15.04.2019 13:29:54

ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires.

Bundesbank erwartet in 1Q moderates Wachstum durch Sondereffekte

Die Bundesbank prognostiziert für das erste Quartal ein moderates Wachstum. Ausschlaggebend seien hierfür wohl zu einem erheblichen Teil binnenwirtschaftliche Sondereffekte, schreibt sie in ihrem Monatsbericht April. Die Grundtendenz ohne diese Sondereinflüsse bleibe allerdings verhalten. Dies liege primär an dem anhaltenden Abschwung in der Industrie. Hier sind die Auftragseingänge zuletzt regelrecht eingebrochen und die Stimmung der Unternehmen hat sich laut Ifo-Institut weiter deutlich eingetrübt.

Bundesbank: Immobilienbesitz sorgt für Vermögenszuwächse

Die Vermögen der privaten Haushalte sind nach einer Erhebung der Bundesbank zwischen 2014 und 2017 auf breiter Basis gestiegen, allerdings war der Zuwachs nicht ganz gleichmässig verteilt. Insbesondere Immobilieneigentümer hätten von den anziehenden Preisen profitiert, schreibt die Bundesbank in ihrem Monatsbericht April. Auch die Vermögen vieler Mieterhaushalte und "von Haushalten in der vermögensärmeren Hälfte der Verteilung" hätten zugenommen, Folge der gestiegenen Einkommen. Grundlage der Ergebnisse ist die alle drei Jahre anstehende Befragung von mehr als 5.000 Haushalten. Das durchschnittliche Vermögen lag 2017 in Deutschland bei brutto 262.500 Euro und netto, d.h. nach Abzug der Schulden, bei 232.800 Euro, ein Plus von 9 Prozent zu 2014. Der Median lag bei weniger als einem Drittel, konkret bei 86.400 bzw 70.800 Euro (plus 17 Prozent zu 2014). Dies deute auf eine ungleiche Verteilung der Nettovermögen in Deutschland hin, so die Bundesbank.

EU-Länder geben grünes Licht für Handelsgespräche mit den USA

Nach monatelangem Streit haben die EU-Länder am Montag grünes Licht für die Aufnahme von Handelsgesprächen mit den USA gegeben. Frankreich stimmte dagegen, Belgien enthielt sich bei der Abstimmung in Luxemburg, wie die Nachrichtenagentur AFP aus mehreren Quellen erfuhr. Besonders Deutschland hatte angesichts wiederholter Drohungen aus Washington mit Strafzöllen auf europäische Autos auf eine baldige Aufnahme von Gesprächen gedrungen. Frankreich trat dagegen bislang auf die Bremse. Staatschef Emmanuel Macron wollte, dass die USA erst wieder dem Pariser Klimaschutzabkommen beitreten. US-Präsident Donald Trump hatte 2017 den Rückzug seines Landes aus dem Abkommen angekündigt.

EU-Staaten stimmen abschliessend für umstrittene Urheberrechtsreform

Die EU-Staaten haben die umstrittene Urheberrechtsreform abschliessend angenommen. 19 EU-Länder, darunter Deutschland, stimmten am Montag in Luxemburg für die Richtlinie, wie die Nachrichtenagentur AFP aus EU-Kreisen erfuhr. Sechs Länder stimmten demnach dagegen, drei enthielten sich. Das Gesetzgebungsverfahren ist damit abgeschlossen - nach der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU haben die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, um die Bestimmungen umzusetzen.

EU beschliesst endgültig neue Grenzwerte für Emissionen von Neuwagen

Die EU hat endgültig neue Vorgaben für den CO2-Ausstoss von Neuwagen beschlossen. Die 28 Mitgliedstaaten bestätigten am Montag eine entsprechende Neuregelung, die das EU-Parlament Ende März verabschiedet hatte, wie die rumänische Ratspräsidentschaft erklärte. Bis 2030 sollen die Emissionen neu zugelassener Pkw demnach im Schnitt um 37,5 Prozent im Vergleich zu den Werten von 2021 sinken. Für Kleintransporter gilt ein gesondertes Reduktionsziel von 31 Prozent. Für beide Fahrzeugtypen wurde zudem ein Zwischenziel formuliert, das 15 Prozent weniger CO2-Ausstoss bis 2025 vorsieht.

EU beschliesst endgültig neue Regeln für Pipelines wie Nord Stream 2

Die EU hat die Überarbeitung der Regeln für Gas-Pipelines aus Drittstaaten endgültig beschlossen. Regierungsvertreter der 28 Mitgliedstaaten bestätigten am Montag einen entsprechenden Gesetzestext, den das EU-Parlament Anfang April verabschiedet hatte, wie die rumänische EU-Ratspräsidentschaft erklärte. Laut EU-Kommission werden die neuen Regeln auch für das deutsch-russische Projekt Nord Stream 2 gelten. Die schon im Bau befindliche Pipeline soll Gas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren. Insbesondere östliche EU-Staaten, aber auch die USA sehen das äusserst kritisch.

Zahl der Nicht-EU-Bürger mit Arbeitserlaubnis erneut deutlich gestiegen

Die Zahl der Nicht-EU-Bürger, die sich zur Arbeit in Deutschland aufhalten, ist im vergangenen Jahr erneut um mehr als 20 Prozent gestiegen. Sie erhöhte sich von etwa 217.000 im Jahr 2017 auf rund 266.000 in 2018, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. Damit stieg sie das dritte Jahr in Folge um über 20 Prozent. Die meisten davon kamen aus Indien, China, Bosnien und Herzegowina sowie aus den USA. Die Zuzügler waren im Schnitt 35 Jahre alt und mehr als zwei Drittel von ihnen war männlich. Mehr als 80 Prozent besassen eine befristete Arbeitserlaubnis, lediglich 17 Prozent eine unbefristete.

Türkische Arbeitslosigkeit auf Zehnjahreshoch

Die Arbeitslosenquote in der Türkei ist im Januar auf ein Zehnjahreshoch gestiegen. Von 13,5 Prozent im Dezember kletterte sie auf 14,7 Prozent, was darauf hindeutet, dass ein sich verschärfender wirtschaftlicher Abschwung seinen Tribut auf dem Arbeitsmarkt des Landes fordert. Im Januar 2018 lag die Quote bei 10,8 Prozent.

Entfernung von Kernbrennstoffen im Fukushima-Kraftwerk begonnen

Der Betreiber der Atomruine im japanischen Fukushima hat mit der Entfernung von Kernbrennstoffresten begonnen. Ferngesteuerte Geräte holen die radioaktiv verseuchten Brennstoffe seit Montag aus dem bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im März 2011 zerstörten Atomkraftwerk, wie der Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) erklärte. Insgesamt sollen 566 Einheiten Kernbrennstoff innerhalb von zwei Jahren entfernt werden.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/AFP/smh

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April 15, 2019 07:30 ET (11:30 GMT)

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