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Auftragseingänge schwach 16.10.2020 17:59:34

VAT-Aktie klar im Minus: Starkes Wachstum im dritten Quartal

VAT-Aktie klar im Minus: Starkes Wachstum im dritten Quartal

Die Erholung im Halbleitersegment treibt das Geschäft des Spezialisten für Vakuumventile weiter an. Bei den Auftragseingängen ging die Dynamik jedoch merklich zurück. Die Aussichten für die Halbleiterindustrie würden jedoch für das vierte Quartal und bis ins Jahr 2021 positiv bleiben.

Der Umsatz wuchs in der Berichtsperiode gegenüber dem Vorjahr um rund 36 Prozent auf 185,9 Millionen Franken, wie das Ostschweizer Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit lag der Wert am oberen Ende der eigenen, im August veröffentlichten Guidance von 175 bis 190 Millionen, und auch geringfügig über der Markterwartung von 184,8 Millionen (AWP-Konsens). Die Erholung gegenüber den Vorquartalen setzte sich damit fort. Im zweiten Quartal waren 173,4 Millionen Franken umgesetzt worden, im ersten 145,5 Millionen.

Der Auftragseingang stieg von Juli bis September um 6,4 Prozent auf 156,4 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorquartal waren es jedoch rund 12 Prozent weniger. Die Analysten hatten hier deutlich mehr erwartet und im Schnitt mit 181,6 Millionen gerechnet. VAT spricht von einem gewissen "Front-End-Loading" von Kundenbestellungen in den ersten beiden Quartalen, also vorgezogenen Ordern im Frühjahr, nach Beginn der Corona-Pandemie.

Auf Neunmonatssicht hätten sowohl Umsatz als auch Ordereingang um je 26 Prozent zugelegt, betont das Unternehmen.

Auftragsbestand von 124,1 Millionen

Die sogenannte Book-to-bill-Ratio (Verhältnis Auftragseingang zum Umsatz) sank entsprechend auf 0,84x, wobei ein Wert über 1 einen wachsenden Markt kennzeichnet. Der Auftragsbestand nahm gegenüber Ende Juni um 2,8 Prozent auf 124,1 Millionen zu.

Die Halbleiterhersteller hätten weiterhin in neue Technologien und Anlagen zur Chipfertigung investiert, heisst es in der Mitteilung weiter. Auch die Nachfrage nach Servicelösungen von VAT stieg. Viele der Dienstleistungen würden darauf abzielen die Fertigungsbetriebszeit zu erhöhen. Das habe im Quartal zu Rekordumsätzen im Service geführt.

Mit einem Gesamtgeschäft auf höherem Niveau habe man zudem eine starke operative Leistung erreicht, schreibt das Unternehmen weiter. Die Inbetriebnahme der Anlage in Malaysia verlaufe planmässig. Das Werk Penang dürfte im laufenden Jahr einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Franken erzielen. In der Geschäftseinheit Display gingen Aufträge und Nettoumsatz zurück, die Nettoumsätze im Solargeschäft wuchsen im Quartal.

Reingewinn deutlich über Vorjahr erwartet

VAT rechnet für das vierte Quartal mit einer sequentiellen Verbesserung der Auftragsaktivität. Der Umsatz wird in einer Spanne von 165 bis 180 Millionen Franken erwartet und der Jahresumsatz soll entsprechend 670 bis 685 Millionen erreichen. Für das Gesamtjahr wird eine EBITDA-Marge von über 30 Prozent erwartet und der Reingewinn werde deutlich über dem Niveau von 2019 liegen.

So reagiert die VAT-Aktie

Für die Aktien von VAT ging es am Freitag den nach Zahlen zum dritten Quartal nach unten. Zwar hatte der Vakuumventil-Hersteller einen deutlich höheren Umsatz erzielt, der Auftragseingang lag aber deutlich unter den Erwartungen und sorgt entsprechend für Enttäuschung. Zum Handelsschluss fielen die Titel an der SIX um 3,42 Prozent auf 178,00 Franken.

Zwar sei der Auftragseingang im Vorjahresvergleich gestiegen, wichtiger sei aber die Entwicklung im Vergleich zum Vorquartal, so die Credit Suisse. Und hier habe VAT einen deutlichen Rückgang erlitten und kräftig enttäuscht - die Book-to-Bill-Ratio liege nur noch bei 0,84. Ein Wert über 1 kennzeichnet einen wachsenden Markt. Mit diesem schwachen Auftragseingang sei die hohe Bewertung nicht gerechtfertigt, urteilen die Analysten und bleiben bei ihrer Einstufung "Underperform".

Auch für Vontobel-Experte Michael Foeth deuten der schwächere Auftragseingang und ein Umsatzausblick unter seinen Erwartungen auf ein nachlassendes Momentum hin. Dennoch bleibe VAT klarer Marktführer in seinem Segment und gewinne weiter Marktanteile. Der langfristige Wachstumstrend in der Halbleiterbranche bleibe intakt und dürfte entsprechend die Nachfrage nach Fertigungsanlagen und Vakuumventilen ankurbeln.

Bei der ZKB sorgt ebenfalls die abflachende Entwicklung beim Auftragseingang für ein "gewisses Stirnrunzeln" und wegen der hohen Erwartungshaltung des Marktes sieht Analyst Alexander Koller ein gewisses Risiko für Gewinnmitnahmen. Beim Ausblick seien die Erwartungen "nur" erfüllt und nicht übertroffen worden. Mit Blick auf die Umsatzentwicklung habe VAT aber angesichts der düsteren globalen Nachrichtenlage überzeugt.

yr/kw

Haag (awp)

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Bildquelle: VAT,Keystone

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