Grüezi! Sie wurden auf finanzen.ch, unser Portal für Schweizer Anleger, weitergeleitet.  Zurück geht es hier.
<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Strafzahlung 30.05.2024 17:51:36

UBS-Aktie letztlich höher: UBS angeblich an Geldwäsche beteiligt - Personalrad dreht sich

UBS-Aktie letztlich höher: UBS angeblich an Geldwäsche beteiligt - Personalrad dreht sich

Bei der Grossbank UBS wird die Leitung der wichtigen globalen Vermögensverwaltung wieder auf zwei Personen aufgeteilt. Ausserdem gerät die Bank wohl ins Visier des Schweizer Finanzdepartement.

Der jetzige alleinige Leiter der Division, Iqbal Khan, wird nach Asien gehen und Rob Karofsky wird neu Leiter Americas und Co-Präsident für "Global Wealth Management" (GWM) an der Seite von Khan. Zudem endet nächsten Monat die Amtszeit des allerletzten CS-CEO Ulrich Körner.

Khan übernehme per 1. September 2024 die Funktion als Regionsleiter Asien-Pazifik und werde Co-Präsident GWM, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Er werde im Sommer zusammen mit seiner Familie nach Asien ziehen. Zum ersten Mal ist damit ein Leiter eines UBS-Unternehmensbereichs von Asien aus tätig. Langfristig liege der Fokus auf nachhaltigem Wachstum insbesondere in Amerika und Asien, so die UBS.

Karofsky, der nun bereits per 1. Juli in den USA übernehmen wird, leitet seit 2018 die Investment Bank. Khan und Karofsky würden die Vermögensverwaltung über alle Regionen hinweg gemeinsam leiten, betont die UBS. In ihren neuen regionalen Rollen sollen sie zudem dafür sorgen, dass die Kompetenzen der Gruppe "optimal" über alle Unternehmensbereiche hinweg genutzt würden.

Khan verliert an Einfluss

Bereits in der Vergangenheit hatte Khan den GWM-Bereich in Co-Leitung verantwortet. Er war 2019 zur UBS gekommen und hatte sich die Leitung anfänglich nämlich mit dem US-Amerikaner Tom Naratil geteilt. Ab Juli 2022 war er jedoch alleiniger Chef der Kernsparte der Grossbank.

Die UBS-Investment-Bank erhält als Ersatz für Karofsky per 1. Juli ebenfalls eine Doppelleitung: George Athanasopoulos und Marco Valla nehmen als Co-Präsidenten Einsitz in die Konzernleitung. Athanasopoulos ist seit 2010 auf verschiedenen UBS-Führungsposten tätig, unter anderem seit 2020 als Head Global Markets (Handelsgeschäft). Valla stiess 2023 zur UBS als Co-Head of Global Banking (Kapitalmarkt-Beratungsgeschäft).

Die derzeitigen Leiter der zwei wichtigen Regionen in Amerika und Asien scheiden aus der Konzernleitung aus. Naureen Hassan, derzeitige Leiterin Americas, habe sich entschieden, die UBS zu verlassen. Der jetzige Leiter in Asien, Edmund Koh, bleibe der Bank als "Regional Chair Asia-Pacific" erhalten.

Mit der Neubesetzung der Leitung sowohl der Vermögensverwaltung als auch der Investment Bank kommt die Gruppe mit ihrem Umbau weiter voran. Auch die dritte Division - das Asset Management - hatte erst im März 2024 mit Aleksandar Ivanovic einen neuen Chef erhalten. Ivanovic, Karofsky und Khan werden alle drei als potentielle Nachfolger für UBS-Chef Sergio Ermotti gehandelt.

CS-Chef Körner geht

Ausserdem teilte die UBS mit, dass Ulrich Körner, CEO der Credit Suisse, Ende Juni aus der Konzernleitung ausscheiden und die UBS im späteren Jahresverlauf verlassen werde. Sein Rückzug ist die Folge der Fusion der Stammhäuser UBS AG und Credit Suisse AG.

Den Abschluss der Zusammenlegung der Stammhäuser erwartet die Bank bereits für den (morgigen) Freitag. Damit dürfte auch die Credit Suisse AG aus dem Schweizer Handelsregister verschwinden. Die Integration der Schweizer Ländergesellschaften - UBS Switzerland AG und Credit Suisse (Schweiz) AG - soll dann im dritten Quartal folgen.

Früher oder später dürfte dann auch hierzulande die Marke "Credit Suisse" verschwinden. Die Fusionen der Rechtseinheiten sind entscheidend für die weiteren Schritte im Zuge der Integration. Erst danach kann etwa die CS Schweiz schrittweise in die UBS-Systeme überführt werden, was die UBS für 2025 plant.

Neuer Risikochef

Auch bei den Gruppenfunktionen kommt es zu Veränderungen: So wird Damian Vogel nun wie geplant neuer Risikochef und löst damit Christian Bluhm ab. Dieser hatte seinen Rückzug bereits für Ende April 2023 geplant, diesen aber verschoben, um die Bank in der ersten Phase der CS-Integration zu unterstützen.

Vogel war vor der CS-Übernahme bereits als Nachfolger präsentiert worden. Für die Übergangszeit übernahm er stattdessen die neu geschaffene Position des Leiters Risikokontrolle Integration.

UBS-Personalchef Stefan Seiler wird derweil künftig auch für die Gruppenkommunikation zuständig sein. Deren derzeitige Leiterin, Marsha Askins, soll neu an ihn berichten.

UBS hat angeblich Jemens Ex-Präsidenten Saleh geholfen, Geld zu verstecken

Das Eidgenössische Finanzdepartement hat die Grossbank UBS mit einem Bussgeld von 50'000 Franken belegt. UBS-Mitarbeitende sollen es über Jahre unterlassen haben, Warnhinweise auf Geldwäscherei im Zusammenhang mit Konten des umstrittenen Ex-Präsidenten Jemens, Ali Abdullah Saleh, zu melden.

SRF Investigativ berichtete am Donnerstag darüber. Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) bestätige auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Bericht. Der Strafbescheid datiere vom 4. April 2024 und sei infolge Ablaufs der 30-tägigen Einsprachefrist in Rechtskraft erwachsen. Einsehbar sei der Strafbescheid derzeit nicht.

Die UBS soll Millionen Dollar für den umstrittenen Ex-Präsidenten Jemens, Ali Abdullah Saleh, verwaltet haben. Laut SRF-Investigativ geht es um eine Zahlung aus dem Jahr 2009 von über 10 Millionen US-Dollar für Saleh - vom Sultan von Oman. Der Check wurde von Salehs Sohn der UBS in Zürich übergeben.

Die Transaktion löste zwar UBS intern Warnhinweise aus, doch statt sich an die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) zu wenden, hätten Mitarbeitende im internen Dossier lediglich notiert: "Es ist allgemein bekannt, dass reiche Herrscher in der arabischen Welt ihre ärmeren Kollegen mit solchen Geschenken unterstützen."

Die Konten der Saleh-Familie wurden laut SRF Investigativ 2011 saldiert. Trotz Warnhinweisen habe es die UBS auch dann unterlassen, den Behörden Meldung zu machen. Dazu schreibt SRF: "Laut EFD hat die Bank auch nicht nachvollziehbar dokumentiert, warum sie dies nicht tat."

Das Verschulden der nicht ermittelten, für die Meldepflicht verantwortlichen natürlichen Personen bei der UBS sei erheblich, präzisierte das EFD. Die Busse sei unter Annahme leichter Fahrlässigkeit auf 50'000 Franken festgesetzt worden, hiess es bei EFD. Das entspreche dem Höchstbetrag, der einer juristischen Person in einem Verwaltungsstrafverfahren des EFD stellvertretend auferlegt werden könne.

Das Verfahren sei im März 2021 eröffnet worden. Rund zwei Jahre hätten die Edition der Unterlagen bei der Bank und das anschliessende Entsiedlungsverfahren bis vor Bundesgericht beansprucht.

Die UBS wollte den Medienbericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren.

mk/

Nachdem die UBS-Aktie am Donnerstag im frühen SIX-Handel sichtlich nachgab, dreht sie im Verlauf ins Plus und schloss letztlich 0,72 Prozent höher bei 28,11 Franken.

ys/ra

ys/uh

Zürich (awp)

Weitere Links:


Bildquelle: Yu Lan / Shutterstock.com,Patrick Poendl / Shutterstock.com