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Markt-Eintrübung 21.06.2024 17:42:00

Varta-Aktie bricht ein: Montana-Tech-Tochter Varta senkt Prognose für den Umsatz

Varta-Aktie bricht ein: Montana-Tech-Tochter Varta senkt Prognose für den Umsatz

Die kriselnde Montana-Tech-Tochter Varta rechnet im laufenden Jahr wegen einer mauen Nachfrage mit weniger Umsatz als bisher erhofft.

Der Erlös dürfte 820 bis 870 Millionen Euro erreichen, teilte der Batteriekonzern am Donnerstagabend mit. Bislang hatte der Vorstand mindestens 900 Millionen Euro auf dem Zettel. In den ersten neun Monaten 2023 hatte Varta rund 554 Millionen Euro Umsatz gemacht, aktuellere Geschäftszahlen gibt es wegen eines Hackerangriffs seitdem nicht. Der Aktienkurs sackte am Freitag ab.

Im frühen Handel verloren die Papiere in der Spitze mehr als 9 Prozent. Sie reduziert ihr Minus schliesslich auf 0,25 Prozent bei 9,93 Euro. Die gesenkte Prognose sei keine Überraschung und bewege sich im Rahmen der Erwartungen am Markt, schrieb Warburg-Analyst Robert-Jan van der Horst. Seine eigenen Schätzungen lägen allerdings am unteren Ende der neuen Spanne.

Mitte April waren die Varta-Aktien auf ein Rekordtief bei 7,43 Euro gesackt und hatten sich seitdem nur bedingt erholt. Im laufenden Jahr hat Varta mehr als die Hälfte an Börsenwert verloren, auf Sicht von drei Jahren liegt das Minus sogar bei rund 93 Prozent. Anfang 2021 hatten die Papiere noch ein Rekordhoch bei knapp über 181 Euro erreicht.

Das Marktumfeld für Energiespeicher habe sich weiter deutlich verschlechtert, insbesondere im zweiten Quartal des laufenden Jahres, hiess es von Varta nun. Neben der schwachen weltweiten Nachfrage verliere Varta auch im Heimatmarkt bei Energiespeichersystemen an Marktanteilen. Zudem belasteten verzögerte Produkteinführungen von Hochvoltspeicher die Umsatzentwicklung.

Der Batteriekonzern steckt schon länger in der Krise. Die Nachfrage nach kleinen Lithium-Ionen-Knopfzellen, etwa für Kopfhörer, schwankt stark. Zudem klagte Varta zuletzt über Billig-Konkurrenz aus China und anhaltende Probleme in den Lieferketten. Zu allem Überfluss hatten Hacker im Februar Vartas Computersysteme attackiert und die Produktion für mehrere Wochen lahmgelegt.

Mitte April hatte die Montana Tech-Tochter eingestehen müssen, dass das eigene Umstrukturierungskonzept nicht mehr ausreicht, um wie geplant bis Ende 2026 auf einen profitablen Wachstumskurs zurückzukehren. Der Konzern rief seine Geldgeber erneut um Hilfe - die sollen aber erst einmal stillhalten, bis der Gutachter AuxilPartner das bestehende Sanierungsgutachten überarbeitet hat. Das neue Gutachten soll Mitte des Jahres vorliegen.

Thomas Wissler vom Analysehaus MWB Research bezeichnete Kürzungen und eine klare Strategie als notwendig. Nur so könne Varta die Herausforderungen meistern und eine nachhaltige Trendwende schaffen. Das Unternehmen bewege sich in einem sehr schwierigen Umfeld und habe obendrein viele interne Probleme - unter anderem hohe Schulden.

Vor rund sechs Wochen war die Varta-Aktie aus dem SDax geflogen, denn infolge des Hackerangriffs konnte der geprüfte Jahresfinanzbericht nicht fristgerecht veröffentlicht werden. Mitte März hatte der Batteriekonzern bekannt gegeben, die Veröffentlichung aufgrund des am 13. Februar öffentlich gemachten Hackerangriffs nicht vor dem 30. April vornehmen zu können. Aktuell peilt Varta für die Veröffentlichung des Geschäftsberichts den August an.

ngu/niw/mis/jha/jl

ELLWANGEN (awp international)

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Bildquelle: MDart10 / Shutterstock.com