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Nach SBB-Ausschreibung 26.06.2019 17:55:36

Valora-Aktie bricht ein: Gewinnwarnung und neue Mittelfristziele veröffentlicht

Valora-Aktie bricht ein: Gewinnwarnung und neue Mittelfristziele veröffentlicht

Die Ergebnisziele für 2019 werden gesenkt, als Folge der neuen SBB-Verträge und der Rechnungslegung IFRS 16. Ab 2021 wird wieder mit einer deutlichen Gewinnsteigerung gerechnet.

Für das laufende Jahr stellt Valora einen Betriebsgewinn von 89 Millionen Franken in Aussicht. Im Jahr 2020 soll ein Ergebnis in einer "ähnlichen Grössenordnung" resultieren, teilte Valora am Mittwochmorgen mit. Zuvor war das Unternehmen für 2019 von einem EBIT zwischen 96 und 104 Millionen Franken ausgegangen.

SBB-Vertag und IFRS 16 belasten

Im April hatte Valora von der SBB den Zuschlag für die Bewirtschaftung von 262 Kiosk- und Convenience-Flächen erhalten und Renovationskosten in Höhe von 60 Millionen Franken angekündigt. Mit dem geplanten Umbau werde bereits frühzeitig begonnen, was die Belastung im laufenden Jahr erhöhe, begründet Valora die Kürzung der Prognosen. Ausserdem würden nicht zahlungswirksame Faktoren aus der Anwendung des neuen Rechnungslegungsstandards IFRS 16 das Ergebnis belasten.

Insgesamt sieht sich das Unternehmen im laufenden Jahr aber auf Kurs. Die Aussenumsätze nahmen bis Ende Mai zwar um 0,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Franken ab, was hauptsächlich auf die Wechselkursentwicklung zurückzuführen sei. Bei den Produktekategorien entwickle sich das Food-Geschäft weiterhin stark, womit der Rückgang im Pressegeschäft kompensiert werde, heisst es.

Neue Mittelfrist-Ziele

Gemäss den neuen Mittelfristzielen will Valora den Aussenumsatz bis 2025 um jährlich 2 bis 3 Prozent steigern. Neben zusätzlichen Verkaufsstellen soll auch die weitere Fokussierung auf Nahrungsmittel zum Sofortverkehr das Wachstum weiter beleben. Der höhere Anteil von Food und Getränken im Sortiment, soll sich auch positiv auf die Margen auswirken. So wird mit einem Anstieg der Bruttogewinnmarge um 0,5 Prozentpunkte und der EBIT-Marge um 0,2-Prozentpunkte pro Jahr gerechnet.

Nach einer Phase mit erhöhten Investitionen sollen ab 2021 auch die Gewinne wieder deutlich ansteigen. So stellt Valora ab 2022 eine Steigerung des Gewinns pro Aktie um jährlich 7 Prozent in Aussicht. Keine Abstriche soll bis dahin bei der Ausschüttung gemacht werden: Dank der soliden Bilanz sei die attraktive Dividende für die Aktionäre in den nächsten Jahren gesichert, lässt sich CEO Michael Mueller in der Mitteilung zitieren.

Valora-Aktie nach Guidance-Update unter Abgabedruck

Im Schweizer Handel brach die Valora-Aktie um 3,42 Prozent ein auf 254,50 Franken. Nach Börseneröffnung waren die Titel zwischenzeitlich sogar auf ein Tagestief von 245,50 Franken gefallen.

In einem ersten Kommentar bezeichnet der ZKB die neuen Mittelfristziele als "erreichbar". Der zuständige Experte kündigt an, seine Gewinnschätzungen leicht zu reduzieren, bestätigt aber das Rating "Übergewichten"

Laut ZKB erfordert der Gewinn der SBB-Standorte kurzfristig einiges an Investitionen. In den Jahren 2019 und 2020 werde Valora 115 Millionen bzw. 130 Millionen Franken investieren, was deutlich über der "normalen Capex" von 65 Millionen liege. Er werde seine Gewinnschätzungen ab 2021 leicht absenken, halte aber die neuen Mittelfrist-Ziele für erreichbar, schreibt der zuständige Experte.

Der neue Rechnungslegungsstandart IFRS 16 wirke sich in diesem Jahr negativ auf die Gewinnentwicklung aus, so die Bank Vontobel in einem Kommentar. Diese Effekte seien aber nicht zahlungswirksam und könnten bereits ab 2020 ins Positive drehen. Über die gesamte Laufzeit des Vertrags hinaus seien die Auswirkungen aber gleich null.

Der Vontobel-Analyst geht davon aus, dass der heutige Investorentag mehr Klarheit bezüglich der künftigen Wachstums- und Rentabilitätstreiber sowie der Auswirkungen von IFRS 16 bringen wird.

Muttenz (awp)

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Bildquelle: Valora,Keystone