergangenen Geschäftsjahr 2023 die Spuren des globalen Abschwungs im Halbleitermarkt zu spüren bekommen und deutlich weniger verdient.

Für die Aktionärinnen und Aktionäre soll es dennoch eine unveränderte Dividende geben. Beim Ausblick ist das Unternehmen zudem wieder etwas zuversichtlicher, auch wenn es noch zahlreiche Unsicherheitsfaktoren gibt.

Unter dem Strich blieb ein um 38,0 Prozent tieferer Gewinn von 190,3 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der EBITDA sank um 32,3 Prozent auf 270,9 Millionen, die Marge lag mit 30,6 Prozent im Rahmen des bereits im Januar kommunizierten Bereichs. Im Jahr davor hatte VAT noch ein Rekordergebnis eingefahren.

Anfang Januar hatte VAT den Umsatzrückgang um 23 Prozent auf 885 Millionen Franken und den Einbruch des Auftragseingangs um 43 Prozent auf 692 Millionen bekannt gegeben und gleichzeitig auf leichte Erholungstendenzen im vierten Quartal verwiesen. So lagen beispielsweise die Aufträge im Segment Ventile deutlich höher als im dritten Quartal, das Segment Global Service verzeichnete sogar einen Anstieg um 46 Prozent. Für die ganze Gruppe lagen die Aufträge im Schlussquartal um 45 Prozent und der Nettoumsatz um 6 Prozent über dem dritten Quartal.

Dividende bleibt stabil

Für die Aktionäre hat der Gewinneinbruch allerdings keine Folgen. Die Dividende soll unverändert 6,25 Franken je Aktie betragen. Dies rechtfertige der "solide freie Cashflow", heisst es zur Begründung. Er lag mit 188,8 Millionen Franken zwar um 17,3 Prozent unter dem Vorjahr, sei aber "immer noch auf hohem Niveau". Im Vergleich zum Konsens hat VAT positiv überrascht, besonders beim Gewinn und der Ausschüttung.

Abseits der Zahlen kündigte VAT noch einen Wechsel im Verwaltungsrat an. Maria Heriz tritt nicht zur Wiederwahl an. Als ihr Nachfolger werde Thomas A. Piliszczuk der Generalversammlung vorgeschlagen.

Zuversichtlicherer Ausblick

Mit Blick nach vorne gibt sich VAT wieder etwas zuversichtlicher. Für das erste Quartal wird ein Umsatz von 185 bis 205 Millionen Franken erwartet. Für das Gesamtjahr 2024 sollen bessere Marktbedingungen zu einem besseren Jahresergebnis führen. Es sollen Umsatz, EBITDA und -Marge sowie Nettogewinn und der freie Cashflow steigen. Allerdings werde der starke Franken die Margenerholung weiter erschweren.

Für die Investitionen in Halbleiterfertigungsanlagen wird insbesondere im Speicherchipsektor mit einer Erholung vom tiefen Niveau 2023 gerechnet. Das Geschäftsfeld Advanced Industrials soll weiter wachsen und das Segment Global Service dürfte von der steigenden Kapazitätsauslastung in Halbleiterfabriken profitieren, heisst es.

Es gebe allerdings weiterhin zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, darunter die Inflationsentwicklung, geopolitische Spannungen oder das Tempo der Investitionen von China in die landeseigenen Halbleiter-Kapazitäten. Seit zwei Jahren baue China seine Kapazitäten massiv aus. VAT selbst werde die neue Produktionsstätte in Malaysia fertigstellen.

VAT-Aktien schwach - Gewinnmitnahmen nach Zahlen und Ausblick

Die Aktien von VAT kommen am Dienstag nach der Zahlenvorlage für das Gesamtjahr 2023 unter Druck. Analysten nehmen die Zahlen und die stabile Dividende zwar überwiegend als positiv, wenn auch wenig überraschend auf. Sie stören sich allerdings am Ausblick des Unternehmens für den Umsatz im ersten Quartal, der ihnen zu verhalten ausfällt.

Das und die zuletzt starke Kursentwicklung lösen Gewinnmitnahmen aus - allein im vergangenen Jahr hatten die Titel über 60 Prozent zugelegt, auch seit Jahresbeginn geht es aufwärts.

Letztlich rutschten die Titel des Vakuumventil-Herstellers um 5,73 Prozent auf 429,10 Franken ab.

Grundsätzlich ist der Tenor unter den Experten klar: Die Ergebnisse boten nach den bereits bekannten Umsatz- und Auftragszahlen kaum Überraschungen, die stabile Dividende wurde ebenfalls überwiegend erwartet. Der höhere Gewinn sei einer ungewöhnlich tiefen Steuerquote zu verdanken, erklären beispielsweise die Analysten von RBC Capital Markets, die derweil noch den starken Free Cashflow hervorheben.

Störfaktor ist hingegen der Ausblick, besonders die Vorgaben für die Umsatzentwicklung im ersten Quartal. Denn hier liegt VAT mit den angepeilten 185 bis 205 Millionen Franken klar unter den Wünschen der Börsengemeinde - UBS-Experte Joern Iffert hatte hier mit 231 Millionen Franken deutlich mehr aufgerufen. Auch RBC und der Konsens liegen klar darüber. Iffert zeigt sich daher auch überrascht von dieser Indikation, insbesondere da im vierten Quartal der Auftragseingang an Schwung gewonnen habe. Eine offenbar spätere Umwandlung der Aufträge in Umsatz kkönne am Timing von Kundenprojekten liegen.

Ansonsten seien die für das zweite Halbjahr und 2025 für VAT solide, so Iffert. Dem stimmt auch RBC sowie die Bank Vontobel zu. Allerdings komme die Zuversicht für eine Markterholung durch das Management nicht überraschend, ergänzt RBC. Mit einem solch langsamen Jahresstart steige der Druck für die zweite Jahreshälfte. Vontobel sieht unverändert die langfristigen Trends mit AI als Haupttreiber als intakt an und erwartet eine Wachstumsbeschleunigung in Richtung 2025.

dm/uh/hr

Haag (awp)

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Bildquelle: Keystone