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Gestaltungsplan 24.04.2024 17:51:00

UBS-Aktie tiefrot: Zahlreiche Abstimmungen bei UBS-Generalversammlung - Fortschritte bei CS-Integration

UBS-Aktie tiefrot: Zahlreiche Abstimmungen bei UBS-Generalversammlung - Fortschritte bei CS-Integration

Die Jungen Grünen wollen verhindern, dass die UBS in Zürich-Altstetten ein 110 Meter hohes Hochhaus baut.

Sie ergreifen gegen den vom Gemeinderat bewilligten Gestaltungsplan "Areal VZA1" das Referendum. Dafür benötigen sie 2000 Unterschriften.

Am 10. April genehmigte das Zürcher Stadtparlament den Gestaltungsplan mit dem Namen "Areal VZA1". Die UBS plant unter diesem Titel ein Hochhaus mit Holzelementen, Solarpanels und begrünten Fassaden. Rund 2700 Angestellte sollen darin Platz finden.

Diesen Beschluss wollen die Jungen Grünen nun kippen. Wie sie am Mittwoch mitteilten, ergreifen sie gegen den Parlamentsentscheid das Referendum. Sie kritisieren vor allem, dass keine Wohnungen gebaut werden. Das UBS-Hochhaus zeige exemplarisch, dass die Standortförderung keine Rücksicht auf die Bevölkerung nehme.

"20-Franken-Drinks in der Rooftop-Bar"

Zudem seien Hochhäuser ökologisch gesehen besonders problematisch, da sie wegen des grossen Fundaments und der Trägerstrukturen besonders viele Ressourcen bräuchten. "Da ändern auch der Einsatz von Holz und ein paar Kletterpflanzen nichts."

Dass "ausgerechnet die SP" dem Gestaltungsplan zustimmte, ärgert die Jungen Grünen besonders. "Die Partei, die am lautesten ist, wenn es um knappen Wohnraum geht." Den SP-Parteikadern sei wohl aber nur wichtig, hoch über den Köpfen der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher 20-Franken-Drinks in einer Rooftop-Bar schlürfen zu können.

UBS-Präsident besorgt über Diskussionen um zusätzliche Kapitalanforderungen

UBS-Präsident Colm Kelleher hat sich erneut gegen zusätzliche Kapitalanforderungen an die Grossbank ausgesprochen. Er sei "ernsthaft besorgt" über einige der Diskussionen im Zusammenhang mit zusätzlichen Kapitalanforderungen, sagte der Verwaltungsratspräsident der Schweizer Grossbank am Mittwoch an der Generalversammlung in Basel.

Es sei verständlich, dass die Übernahme der Credit Suisse in der Schweiz eine erneute Debatte darüber ausgelöst habe, wie Banken reguliert werden sollten, sagte Kelleher gemäss Redetext. Die UBS unterstützen viele der Empfehlungen von Aufsichtsbehörden und Fachgremien, darunter auch jene im jüngsten Bericht des Bundesrates zur Bankenstabilität. "Zusätzliches Kapital ist das falsche Mittel", betonte er gleichzeitig.

"Die Kapitalanforderungen für global systemrelevante Banken sind in den vergangenen 15 Jahren deutlich gestiegen", betonte Kelleher. Es seien auch nicht zu niedrige Kapitalanforderungen gewesen, welche die Credit Suisse zu einer historischen Rettung gezwungen hätten. Seine Schlussfolgerung aus den Problemen der CS sei, dass es keine regulatorische Lösung für ein fehlerhaftes Geschäftsmodell gebe. Das Geschäftsmodell sei Aufgabe der Konzernleitung und des Verwaltungsrats, "Vertrauen kann nicht reguliert werden."

Seines Erachtens sei die UBS zudem auch nicht "Too big to fail". "UBS ist eine der am besten kapitalisierten Banken in Europa, mit einem nachhaltigen Geschäftsmodell und einer entsprechend risikoarmen Bilanz", sagte der Verwaltungsratspräsident vor den Aktionären.

Die UBS sei und bleibe als Schweizer Bank hier fest verwurzelt, so Kelleher weiter. "Die Schweiz ist ein Eckpfeiler unserer Strategie und daran wollen wir nichts ändern."

Den Aktionären versprach Kelleher zudem, weiterhin das Ziel einer progressiven Dividendenausschüttung zu verfolgen. Für das Geschäftsjahr 2024 strebe die UBS eine Erhöhung der Dividende pro Aktie im mittleren Zehnprozentbereich an. "Unser Ziel ist, dass unsere gesamten Kapitalausschüttungen bis 2026 das Niveau von vor der Übernahme übertreffen werden."

UBS-CEO sieht grosse Fortschritte bei CS-Integration

UBS-CEO Sergio Ermotti sieht bereits "viele Fortschritte" bei der Integration der Credit Suisse in die UBS. Es brauche aber noch bedeutende Restrukturierungsmassnahmen und Optimierungen, bevor die Grossbank die Vorteile des Zusammenschlusses voll ausschöpfen könne, sagte Ermotti am Mittwoch gemäss Redetext an der Generalversammlung in Basel.

Die Integration sei "ein Marathon, kein Sprint", betonte der UBS-Chef. Dabei werde das Jahr 2024 für die Grossbank ein entscheidendes Jahr. Zu den wichtigsten Prioritäten für das erste Halbjahr 2024 gehöre die Fusion der beiden Stammhäuser und die Überführung des US-Geschäfts in eine einzige Zwischenholdinggesellschaft. "Der Zusammenschluss unserer Schweizer Banken sollte noch vor Ende des dritten Quartals erfolgen", sagte Ermotti.

Erst nach der Fusion dieser Gesellschaften könnten die notwendigen Effizienzgewinne bezüglich Kosten, Kapital und Finanzierung realisiert werden, so der UBS-Chef. Ab der zweiten Hälfte 2024 können die UBS die alten Plattformen der Credit Suisse dann schrittweise ausser Betrieb nehmen. "Dieser Prozess wird bis 2025 andauern, bevor wir uns 2026 dem Zielzustand nähern."

Als "faktisch unzutreffend" kritisierte der UBS-CEO in seiner Rede das Argument, die UBS verfüge über eine implizite Staatsgarantie. Er verwies dabei auf das verlustabsorbierende Kapital der UBS von insgesamt rund 200 Milliarden Dollar. "Die Risiken von UBS werden von den Aktionärinnen und Aktionären getragen, und von den Inhabern der AT1-Instrumente und verlustabsorbierenden TLAC-Anleihen - nicht vom Steuerzahler."

Für die UBS bedeute das auch, dass die Finanzierungskosten strukturell deutlich höher seien als bei Banken mit einer Staatsgarantie, betonte er. Auch seien die Ratings, die die UBS von Ratingagenturen erhalte, tiefer als diejenigen von Banken, die eine implizite oder explizite Staatsgarantie genössen.

So wird abgestimmt bei diversen Beschlüssen

Die Aktionärinnen und Aktionäre der Grossbank UBS haben am Mittwoch an der Generalversammlung in Basel in einer Konsultativabstimmung dem Vergütungsbericht 2023 mit klarer Mehrheit zugestimmt. Vor allem der hohe Lohn von CEO Sergio Ermotti führte allerdings zu zahlreichen kritischen Voten. Aber auch Fragen zu Umwelt- und Klimafragen nahmen grossen Raum ein.

Der Antrag des Verwaltungsrats, den Vergütungsbericht 2023 in einer Konsultativabstimmung zu bestätigen, wurde von den UBS-Aktionären mit 83,5 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Noch offen waren zunächst weitere Vergütungstraktanden, die im Verlauf der Veranstaltung folgen sollten.

Vom hohen Lohn von CEO Sergio Ermotti, der für seine neunmonatige Amtszeit insgesamt Vergütungen von 14,4 Millionen Franken einstreicht, zeigten sich viele Aktionärinnen und Aktionäre befremdet. "Die Lohn- und Boni-Exzesse gehen munter weiter", so ein Kleinaktionär. Der Vertreter der Aktionärsvereinigung Actares warf dem Verwaltungsrat vor, mit einer solchen Entlöhnung einen Reputations- und Vertrauensverlust in Kauf zu nehmen.

Der Vertreter der Aktionärsvereinigung Ethos verwies zudem auch auf die Anpassung der Messgrössen für die Erreichung der Boni-Ziele. Laut Medienberichten der vergangenen Wochen könnte die Gesamtvergütung 2023 von CEO Ermotti wegen dieser Anpassungen unter Umständen gar auf bis zu 20,5 Millionen Franken ansteigen. Die UBS müsse künftig klar kommunizieren, wie hoch die Boni für Geschäftsleitung ausfallen würden, so der Ethos-Vertreter.

VR-Präsident Colm Kelleher verteidigte die Entlöhnung des CEO dagegen. Der Verwaltungsrat anerkenne damit die "hervorragende Leistung" des CEO. "Sergio Ermotti hat die wohl schwierigste Aufgabe in der Finanzbranche weltweit", lobte der Präsident.

Nachhaltigkeitsvoten

In einer Konsultativabstimmung hiessen die Aktionäre auch den Nachhaltigkeitsbericht der Bank mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 93,4 Prozent gut. Verwaltungsratspräsident Kelleher verwies in seinen Voten auf die seines Erachtens ambitionierten Nachhaltigkeitsziele der Bank.

Die Klima- und Nachhaltigkeitspolitik der Grossbank stand im Mittelpunkt vieler Voten. Zwar habe sich die UBS zu einem Netto-Null-Ziel verpflichtet, unterstütze aber gleichzeitig Unternehmen, deren Geschäftsmodelle nicht mit diesen Zielen vereinbar seien, kritisierte etwa ein Vertreter der Umweltorganisation Greenpeace, die auch vor dem Versammlungsort auf sich aufmerksam machte. Eine Aktivistin aus den Philippinen etwa warf der Bank vor, zur Umweltverschmutzung in ihrem Land beizutragen.

Lagebericht klar gut geheissen

Die Aktionärinnen und Aktionäre genehmigten zudem den Lagerbericht sowie die Konzern- und die Jahresrechnung der UBS Gruppe mit 99,2 Prozent und die Dividendenausschüttung mit 99,4 Prozent Ja-Stimmen.

Anwesend an der Generalversammlung in der St. Jakobshalle in Basel waren laut den Angaben insgesamt 1538 Aktionärinnen und Aktionäre sowie die unabhängige Stimmrechtsvertreterin. Insgesamt vertraten diese 77,99 Prozent aller stimmberechtigten Aktien respektive 1,95 Milliarden Aktienstimmen. Von diesen wurden allerdings 1,94 Milliarden durch die unabhängige Stimmrechtsvertreterin repräsentiert.

In einem schwachen Gesamtmarkt verloren die UBS-Papiere besonders stark. Via SIX verlor die UBS-Aktie letztlich deutlich 3,80 Prozent auf 27,31 Franken.

mk/

Zürich (awp/sda)

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