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thyssenkrupp Aktie 412006 / DE0007500001

Bilanz 13.08.2026 21:01:00

thyssenkrupp hinkt bei der Marge hinterher: Ausblick angepasst - Aktie dennoch stärker

thyssenkrupp hinkt bei der Marge hinterher: Ausblick angepasst - Aktie dennoch stärker

thyssenkrupp hat getragen von Verbesserungen im Stahlgeschäft, im Werkstoffhandel und bei der Marinetochter TKMS im dritten Quartal deutlich mehr verdient, aber die Markterwartungen verfehlt.

Der Ruhrkonzern hob seine Gewinnerwartungen für das noch bis Ende September laufende Geschäftsjahr 2025/26 am unteren Ende an.

Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter stand auch wegen eines positiven Bilanzeffektes aus dem Verkauf der Hüttenwerke Krupp Mannesmann im Quartal eine schwarze Null. Im Vorjahr hatte hier noch ein Verlust von 278 Millionen Euro zu Buche geschlagen.

"Wir steigern unsere Leistungsfähigkeit und verbessern kontinuierlich unsere Ergebnisse", sagte Vorstandschef Miguel Lopez.

Der Umsatz kletterte wegen erhöhter Nachfrage vor allem im Werkstoffgeschäft um 8 Prozent oder 635 Millionen auf knapp 8,8 Milliarden Euro. Das bereinigte EBIT legte um 18 Prozent oder 28 Millionen auf 183 Millionen Euro zu, die entsprechende Marge verbesserte sich um 20 Basispunkte auf 2,1 Prozent. Analysten hatten beim Umsatz mit 8,5 Millionen Euro weniger, beim bereinigten EBIT mit 207 Millionen Euro und bei der Marge mit 2,4 Prozent mehr erwartet.

Der Auftragseingang fiel mit 7,7 Milliarden Euro um ein Viertel geringer aus als im Vorjahr. Damals hatten zwei Grossaufträge das Neugeschäft der Marinetochter TKMS beflügelt. Auch im Automotive-Geschäft sanken die Aufträge.

Das Essener MDAX-Unternehmen grenzte seine Erwartungen für das Gesamtjahr auf den letzten Metern noch einmal ein. So wird der Umsatz auf jeden Fall rückläufig erwartet (minus 1 bis 3 Prozent), während bislang auch ein unveränderter Umsatz noch möglich war. Dafür werden das bereinigte EBIT mit 600 bis 900 Millionen statt 500 bis 900 Millionen Euro und der Nettoverlust mit minus 400 bis minus 700 Millionen statt minus 400 bis minus 800 Millionen Euro mindestens am unteren Ende besser ausfallen.

Trotz Niedrigwasser: thyssenkrupp hält Produktion am Laufen

Trotz des extremen Niedrigwassers erhält das Duisburger Stahlwerk von Thyssenkrupp weiterhin Rohstoffe über den Rhein per Schiff. "Die Kundenversorgung ist nicht gefährdet", sagte Finanzvorstand Axel Hamann bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Zur weiteren Entwicklung des Niedrigwassers und dessen Auswirkungen auf die Versorgung habe man eine Taskforce gebildet.

"Wenn sich die Situation wirklich verschlimmert und die Schifffahrt zum Erliegen kommen würde, könnten wir einen Effekt auf das Ergebnis nicht ausschliessen", sagte er. Mit Ergebnis ist der Unternehmensertrag gemeint.

thyssenkrupp will keine Hochöfen abschalten

"Wir haben natürlich ein paar Möglichkeiten, die Produktion, die Fahrweise unserer Anlagen ein Stück weit anzupassen, um mit den Beständen, die wir haben, länger arbeiten zu können." Man habe auch noch Alternativen zur Anlieferung per Schiff. So würde man mehr auf die Bahn setzen. Geprüft werde auch, wie viel über die Strasse kommen könne. "Wir sind weit davon entfernt, irgendwelche Hochofen erkalten zu lassen", betonte er.

Thyssenkrupp erhält nach eigenen Angaben täglich 50'000 bis 60'000 Tonnen Rohstoffe per Schiff, vor allem Erz und Kohle. "Im Normalbetrieb decken wir rund fünf Prozent unseres Bedarfs an Erz und Kohle über die Schiene ab", sagte eine Sprecherin. Um die Auswirkungen der aktuellen Lage abzufedern, habe man das Transportvolumen auf der Schiene gegenüber dem Regelbetrieb etwa verdoppelt. Zur Schlussglocke ging es via für die thyssenkrupp-Aktie XETRA um 9,07 Prozent nach oben auf 13,53 Euro.

DOW JONES / awp international

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Bildquelle: thyssenkrupp AG,Quinta / Shutterstock.com
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