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Umbaukosten 24.07.2019 17:53:37

Umbau reisst Deutsche Bank noch tiefer in die Verlustzone als gedacht - Aktie sackt ab

Umbau reisst Deutsche Bank noch tiefer in die Verlustzone als gedacht - Aktie sackt ab

Der Konzernverlust lag bei 3,15 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 401 Millionen ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Zudem bekam die Bank ihren geplanten Ausstieg aus dem Aktienhandel bereits vor dem eigentlichen Beschluss dazu zu spüren.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten zunächst schlecht an. Zwischenzeitlich verlor die Deutsche-Bank-Aktie 2,47 Prozent auf 6,96 Euro. Schlussendlich fiel sie 1,85 Prozent zurück auf 7 Euro.

Die Bank hatte am 7. Juli bekanntgegeben, dass sie weltweit aus dem Aktienhandel aussteigt. Im Zuge des Umbaus wird die hauseigene Investmentbank, die der Bank in der Vergangenheit milliardenschwere Strafen einbrockte, kräftig gestutzt. Konzernweit stehen bis zum Jahr 2022 rund 18 000 Jobs auf der Streichliste. Wie viele Jobs auf dem Heimatmarkt wegfallen sollen, ist weiterhin offen. Ende Juni beschäftigte die Bank weltweit noch knapp 90 900 Mitarbeiter.

Der Konzernumbau, der insgesamt 7,4 Milliarden Euro kosten soll, zog das Ergebnis im zweiten Quartal bereits um 3,4 Milliarden Euro nach unten - mehr als bei Bekanntgabe der Pläne angekündigt. Entsprechend fiel auch der Quartalsverlust höher aus als zunächst vorgesehen.

"Ohne diese Belastungen für den Umbau wäre die Deutsche Bank profitabel gewesen", sagte Vorstandschef Christian Sewing. Die Bank hätte dann nach eigenen Angaben unter dem Strich 231 Millionen Euro verdient und vor Steuern 441 Millionen Euro. Vor allem die Fondstochter DWS verdiente deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stand bei ihr ein Gewinn von 112 Millionen Euro und damit 22 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die gesamten Erträge der Deutschen Bank sanken im zweiten Vierteljahr um 6 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro, bereinigt um Sondereffekte verringerten sie sich um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Erträge im weltweiten Aktienhandel, aus dem die Bank sich zurückzieht, brachen um fast ein Drittel ein. Besser lief es im Bereich Privat- und Firmenkundenbank sowie der Vermögensverwaltung. Für das Gesamtjahr rechnet die Bank mit niedrigeren Erträgen als 2018.

Die Gesamtkosten des Umbaus will die Bank aus eigener Kraft stemmen und eine Kapitalerhöhung vermeiden. Der Grossteil der Lasten fällt im laufenden Jahr an.

Unterdessen gliedert das Institut Vermögenswerte von 74 Milliarden Euro in eine hauseigene Abwicklungsanstalt aus. Diese Bad Bank habe bereits mit dem Verkauf von Vermögenswerten begonnen, die nicht mehr zur künftigen Ausrichtung passten, schrieb Sewing an die Mitarbeiter. "Wir haben uns von unseren Positionen im Aktienhandel getrennt und schalten Schritt für Schritt die entsprechenden Systeme ab."

Nach drei Verlustjahren in Folge und einem Mini-Gewinn 2018 drohen der Deutschen Bank daher auch im Gesamtjahr 2019 tiefrote Zahlen. Kern der neuen Deutschen Bank soll nach Sewings Willen die neue Sparte Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmern soll. Im Kapitalmarktgeschäft will sich die Bank auf das Geschäft mit Krediten, Anleihen und Währungen sowie auf Beratung konzentrieren. Aus dem weltweiten Aktienhandel steigt das Institut komplett aus.

Details zum Stellenabbau in ihrem Heimatmarkt nannte die Deutsche Bank auch bei der Vorlage der Quartalsbilanz nicht. Sewing hatte jedoch den Wegfall einer "substanziellen Zahl" angekündigt. Dabei sei "der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten", hatte er dem "Handelsblatt" gesagt. Im Privatkundengeschäft, zu dem die Postbank gehört, war erst kürzlich ein weiterer Abbau von gut 2000 Vollzeitstellen vereinbart worden. Den Abbau weiterer Stellen will die Bank möglichst "sozialverträglich" umsetzen, wie Sewing mehrfach bekräftigte.

Unterdessen kommt die Fondstochter DWS bei ihrem Sparprogramm schneller voran als geplant. Der Konzern befinde sich auf einem guten Weg, die angepeilten jährlichen Kosteneinsparungen von 150 Millionen Euro brutto bereits in diesem Jahr zu erreichen.

FRANKFURT (awp international)

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Bildquelle: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images,Nessluop / Shutterstock.com,Deutsche Bank AG,Cineberg / Shutterstock.com