11.09.2019 13:29:58

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

IfW sieht Deutschland an der Schwelle zur Rezession

Der deutschen Wirtschaft steht nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft "eines der schwächsten Jahre seit der Finanzkrise bevor". Die Konjunkturforscher des IfW rechnen in ihrer neuen Prognose für 2019 nur noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,4 Prozent, 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang prognostiziert. "Solch schwache Zahlen gab es zuletzt 2013 im Zuge der Euro-Schuldenkrise", erklärten die Ökonomen.

RWI: Deutsche Wirtschaft im Abschwung

Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung hat seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2019 auf 0,4 Prozent von bisher 0,8 Prozent gesenkt. Für 2020 erwartet es jetzt 0,9 Prozent statt im Juni vorhergesagter 1,4 Prozent. Für 2021 rechnen die Essener Forscher dann mit einem Anstieg auf 1,3 Prozent. "Es mehren sich die Anzeichen, dass die Schwächephase anhält und die Konjunktur in Deutschland in einen Abschwung übergeht", erklärte das RWI.

DIW senkt Prognosen und fordert Investitionsagenda

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Wachstumsprognose für dieses Jahr gesenkt und vor erheblichen Risiken für die weitere Entwicklung gewarnt. Für 2019 erwarten die Berliner Ökonomen nun eine Steigerung des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,5 Prozent, nachdem sie im Juni noch ein Plus von 0,9 Prozent vorausgesagt hatten.

EZB teilt bei Dollar-Tender 37,5 Millionen zu

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrem Dollar-Tender mit einer Laufzeit von sieben Tagen 37,5 Millionen US-Dollar an zwei Banken zugeteilt. In der Vorwoche hatten zwei Banken eine Summe von 39,5 Millionen nachgefragt und erhalten. Der Tender hat einen Festzinssatz von 2,59 (zuvor: 2,63) Prozent.

Opec senkt Wachstumsprognose für Ölnachfrage 2019 weiter

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Wachstumsprognose für die Ölnachfrage für 2019 den zweiten Monat in Folge gesenkt, da sie von einem schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft ausgeht. In ihrem Monatsbericht für September reduzierte die Opec ihre Wachstumsprognose für die Ölnachfrage 2019 auf 1,02 Millionen Barrel pro Tag. Die Kürzung bedeutet eine Senkung um 80.000 Barrel pro Tag gegenüber der August-Prognose, die die Nachfrage noch auf 1,1 Millionen Barrel pro Tag schätzte.

Schottisches Gericht erklärt Zwangspause für britisches Parlament für "illegal"

Die von Premierminister Boris Johnson angeordnete Zwangspause für das britische Parlament verstösst nach Ansicht eines schottischen Berufungsgerichts gegen das Gesetz. Die Zwangspause sei "illegal", weil ihr offensichtliches Ziel sei, "das Parlament zu behindern", erklärte das Gericht in Edinburgh. Die Entscheidung Johnsons sei "null und nichtig". Die britische Regierung kündigte umgehend an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen.

Merkel nennt Klimaschutz eine Menschheitsherausforderung

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Klimaschutz als eine Menschheitsherausforderung bezeichnet. "Es kommt jetzt darauf an, wie wir diese Aufgabe einordnen", sagte Merkel in der Haushalts- und Generaldebatte des Deutschen Bundestags. "Ich ordne sie so ein, dass ich es als eine Menschheitsherausforderung begreife." Die Klimaziele 2030 zu erreichen, werde ein "gewaltiger Kraftakt", mahnte die Kanzlerin, wobei sie merke, "dass Teile der deutschen Wirtschaft weiter sind als manche hier in diesem Hause".

Merkel: Grösse des Energie- und Klimafonds erst nach Klimakabinett klar

Nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fehlen im Haushaltsentwurf für 2020 noch die Ausgaben und Investitionen in den Klimaschutz. Zur konkreten Grösse des Energie- und Klimafonds (EKF) werde das Klimakabinett der Bundesregierung am 20. September Vorschläge machen, sagte Merkel in der Generaldebatte im Deutschen Bundestag. Deswegen habe Finanzminister Olaf Scholz (SPD) dazu noch keinen Vorschlag gemacht. "Das wird zeitnah kommen", sagte Merkel.

Merkel: Haben nach wie vor alle Chancen, Brexit geordnet hinzubekommen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält nach eigenen Angaben einen geordneten Brexit weiter für möglich. "Wir haben nach wie vor alle Chancen, es geordnet hinzubekommen", sagte Merkel in der Generaldebatte im Bundestag. Die Bundesregierung werde sich "bis zum letzten Tag" dafür einsetzen. Deutschland sei aber auch auf einen ungeordneten Brexit vorbereitet. Durch den Austritt Londons erwartete Merkel "tiefgreifende Folgen" für Europa, das geschwächt werde.

Merkel: Einhaltung der Menschenrechte durch China "unabdingbar"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat im Umgang mit China auf die Einhaltung der Menschenrechte gedrängt. Dies sei für die Bundesrepublik "unabdingbar", sagte Merkel in der Generaldebatte im Deutschen Bundestag. "Das gilt weiterhin." Dies gelte auch mit Blick auf die jüngsten Ereignisse in Hongkong, "wo wir das Prinzip 'Ein Land, zwei Systeme' weiterhin für richtig halten", so Merkel.

Hongkonger Aktivist fordert Exportstopp für Polizeiausrüstung

Der Demokratieaktivist Joshua Wong hat in Berlin einen Exportstopp für Polizeiausrüstung an Hongkong gefordert. Gummigeschosse und andere Ausrüstungsgegenstände sowie Teile der Wasserwerfer kämen aus Ländern wie Deutschland, Grossbritannien und den USA, sagte Wong in Berlin. "Deutschland und der Rest der Welt sollten nicht die Augen verschliessen vor den Ereignissen in Hongkong", sagte er.

China nimmt einige US-Importgüter von Strafzöllen aus

Der chinesische Kabinett hat zwei Listen mit Produkten veröffentlicht, die im Handelsstreit mit den USA von höheren Zöllen ausgenommen sein sollen, da sich die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt auf die nächste Runde der Handelsgespräche im Oktober vorbereiten. Die Zollkommission erklärte, dass höhere Zölle nicht auf zwölf Arten von US-Importen für ein Jahr ab dem 17. September angewendet werden würden.

+++ Konjunkturdaten +++

US/MBA Market Index Woche per 6. Sep +2,0% auf 569,8 (Vorwoche: 558,5)

US/MBA Purchase Index Woche per 6. Sep +4,5% auf 253,5 (Vorwoche: 242,6)

US/MBA Refinance Index Woche per 6. Sep +0,4% auf 2.377,5 (Vorwoche: 2.367,2)

Mexiko Industrieproduktion Juli -0,4% gg Vormonat

Mexiko Industrieproduktion Juli -1,7% (PROG: -1,8%) gg Vj

DJG/DJN/AFP/apo

(END) Dow Jones Newswires

September 11, 2019 07:30 ET (11:30 GMT)

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