thyssenkrupp Aktie 412006 / DE0007500001
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12.08.2026 17:58:00
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TKMS-Aktie springt hoch: Prognose erhöht - deutlich stärkeres Wachstum erwartet
Der Marineschiffbauer TKMS wird für das laufende Geschäftsjahr dank des anhaltenden Rüstungsbooms erneut optimistischer.
Die Nachfrage sei sehr stark, sagte TKMS-Chef Oliver Burkhard in einer Konferenz. Jetzt gehe es auch stark darum, die Aufträge abzuarbeiten. "Alle haben Geld, aber keine Zeit mehr. Früher hatten sie alle Zeit, aber kein Geld." Auffällig sei infolge des Iran-Kriegs eine neue Nachfrage aus Anrainerstaaten des Persischen Golfs etwa zum Thema Minenräumung.
2025/26 (per Ende September) soll der Umsatz nun um 10 bis 12 Prozent steigen. Bislang hatte TKMS 2 bis 5 Prozent in Aussicht gestellt. Bereits nach dem ersten Quartal hatte TKMS seine Umsatzprognose erhöht. Die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll bis zu 6,5 Prozent erreichen. Hier standen bislang über 6 Prozent auf dem Zettel. Analysten erwarteten dabei bereits eine Marge von 6,4 Prozent.
Die im MDAX gelistete Aktie sprang via XETRA letztlich um 8,53 Prozent auf 94,20 Euro nach oben. Kurzzeitig stieg sie auch schon über die Marke von 100 Euro. Die Aktie notiert damit an der MDAX-Spitze. Seit Jahresbeginn hat sie knapp 50 Prozent an Wert zugelegt.
Bernstein-Experte Adrien Rabier schrieb in einer ersten Einschätzung von "sehr starken Quartalszahlen". In Erwartung einer Beschleunigung im maritimen Elektroniksegment hält er es für möglich, dass der Marineschiffbauer im nächsten Quartal seine mittelfristigen Ziele aufstockt.
In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 19 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit legte von 98 Millionen auf 110 Millionen Euro zu. Unter anderem höhere Verwaltungskosten drückten die entsprechende Marge um 0,3 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Die Zahlen lagen über den Erwartungen der Analysten.
"Unsere operative Leistungsfähigkeit konnten wir noch einmal verbessern. Besonders im Segment Submarines, das den grössten Anteil an unserem Orderbuch stellt, wurde das bereinigte Ebit um 300 Prozent gesteigert", erklärte Konzernchef Oliver Burkhardt.
Der Auftragseingang ging hingegen deutlich zurück: von 8,6 auf 3,6 Milliarden Euro. Allerdings hatte TKMS im Vorjahr von zwei Grossaufträgen profitiert. Der Auftragsbestand liegt bei rund 20 Milliarden Euro.
Dabei dürfte TKMS in den kommenden Quartalen im Neugeschäft wieder deutlich zulegen. Nach Ende des Quartals wurde - wie bereits bekannt - der Vertrag über die Beschaffung von vier Fregatten mit Option auf vier weitere zur Stärkung der Deutschen Marine unterzeichnet. Dieser wird im vierten Quartal als Auftragseingang verbucht. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um den grössten Überwasser-Auftrag in der Geschichte von TKMS.
Des Weiteren ist TKMS der bevorzugte Bieter für bis zu zwölf U-Boote im Rahmen des kanadischen U-Boot-Programms, welches ein Volumen allein für die Boote von über 15 Milliarden Euro haben würde. Burkhardt hofft, dies bis zum Ende des Kalenderjahres in einen finalen Vertrag zu giessen. Zudem hat TKMS weitere grosse Aufträge in Aussicht, etwa aus Indien, Brasilien und Deutschland.
Um die Nachfrage bedienen zu können arbeitet TKMS weiter am Hochlauf seiner Werft in Wismar. Allerdings habe der Konzern, die Profitabilität im Blick, sagte Burkhardt.
So hatte der Konzern Ende Juli sein Angebot für die German Naval Yards Kiel zurückgezogen. Die Parameter hätten nicht mehr zusammengepasst, so Burkhardt. An der Werft ist auch Rheinmetall interessiert. Anstelle zu starke eigene Kapazitäten aufzubauen prüfe TKMS "gezielt internationale Kooperationsmöglichkeiten für zukünftige Projekte, etwa die mögliche Nutzung von Produktionskapazitäten der spanischen Werft Navantia".
"Die planmässige und konsequente Abarbeitung unseres Auftragsbestands hat für TKMS nach wie vor höchste Priorität", erklärte Finanzvorstand Paul Glaser. "Unsere mittelfristigen Ziele, inklusive der weiteren Margensteigerung auf über 7 Prozent, bestätigen wir vollumfänglich."
/nas/err/mis
KIEL (awp international)
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